Antragsverfahren - Akkreditierung planen und beantragen

 

Sie planen eine Akkreditierung in der Berufsbildung? Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie für die Beantragung vorgehen, welche Fristen und Formalien Sie beachten sollten und welche Kriterien bei der Bewertung der Anträge eine Rolle spielen.

 

Wer kann Anträge einreichen?

Antragsberechtigt sind alle öffentliche und private Einrichtungen, die ihren Sitz in Deutschland haben und mindestens eine der folgenden Definitionen erfüllen:

  • Anbieter von beruflicher Aus- und Fortbildung
    (Dies betrifft Einrichtungen, die auf der Grundlage von §1 des Berufsbildungsgesetzes, Angebote im Bereich der Berufsausbildungsvorbereitung, der Berufsausbildung, der beruflichen Fortbildung oder der beruflichen Umschulung anbieten. Außerdem alle Schulen, die laut „Definitionenkatalog“ der KMK Schularten umfassen, die den Bildungsbereichen „Berufliche Schulen“ und „Schulen im Gesundheitswesen“ zugeordnet sind. Zudem Schulen der Schulart „Übergreifende Formen“ (Förderschulen), deren geplante Aktivitäten im Rahmen des Nachfolgeprogramms überwiegend dem Bereich der Berufsbildung zugehörig sind.)
  • Lokale und regionale Behörden, koordinierende Stellen und andere Einrichtungen mit einer Rolle in der Berufsbildung 
    (Antragsberechtigt sind Behörden, koordinierende Stellen und andere Einrichtungen, sofern sie mit einer Rolle im Bereich der Berufsbildung betraut wurden. Eine Behörde nimmt als Organ des Staates (Bund, Land) oder eines selbstständigen Verwaltungsträgers (z. B. Gemeinde) Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahr. Behörden werden durch organisationsrechtliche Vorschriften geschaffen. Koordinierende Stellen werden benannt und nehmen zentrale und übergeordnete Aufgaben des Bundes, eines jeweiligen Landes oder eines selbstständigen Verwaltungsträgers wahr. Andere Einrichtungen im Bereich der Berufsbildung sind die Sozialpartner.)
  • Unternehmen und andere öffentliche oder private Organisationen, die Lernenden und Auszubildenden im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung einen Platz bieten, sie ausbilden oder auf andere Weise mit ihnen arbeiten. 

Alle aktuell in Erasmus+ im Bereich der Mobilität in der Berufsbildung geförderten Einrichtungen werden antragsberechtigt bleiben. Darüber hinaus werden auch die im Bereich der Berufsbildung bisher nicht förderfähigen Schularten Fachoberschulen, Berufsoberschulen, Technische Oberschulen und Fachgymnasien dem Sektor Berufsbildung zugeordnet. 

Eine Einrichtung, die sowohl im Gebiet der beruflichen Aus- und Weiterbildung als auch im Gebiet der Erwachsenenbildung tätig ist, kann gleichzeitig einen Antrag in beiden Sektoren stellen.

Einrichtungen können ihren Antrag in einem der drei Gebiete (Erwachsenenbildung, berufliche Aus- und Weiterbildung und Schulbildung) entweder als Einzelorganisation oder als Koordinator eines Mobilitätskonsortiums stellen. Es ist nicht möglich, gleichzeitig zwei Anträge sowohl als Einzelorganisation als auch als Koordinator eines Mobilitätskonsortiums in einem der o. g. Gebiete zu stellen.

Einzelpersonen können keinen Projektantrag stellen. Sie können jedoch über die Praktikumsplatzsuche auf dem Portal  www.machmehrausdeinerausbildung.de Zugang zu einer Förderung im Rahmen eines Mobilitätsprojekts erhalten, das indiviuelle Mobilität für Einzelpersonen ermöglicht. Weitere Informationen zu dieser Projektform erhalten Sie auf unserer Info-Seite „Pool-Projekte – mit EU-Stipendien für Einzelpersonen individuelle Mobilität fördern“.  

Im Folgenden stellen wir Ihnen die wesentlichen Aspekte und Schritte des Antragsverfahrens vor:

  1. Drei Zugänge zur Akkreditierung
  2. Organisationsregistrierungssystem und OID
  3. Formale Schritte zur Antragstellung und Antragsunterlagen
  4. Antrag inhaltlich ausarbeiten
  5. Auswahlverfahren und Förderkriterien
  6. Auf einen Blick: Dokumente zur Antragsrunde 2020

In jedem dieser Kapitel finden Sie die notwendigen Tools und Dokumente. Die Dokumente werden in jeder Antragsrunde neu zur Verfügung gestellt. Dabei kann es von Jahr zu Jahr Veränderungen geben. Nutzen Sie bitte stets die Unterlagen der aktuellen Antragsrunde.

