Nicht nur für Sprachlehrkräfte - Good Practice

Methodenorientierte Fortbildung in Dublin

Seit das Hans-Böckler-Berufskolleg im Jahr 2015 die Mobilitätscharta erhalten hat, gehört die Qualifizierung des Bildungspersonals fest in die Planung der Internationalisierungsstrategie der Schule. Die Fortbildung zum CLIL-Konzept „Content and Language Integrated Learning“ in Dublin hat die Fachlehrerinnen und -lehrer besonders überzeugt. Von den Ergebnissen dieser Schulung proftieren die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler.

Fachinhalt und Sprache zeitgleich vermitteln

Im Februar 2018 verbrachten 16 Kolleginnen und Kollegen des Hans-Böckler-Berufkollegs in Marl in zwei Gruppen jeweils eine Woche in Dublin, um sich beim Alpha College of English in CLIL fortzubilden. CLIL? Die Abkürzung steht für „Content and Language Integrated Learning“. Innerhalb eines Lernangebots Fachinhalt und Sprache gemeinsam zu vermitteln – das ist das Ziel dieses Unterrichtskonzepts. Die vier Elemente, die jede CLIL-Stunde beinhaltet, sind

  • Content,
  • Communication,
  • Cognition und
  • Culture,

die in unterschiedlichen Ausprägungen die Schülerinnen und Schüler zur Auseinandersetzung mit den Unterrichtsinhalten anregen.

Großes Interesse aller Lehrkräfte

Für das Hans-Böckler-Berufskolleg ist dieses Konzept in zweierlei Hinsicht interessant:

  • zur gemeinsamen Vermittlung von Englisch und Fachinhalten,
  • aber auch zum generellen Abbau von Sprachhemmnissen bei Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften.

„Die Entwicklung einer Fehlertoleranz hilft sehr, die Schülerinnen und Schüler in ihrem Ausdruck zu stärken. Es ermutigt sie, die englische Sprache ganz selbstverständlich auch außerhalb des Englischunterrichts anzuwenden“, sagt Carola Köhn, die Europakoordinatorin des Hans-Böckler-Berufskollegs. Gerade am Berufskolleg gibt es eine große Anzahl an Fächern, in denen sich CLIL verwirklichen lässt. Entsprechend groß ist das Interesse im Kollegium, sowohl im wirtschaftlichen als auch im naturwissenschaftlichen und pädagogischen Bereich. Die Lehrkräfte sind begeistert von der Fortbildung. „CLIL eröffnet uns einen alternativen Zugang zu den fachlichen Inhalten, auf die wir uns bisher beschränkt haben. Die Kombination von Sprach- und Sachkompetenzen fordert uns heraus, Unterrichtsplanung neu zu denken“, erklärt Carola Köhn.

Erlerntes direkt einsetzen

Die einwöchige Fortbildung bietet, neben der Einführung in CLIL und vielen hilfreichen methodischen und didaktischen Impulsen, die Möglichkeit eigene CLIL-Stunden zu planen und zu entwickeln. Für die Schule bedeutet dies, dass Ergebnisse aus Mobilitäten von Berufsbildungspersonal direkt in den Unterricht einfließen können. Schülerinnen und Schüler haben nun die Möglichkeit, demnächst mehr Englisch in neuen Kontexten zu lernen.

Aufgrund der großen positiven Resonanz werden schon im Herbst 2018 die nächsten zehn Lehrerinnen und Lehrer zur CLIL-Fortbildung nach Irland fahren, um ihre eigenen Erfahrungen zu sammeln.

Seit zwölf Jahren führt das Berufskolleg bereits Erasmus+ bzw. Leonardo-Projekte im Bereich Berufsbildung durch. Seit die Schule 2015 die Mobilitätscharta verliehen bekommen hat, haben sich die geförderten Lehrkräfte-Fortbildungen und Jobshadowings in Europa fast verfünffacht, denn die Qualifizierung des Bildungspersonals ist Teil der Internationalisierungsstrategie. Gezielt Gruppenfortbildungen zu bestimmten Themen – wie hier dem CLIL – anzubieten ist neu, hat aber alle überzeugt. Die Schulleitung stellt die Lehrkräfte für die Woche frei, finanziert wird die Fortbildung über die Erasmus+-Fördermittel.