EM.edu - Virtuelle Simulation in der Notfallmedizin - Good Practice

Bei Rettungseinsätzen sind die Notfallsanitäter in der Regel noch vor den Notärzten an Ort und Stelle und übernehmen die Erstversorgung. Dafür sind verschiedenste Kompetenzen notwendig, die in der beruflichen Aus- und Weiterbildung vermittelt werden müssen. Um Fachwissen mit möglichst realitätsnahen Ausbildungssituationen zu verbinden, benötigen Bildungseinrichtungen wie auch Lehrkräfte geeignete Instrumente, um diesem anspruchsvollen Ziel gerecht zu werden. Die Strategische Partnerschaft „EM.edu“ hat dafür erfolgreich Virtual Reality eingesetzt.

Multimediale Methoden in der Notfallmedizin

Vier Bildungseinrichtungen aus der Notfallmedizin aus vier europäischen Ländern haben hierzu in den Jahren 2017 bis 2020 zusammengearbeitet und Konzepte und Strategien für eine erfolgreiche und effektive Bildungsarbeit im Rettungsdienst entwickelt.

Dabei haben sie sich an der Frage orientiert, wie die Bildung im Klassenzimmer einer Berufsfachschule für Notfallsanitäter sowie an den praktischen Lernorten, auf der Rettungswache und in der Klinik zukünftig tatsächlich umgesetzt werden soll. Dabei ging es nicht nur um die didaktische Aufbereitung, sondern konkret um die Lehrenden und deren Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung des neuen Berufsbildes.

Alle Projektpartner - die Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth als Organisator, der Arbeiter-Samariter-Bund Österreich, der Landesrettungsverein Weißes Kreuz in Südtirol sowie das Emergency-Schulungszentrum in der Schweiz - sind angesehene und erfahrene Akteure und verfügen über langjährige Erfahrungen in der Notfallmedizin.

Entstanden sind diese Projektergebnisse:

Lernen in der SIM.Box

Die SIM.Box - der Prototyp eines VR-Simulationsraums

Auf der Basis von Virtual Reality wurde ein Simulationsraum entworfen – die SIM.Box. Dieser Prototyp ist ein neuartiger 5 x 5 x 2,5 m großer und mobiler Unterrichtsraum, in dem über audiovisuelle Projektionen eine der Realität nachempfundene Umgebung geschaffen wird.

Die Schulungsteilnehmenden lernen hier – mit dem dazugehörigen Lärm und in die jeweilige Stresssituation versetzt –, Patientinnen und Patienten in Notfallsituationen zu versorgen, so zum Beispiel auf einer Straßenkreuzung, einer Autobahn oder in einem Waldgebiet. Das Training wird gefilmt, über einen Video-Stream von einer Lehrkraft beobachtet sowie bewertet und später mit den Schülerinnen und Schülern in einem abschließenden Gespräch besprochen.

Aber sehen Sie selbst:

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SIM.Box - Virtuelle Simulation in der Notfallmedizin; Dauer: 8:12 Minuten

 

EM.edu Handlungsempfehlungen für die rettungsdienstliche Bildung in Europa

In der knapp 200 Seiten starken Publikation werden innovative Methoden aufgezeigt, die den speziellen Bedürfnissen des Berufsfeldes Rechnung tragen. So werden verschiedene Unterrichtsmethoden zur Entwicklung von Handlungskompetenz aufgezeigt, Empfehlungen zur Verknüpfung von Theorie und Praxis gegeben, das Thema Feedback eingehend beleuchtet, und auch szenarienbasiertem Lernen sind einige Kapitel gewidmet. Aus aktuellem Anlass wurden die Kapitel „E-Learning“ und „Unterricht während einer Pandemie“ hinzugefügt.

  • Download der Handlungsempfehlungen (PDF)

EM-Tube – Leitfaden zur Produktion von Lehrvideos

Hierbei handelt es sich um eine Publikation, die Tipps zur Produktion von Lehrvideos gibt, und wie diese im Unterricht zielführend eingesetzt werden können. Neben den erforderlichen Schritten vom Drehbuch zur Produktion und den technischen Voraussetzungen informiert der Leitfaden auch über rechtliche Gegebenheiten.

Videobegleitung der SIM.Box

Simulation als Bestandteil des Unterrichts

Neben den anderen Projektergebnissen wird die SIM.Box bei der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth (AGNF) und auch bei den Partnern im Unterricht eingesetzt. Viele andere Bildungseinrichtungen im Rettungswesen haben zudem bereits Interesse bekundet, die SIM-Box auch in ihrem Unterricht nutzen zu wollen.

Darüber hinaus plant die Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth e. V., die SIM.Box auch künftig weiterzuentwickeln. So sollen zum Beispiel weitere Szenarien gefilmt, die Interaktivität erhöht, ein stationäres Modell produziert und ein Angebot zum Ausleihen erstellt werden.

Weitere Informationen

Bilder im Text: © Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth e.V.