1. Drei Zugänge zur Akkreditierung

Akkreditierung als einzelne Einrichtung
Alle antragsberechtigten Einrichtungen, die kontinuierlich am Erasmus-Programm teilnehmen möchten, können sich akkreditieren lassen, um Fördermittel für Lernende und eigenes Bildungspersonal zu beantragen.

 

Akkreditierung als Einrichtung mit Mobilitätscharta
Einrichtungen, die über eine derzeit gültige Erasmus+ Mobilitätscharta verfügen, können ihre schon vorhandene „Akkreditierung“ im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens („light procedure“) in das neue Programm überführen und unterliegen im Sinne der Vereinfachung keiner qualitativen Prüfung und Auswahl. Die „Light Procedure“ ist nur im Antragsjahr 2020 möglich.

Neben dem ErasmusPlan, den alle Einrichtungen einreichen, müssen Charta-Träger mit dem Antrag eine  aktualisierte Internationalisierungsstrategie einreichen.  Anträge von Einrichtungen mit Mobilitätscharta, die ihre Internationalisierungsstrategie wesentlich ändern möchten, durchlaufen das Bewertungsverfahren wie Anträge von Einrichtungen ohne Mobilitätscharta. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn eine Einrichtung zukünftig ein Konsortium leiten möchte.

 

Akkreditierung als Mobilitätskonsortium
Einrichtungen, die im zukünftigen Programm ein Konsortium koordinieren möchten, benötigen eine Erasmus-Akkreditierung. Mit einer Akkreditierung als Konsortialführer leiten Sie eine Gruppe von Einrichtungen, die Ressourcen teilen und Mobilitätsaktivitäten im Rahmen eines gemeinsamen Erasmus-Plans im Ausland organisieren. Im Antrag beschreibt der Konsortialführer die Ziele und den Nutzen dieser Zusammenarbeit sowie den Stand der Zusammensetzung des Konsortiums. Eine endgültige Auflistung aller Mitglieder des Konsortiums ist zum Zeitpunkt des Antrags noch nicht notwendig. Einrichtungen, die sich an einem Konsortium beteiligen, benötigen keine eigene Akkreditierung. Sie müssen aber aus dem gleichen Land wie der Koordinator des Konsortiums kommen.


Wichtiger Hinweis: Weitere Regeln für die Beteiligung an Konsortien werden mit dem jährlichen Programmaufruf veröffentlicht.

2. Organisationsregistrierungssystem und OID

Um einen Antrag zu stellen, muss Ihre Einrichtung im Organisationsregistrierungssystem (ORS) registriert sein. Sollten Sie bereits über einen PIC verfügen, so ist Ihre Einrichtung schon im ORS registriert und Sie finden dort auch Ihre OID. Das Organisationsregistrierungssystem der Europäischen Kommission verwaltet alle Stammdaten der am Programm Erasmus+ beteiligten Institutionen. Identifikationsmerkmal jeder Einrichtung ist ein neunstelliger OID-Code, der automatisch bei der Registrierung im Organisationsregistrierungssystem vergeben wird.

  • Ihre Einrichtung ist bereits registriert und verfügt über eine OID oder einem PIC? Dann prüfen Sie bitte, ob die Daten Ihrer Einrichtung sowie die hinterlegten Dokumente noch aktuell sind und aktualisieren Sie sie bei Bedarf. 
  • Ihre Einrichtung ist noch nicht registriert? Dann nehmen Sie die Registrierung bitte vor.

Organisationsregistrierungssystem und OID  

 Zum Organisationsregistrierungssystem (ORS)

 

Sie haben noch keine OID? Bitte lesen Sie die folgenden Hinweise:

 Hinweise zur Registrierung und eine Anleitung zum Verfahren

Folgende Dokumente müssen im Organisationsregistrierungssystem hochgeladen werden:

 Formblatt Rechtsträger für private Einrichtungen

 Formblatt Rechtsträger für öffentliche Einrichtungen 

 Formblatt Finanzangaben

 Nachweis der Rechtsfähigkeit der Einrichtung (z. B. Auszug aus dem Handels- oder Vereinsregister, Schreiben der übergeordneten Behörde oder Auszug aus dem Schulverzeichnis usw.)

3. Formale Schritte zur Antragstellung und Antragsunterlagen

3.1. Informieren Sie sich über die Rahmenbedingungen.

Die Rahmenbedingungen des Programms sind in den Dokumenten unter Punkt 3.3. beschrieben. Auch Einrichtungen, die bereits Erfahrungen mit dem Antragsverfahren haben, empfehlen wir, sich hier über mögliche Neuerungen zu informieren.

 

3.2. Ablaufplan | Zeitplan der Antragsrunde

  • Einreichungsfrist: 29. Oktober 2020, 12:00 Uhr mittags (Brüsseler Zeit).
  • Förderentscheidung: Mitte Februar 2021

 

3.3. Antragsunterlagen

Folgende Dokumente und Tools benötigen Sie, um einen Akkreditierungsantrag zu stellen:

3.4. Elektronische Antragstellung

Wenn Sie über die OID der antragstellenden Einrichtungen verfügen, können Sie Ihren Antrag ausarbeiten.
Die Antragstellung ist nur elektronisch möglich.

