Pharmazie-Absolventinnen und -Absolventen erweitern ihr Wissen in englischen Laboren - Aus der laufenden Projektarbeit

Eine Zusatzqualifikation an einer Universität in England? Sechs technische Assistentinnen und Assistenten aus Baden-Württemberg durften im Anschluss an ihre Ausbildung ein halbjähriges Praktikum in der pharmazeutischen Abteilung der Universität von Reading absolvieren. Ein echter Mehrwert für ihren beruflichen Werdegang!

PTA, UTA und CTA auf neuen Wegen

Foto: Michal Jarmoluk auf Pixabay

Das Kreisberufsschulzentrum in Ellwangen hat für einen Umweltschutz-technischen Assistenten (UTA), drei Pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) sowie zwei Chemisch-technische Assistentinnen (CTA) einen sechsmonatigen Praktikums-Aufenthalt im britischen Reading organisiert. Und das, obwohl die sechs ihre Ausbildung bereits abgeschlossen hatten.

Diese drei technischen Ausbildungsgänge sind sehr anspruchsvoll und haben sehr spezifische fachliche Ausrichtungen. Bei den PTA liegen die Schwerpunkte unter anderem bei der Galenik und der Arzneimittelkunde, während sich die CTA im Labor auf organische Chemie und Synthesemethoden fokussieren und die UTA sich auf Kontroll- und Steuerungstechniken sowie Umwelttechnik spezialisieren. Gemeinsam haben die drei Ausbildungsgänge, dass ein Auslandsaufenthalt während der Ausbildungszeit schwer umsetzbar ist. Die Lehrpläne sind sehr voll, es werden viele naturwissenschaftliche Fachinhalte unterrichtet. Darüber hinaus sind die Laborzeiten hoch und es werden zeitgleich Facharbeiten geschrieben. Bei diesem Leistungspensum ist ein Auslandsaufenthalt schwer zu integrieren. Ein Auslandspraktikum nach der Ausbildung ist für Absolventinnen und Absolventen dieser Ausbildungsgänge also ideal.

Was gibt es Neues? Spektrometer und Oligomeren

Die Universität von Reading in Großbritannien hat seit vielen Jahren Erfahrungen mit europäischen Austauschprogrammen. Inzwischen sind viele Abteilungen wie die Pharmazie, die Chemie und die Ernährungswissenschaften in die Zusammenarbeit eingebunden.

Dadurch waren auch die Projekte, an denen die Teilnehmenden mitwirken konnten, sehr vielseitig: Grundlagenforschung zu den Wechselwirkungen verschiedener Ruthenium-Komplexe mit Oligomeren, Messungen von Nitrit- und Nitrose-Verbindungen, Analyse von fotochemischen Reaktionen von DNS-Molekülen sowie die Durchführung von Versuchsreihen mit Probanden sind Beispiele für die komplizierten Vorgänge, die kennen gelernt wurden. So konnten die Teilnehmenden auch ihren Umgang mit verschiedenen Analysegeräte erweitern, wie z.B. Massenspektrometern, Schlenkanlagen oder Kernresonanzspektrometern. Es wurden viele Instrumente verwendet, die in ihrer täglichen Arbeit in Deutschland nicht zur Verfügung stehen. Zudem unterstützten die Absolventinnen und Absolventen bei der Grundlagenforschung und wurden sogar in Veröffentlichungen namentlich erwähnt.

Networking der englischen Art

Foto: Pedro Lastra auf Pixabay

Die Teilnehmenden hatten freien Zugang auf den gesamten Campus und konnten Kontakt zu Studierenden und Lehrenden außerhalb ihrer Abteilung knüpfen. Es herrscht immer noch reger Kontakt über die Nordsee hinweg, denn die Teilnehmenden sind interessiert, wie es in ihren Forschungsprojekten weitergeht. Für drei Teilnehmenden steht auch der nächste Besuch schon fest. 

Ein Plus für den beruflichen Werdegang

Durch ihre Zusatzqualifikation und ihre Auslandserfahrung sind die Rückkehrer beliebt bei deutschen Arbeitgebern. Die Erfahrungen mit teuren Großgeräten müsste sonst noch mühsam erarbeitet werden. Ein Teilnehmer ist gleich in Reading geblieben - da ihm direkt vor Ort ein Arbeitsvertrag angeboten wurde. Für alle Teilnehmende ist klar: Der Aufenthalt hatte es in sich!