Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB)

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Erwachsenenbildung digital

Ergebnisse der Fachkonferenz zur Digitalisierung von Lehren und Lernen

22.09.2015

Digitalisierung steht auf zahlreichen politischen Agenden und ist aus der aktuellen Lebenswelt nicht mehr wegzudenken. Unter dem Motto „Erwachsenenbildung digital: Professionalisieren. Vernetzen. Gestalten“ luden die Nationalen Koordinierungsstellen „Europäische Agenda für Erwachsenenbildung“ und „Electronic Platform for Adult Learning in Europa – EPALE“ in der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB zu einer Fachkonferenz ein.

 

Über 100 Teilnehmende aus Erwachsenenbildung, beruflicher Weiterbildung, Politik und Forschung diskutierten vom 31.8.bis zum 1.9.2015 in Berlin über die Konsequenzen, die mit der Digitalisierung des Lernens und Lehrens einhergehen. Dr. Gabriele Hausdorf vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie Dr. Norbert Lurz vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg eröffneten die Konferenz.

Am ersten Tag standen Anwendungsmöglichkeiten von digitalen Lehr- und Lernangeboten im Mittelpunkt. In seinem Impulsvortrag stellte Prof. Dr. Michael Kerres (Uni Essen-Duisburg) mögliche Strategien für Organisationen der Erwachsenen- und Weiterbildung vor, um auf die Digitalisierung zu reagieren. In diesem Zusammenhang prognostizierte er eine Entwicklung weg vom Kurs und hin zum Diskurs.

Nachdem am zweiten Tag Finanzierungsprogramme des BMBF, der Europäischen Kommission sowie geförderte Projekte vorgestellt wurden, gab Jan Hylén (Arbeitsgruppe der EU-Kommission zum digitalen Lernen) einen Überblick über den Stand des digitalen Lernens auf europäischer Ebene. Hylen schlug vor, „Learning analytics“ zu nutzen, um Lernverhalten zu bewerten und zu verbessern. Mit dieser elektronischen Möglichkeit, den eigenen Lernweg im Internet zu verfolgen, könne man differenziertes Feedback zum eigenen Lernverhalten generieren.

In vier Foren wurden schließlich deutsche und europäische Beispiele für digitale Lernangebote und Validierungsinstrumente diskutiert: So haben sich in regionalen Netzwerken digitale Learning-Management-Systeme bewährt; unter anderem in Hessen, Baden-Württemberg oder in Andalusien und Island. Anwendungen wie die App „Math Everywhere“, die digitalen Kompetenznachweise „Open Badges“ oder Online-Vortragsformate bieten einfache Zugänge für Lernende. Als Instrument, um die eigenen Fähigkeiten im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) einzuordnen und zu dokumentieren, wurde der europäische Referenzrahmen für digitale Kompetenzen präsentiert.

In den Diskussionen erwies sich ein Aspekt der Digitalisierung als besonders relevant: Die Vernetzung. E-Plattformen ermöglichen nicht nur den Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden, sondern helfen auch dabei, den Austausch innerhalb der Praxis zu fördern. E-Learning und Blended Learning-Angebote tragen zu einem besseren Zugang zu Bildung bei und steigern, wie in einigen der vorgestellten Beispielen beobachtet, die Weiterbildungsbeteiligung. In diesem Punkt waren sich die Konferenzteilnehmer einig: Digitale Lern- und Lehrformate müssen einen klaren Mehrwert bieten, um in der Erwachsenenbildungslandschaft Erfolg zu haben.

Ein besonderes Highlight war die Eröffnung der E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa (EPALE), die im Rahmen der Konferenz in Deutschland an den Start ging. EPALE richtet sich an Fachkräfte in Erwachsenenbildungsorganisationen, Politik und Forschung. Mit Funktionen wie einer Projektpartnerdatenbank, einem Veranstaltungskalender, Blogs und Foren soll die Plattform zukünftig als ein Angebot zur grenzüberschreitenden Vernetzung, Professionalisierung und Gestaltung der Erwachsenenbildung in Europa dienen.

Auf EPALE finden Sie auch eine ausführliche Dokumentation der Veranstaltung.