Die Antragstellung erfolgt in diesem Jahr über die Online-Plattform "Erasmus+ Forms".  Bitte verwenden Sie nicht den Internet Explorer als Browser.

 Für Mobilitätsanträge im Bereich der Berufsbildung verwenden Sie bitte das Antragsformular mit der Kennung KA120-VET.

 

Der Antrag wird nur bearbeitet, wenn er elektronisch eingereicht wurde.

Kalkulieren Sie ausreichend Puffer für Unwägbarkeiten in letzter Minute ein.

4. Antrag inhaltlich ausarbeiten

Der Akkreditierungsantrag beschreibt in erster Linie, wie Sie Mobilitätsaktivitäten strategisch in die Entwicklung Ihrer Einrichtung einbinden. Die Fragestellungen beziehen sich nicht auf die einzelnen Lernenden und das Management der Lernaufenthalte, sondern darauf wieweit diese Aufenthalte die institutionelle Entwicklung der Einrichtung fördern sollen.

Das Herzstück des Antrags ist der ErasmusPlan. Hier setzen Sie langfristige, messbare Ziele, beschreiben die Anzahl der geplanten Aktivitätstypen und zeigen auf, wie Ihre Einrichtung den Plan personell umsetzt. Mit dem Einreichen des Antrags verpflichten Sie sich die Erasmus Qualitätsstandards einzuhalten.

Wann wird der ErasmusPlan gut?

  • Planen Sie kohärent und für Ihre Organisation, ihre Erfahrung und ihre Ambitionen angemessen.
  • Definieren Sie konkrete Ziele.
  • Beziehen Sie sich auf die Bedürfnisse und Herausforderungen Ihrer Organisation.
  • Arbeiten Sie mit mehreren KollegInnen verschiedener Ebenen an Ihrem Erasmus Plan.
  • Planen Sie Schritt für Schritt. Sie können sich innerhalb der Akkreditierung entwickeln.

Zur Ausarbeitung des Antrags hilft Ihnen unsere Anleitung "Schritt für Schritt durch das Antragsformular".


Wir empfehlen Ihnen die Möglichkeiten der NA zur Beratung bei Fragen rund um die Akkreditierung.

 

5. Auswahlverfahren und Förderkriterien

Nach der Einreichung wird Ihr Antrag zuerst nach formalen Kriterien geprüft.

Die inhaltliche Bewertung erfolgt durch geschulte Gutachterinnen und Gutachter nach vier Leitaspekten:

  • Relevanz des Antrags (10%)
  • Erasmus Plan Ziele (40%)
  • Erasmus Plan Aktivitäten (20%)
  • Erasmus Plan Management (30%)

In jedem dieser Bereiche muss eine Mindestpunktzahl (5/20/10/15) erreicht werden. Die Unterschreitung der Mindestpunktzahl in einem Bereich führt zur Ablehnung des Antrags. Alle Anträge werden in allen Bereichen durchbewertet, auch wenn die Mindestpunktzahl in einem Bereich unterschritten wurde. Insgesamt müssen die Anträge mindestens 70 Punkte erzielen, damit sie eine Förderung erhalten können.

Eine Förderentscheidung erhalten Sie Mitte Februar 2021.

 

6. Auf einen Blick: Dokumente und Tools zur Antragstellung 2020

Organisationsregistrierungssystem und OID  

 Zum Organisationsregistrierungssystem (ORS)

 

Sie haben noch keine OID? Bitte lesen Sie die folgenden Hinweise:

 Hinweise zur Registrierung und eine Anleitung zum Verfahren

Folgende Dokumente müssen im Organisationsregistrierungssystem hochgeladen werden:

 Formblatt Rechtsträger für private Einrichtungen

 Formblatt Rechtsträger für öffentliche Einrichtungen 

 Formblatt Finanzangaben

 Nachweis der Rechtsfähigkeit der Einrichtung (z. B. Auszug aus dem Handels- oder Vereinsregister, Schreiben der übergeordneten Behörde oder Auszug aus dem Schulverzeichnis usw.)

Die Antragstellung erfolgt in diesem Jahr über die Online-Plattform "Erasmus+ Forms".  Bitte verwenden Sie nicht den Internet Explorer als Browser.

 Für Mobilitätsanträge im Bereich der Berufsbildung verwenden Sie bitte das Antragsformular mit der Kennung KA120-VET.

 

Der Antrag wird nur bearbeitet, wenn er elektronisch eingereicht wurde.

Kalkulieren Sie ausreichend Puffer für Unwägbarkeiten in letzter Minute ein.