Spitzenvertreterinnen und -vertreter von Bund, Ländern und Sozialpartnern haben sich auf einen Kompromiss beim Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) geeinigt. Danach sollen die allgemeinbildenden Schulabschlüsse zunächst dem Rahmen nicht zugeordnet werden. Zugleich wurde beschlossen, dass zweijährige berufliche Erstausbildungen auf Niveau 3 und drei- und dreieinhalbjährige Erstausbildungen auf Niveau 4 eingestuft werden. Schon zuvor bestand zwischen Bund, Ländern und Sozialpartnern Einigkeit, auf Niveau 6 die Abschlüsse Bachelor und Meister zu verorten.
"Mit dieser Entscheidung haben wir einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Bildungsraum Europa gemacht", zog die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, Bilanz. Der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser, wertete die Entscheidung als wichtigen Meilenstein für die berufliche Bildung in Deutschland: "Erstmals wird damit die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung Schwarz auf Weiß festgeschrieben", so der BIBB-Präsident. "Die Entscheidung wird die Entwicklung unseres Bildungssystems nachhaltig beieinflussen - mit allen positiven Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft."
Für das BIBB und die berufliche Bildung, so Esser, komme es jetzt darauf an, die Inhalte der künftigen Aus- und Fortbildungsregelungen "konsequent" in der "Logik des DQR" auf eine Kompetenzorientierung auszurichten und den entsprechenden Niveaustufen zuzuordnen.