Kooperationspartnerschaften - Europäische Zusammenarbeit in der Berufsbildung

Kooperationspartnerschaften dienen dem Austausch oder der Unterstützung von Innovationen. Abhängig von den Projektzielen, den beteiligten Organisationen oder der angestrebten Wirkung können diese Projekte von unterschiedlicher Größe und Reichweite sein und dementsprechend ihre Aktivitäten anpassen.

Sie können – je nach Konzeption des Projektes – auch eine Förderung für die Erstellung von qualitativ hochwertigen, innovativen Projektergebnissen erhalten.

Kooperationspartnerschaften

  • unterstützen den Aufbau und die Stärkung von Netzwerken.
  • stärken Kapazitäten für transnationale Arbeit.
  • fördern den Austausch von Ideen, Methoden und Praktiken.
  • schaffen innovative Ergebnisse.
  • verbreiten und nutzen bereits existierende und/oder neu geschaffene Produkte und Ideen.
Grundlagen einer Kooperationspartnerschaft

Antragstellung: durch die koordinierende Einrichtung für die gesamte Partnerschaft

Anzahl der Partner:

  • mindestens drei Einrichtungen aus drei Programmländern;
  • keine Obergrenze, aber maximal 10 Partner erhalten Fördermittel für Projektmanagement und Durchführung

Projektdauer: zwischen 12 und 36 Monaten, in Abhängigkeit vom Ziel des Projekts und vom Umfang der geplanten Aktivitäten

Förderung: zwischen 100.000 € und 400.000 €, in Abhängigkeit vom Ziel und von der Dauer des Projekts und vom Umfang der geplanten Aktivitäten

Projektstart:

  • bei Antragstellung zum 21. Mai 2021 zwischen dem 01.11.2021 und dem 28.02.2022
  • bei Antragstellung zum 3. November 2021 zwischen dem 01.03.2022 und dem 31.05.2022
Wer kann einen Antrag stellen?

Alle öffentlichen oder privaten Einrichtungen, die im weitesten Sinn in der beruflichen Bildung tätig sind, können eine Kooperationspartnerschaft beantragen oder als Partnereinrichtung mitwirken. Dies sind unter anderen

  • Berufsbildungseinrichtungen
  • Berufsbildungszentren und -organisationen
  • Forschungszentren und -einrichtungen
  • Gebietskörperschaften
  • Hochschulen
  • Institutionen des Bundes, der Länder oder Gemeinden
  • Kammern
  • Nichtregierungsorganisationen
  • Sozialpartner
  • Unternehmen
  • Verbände
Was und wie wird bezuschusst?

Die Förderung erfolgt mittels eines Baukastensystems. Aus diesem können – je nach geplanten Projektaktivitäten und angestrebten Zielen – einzelne Module ausgewählt werden:

  • Projektmanagement und Implementierung: Dieses Modul umfasst die Aktivitäten zur Durchführung, Umsetzung und Verbreitung und ist Bestandteil jeder Kooperationspartnerschaft.
  • Transnationale Treffen: Dieses Modul beinhaltet grenzüberschreitende Projekttreffen von mindestens zwei Partnereinrichtungen.
  • Transnationale Lehr- und Lernaktivitäten: Mit diesem Modul ist es möglich, Mobilitäten von Lernenden und/oder Bildungspersonal in das Projekt zu integrieren, sofern sie erforderlich sind, um die Ziele und die vorgesehenen Ergebnisse des Projekts zu erreichen (z.B. als Testphase für entwickelte Projektergebnisse).
  • Besonderer Bedarf: Diese Kostenkategorie bezieht sich auf den Mehrbedarf an Aufwendungen für die Einbeziehung von Menschen mit geringeren Möglichkeiten.
  • Außergewöhnliche Kosten: Diese Kostenkategorie umfasst unter anderem Dienstleistungen, die nicht von den beteiligten Partnern erbracht werden können, und speziell für das Projekt benötigte Ausrüstungsgegenstände sowie Kosten für eine Bankgarantie.

Kooperationspartnerschaften mit eigenständigen Projektergebnissen

Diese beinhalten zusätzlich folgende Module:

  • Projektergebnisse: Dieses Modul beinhaltet die Erarbeitung von Bildungsprodukten, die substantiell in Qualität und Umfang sind und von Dritten genutzt werden können. Zu diesem Zweck sind alle Produkte nach Projektende im Rahmen von „open licences“ kostenlos über das Internet zugänglich zu machen.
  • Multiplikatorenveranstaltungen: Dies sind Veranstaltungen zur Verbreitung der oben genannten „Projektergebnisse“.

Förderung auf Basis von Stückkosten: Um eine möglichst einfache Antragstellung und Abrechnung zu gewährleisten, erfolgt die Förderung im Wesentlichen auf der Basis von Einheitskosten („unit costs“).

Förderung auf Basis der tatsächlichen Kosten: Werden prinzipiell Einheitskosten als Basis für die Förderung genommen, gilt dies nicht für die die Module „Außerordentliche Kosten“ und „Besonderer Bedarf“. Hier wird auf der Basis der tatsächlichen Kosten gefördert.

Teilnehmende Staaten

Kooperationspartnerschaften sind länderübergreifende Projekte, an denen mindestens drei Organisationen aus drei unterschiedlichen Programmländern beteiligt sein müssen. Als Partnereinrichtung (nicht jedoch als antragstellende Einrichtung) kommen auch Organisationen aus Partnerländern in Betracht.


33 Programmländer

  • EU-Mitgliedstaaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowenien, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern
  • Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien, Türkei


Einrichtungen aus Partnerländern

Einrichtungen aus Partnerländern (u.a. Nicht-EU-Länder und Staaten anderer Kontinente) können an einer Kooperationspartnerschaft in der Berufsbildung teilnehmen, wenn sie einen wesentlichen Mehrwert für das Projekt erbringen.


Assoziierte Partner

Zusätzlich zu den formell teilnehmenden Partnereinrichtungen können Kooperationspartnerschaften auch andere Partner aus dem öffentlichen oder privaten Sektor einbeziehen, die zur Umsetzung spezifischer Projektaufgaben beitragen. Diese erhalten jedoch keine Fördermittel. Ihre Rolle innerhalb des Projektes sollte im Antragsformular klar beschrieben werden.

Europäische Grundlagendokumente

Mehr zur grundsätzlichen Philosophie des Programms, den spezifischen Zielen für die Berufsbildung und den Verfahren zur Antragstellung finden Sie in den Grundsatzdokumenten der EU-Kommission:

  • Der Europäische Ratsbeschluss regelt den rechtlichen Rahmen des Programms Erasmus+.
  • Der Europäische Aufruf fordert jährlich zur Einreichung von Projektvorschlägen (Anträgen) auf. Im Aufruf sind Fristen und Budget der jeweiligen Aktionen festgelegt.
  • Der Programmleitfaden (Programme Guide) beschreibt die europäischen Prioritäten und Förderkriterien sowie administrative Einzelheiten aufgeschlüsselt nach Aktionen. Er ist das zentrale Dokument zur Vorbereitung auf Antragstellung und Durchführung.


Sie finden diese und weitere Dokumente zur aktuellen Antragsrunde in unserem Menüpunkt Antragsverfahren.

Dokumente früherer Antragsrunden finden Sie im unter dem Menüpunkt Erasmus+ bis 2020 Durchführung.