Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB)

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EU-Kommission schlägt neue Prioritäten für die europäische Zusammenarbeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung vor

04.09.2015

Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Herausforderungen in Europa hat die Europäische Kommission ihre Prioritäten zur Umsetzung des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020) neu formuliert. In ihrem Vorschlag liegt der Fokus auf nunmehr lediglich sechs Prioritäten, die jeweils in konkrete Themen untergliedert sind.

Die allgemeine und berufliche Bildung spielt eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Inklusion, Chancengleichheit, demokratischen Grundwerten und damit der Entwicklung einer offenen und sozialen Gesellschaft. Sie ist ein wichtiger Faktor, um Arbeitsplätze zu schaffen, Armut zu bekämpfen, sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung zu begegnen und bürgerschaftliches Engagement zu ermöglichen. In der Strategie Europa 2020 haben die EU-Länder die Ziele zur Bewältigung dieser Aufgaben festgelegt. 

2014 hat die EU-Kommission eine Halbzeitbilanz des Strategischen Rahmens ET 2020 gezogen. In ihrer Mitteilung an das Europäische Parlament vom 26. August 2015 zieht sie politische Schlussfolgerungen und beschreibt folgende wichtige Herausforderungen, die die Grundlage bilden für die neuen prioritären Bereiche und deren konkrete Themen für die Fortführung der Arbeiten bis 2020.

  • Qualität und Relevanz der Lernergebnisse verbessern
  • Sozialen Zusammenhalt, Chancengleichheit, Nichtdiskriminierung und Bürgerkompetenz durch Bildung stärken
  • Voraussetzungen schaffen für relevante, hochwertige Lernergebnisse

Erasmus+ soll Wirkung von ET-2020-Instrumenten maximieren

Die EU-Kommission konstatiert, dass sich die Instrumente von ET 2020 zwar bewährt, jedoch ihre Wirkung auf nationaler Ebene noch nicht ausreichend entfaltet haben. Daher möchte die Kommission das Instrumentarium von ET 2020 verstärken, u.a. indem sie ein fortlaufendes vorläufiges Arbeitsprogramm für ET 2020 aufstellt, um die Transparenz und die Kohärenz von ET 2020 zu steigern. Außerdem sollen sich ab 2016 eine neue Generation von Arbeitsgruppen mit den prioritären Bereichen von ET 2020 befassen, um innovative Arbeitsmethoden anzuwenden, gute Praxis zu verbreiten und so den Wissensaustausch anzukurbeln. Damit die Instrumente besser wirken, sollen Projekte und Daten von herausragenden Projekten im Rahmen von Erasmus+ genutzt und neue politische Strategien in den Arbeitsgruppen vorbereitet werden.

2016: Neue Prioritäten  - konkrete Themen

Die Europäische Kommission schlägt folgende sechs Prioritäten vor:

  1. Relevante, hochwertige Fertigkeiten und Kompetenzen für Beschäftigungsfähigkeit, Innovation und bürgerschaftliches Engagement – mit Fokus auf Lernergebnissen
  2. Inklusive Bildung, Chancengleichheit, Nichtdiskriminierung und Förderung von Bürgerkompetenz
  3. Eine offene und innovative allgemeine und berufliche Bildung, die sich die Errungenschaften des digitalen Zeitalters in vollem Umfang zu eigen macht
  4. Verstärkte Unterstützung der Lehrkräfte
  5. Transparenz und Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen zur Erleichterung der Lern- und Arbeitsmobilität
  6. Nachhaltige Investitionen sowie Leistung und Effizienz der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung

Die Prioritäten wiederum werden in konkrete Themen untergliedert, um die künftigen Arbeiten konkreter formulieren zu können. Die Mitgliedstaaten sollen entsprechend ihren nationalen Prioritäten die Bereiche und Themen für die gemeinsame Arbeit auswählen, bei denen ihnen eine Beteiligung sinnvoll erscheint.