ERASMUS3D+ - Schulungsmaterialien für den 3D-Druck - Good Practice

17.07.2018

Bedeutende Fortschritte in der additiven Fertigung, allgemein bekannt als 3D-Druck, haben in den letzten zehn Jahren die Art und Weise verändert, in der Produkte entworfen, entwickelt, hergestellt und vertrieben werden. Die Möglichkeiten und Vorteile des 3D-Drucks gegenüber der traditionellen Fertigung eröffnen viele Chancen für Branchen, angefangen von Produktdesign und -entwicklung, Anpassungsservice bis hin zur Umstrukturierung der Lieferkette für eine höhere Effizienz. Gleichzeitig erweitert die Technologie den möglichen Gestaltungsspielraum und eine weitgehende Individualisierung von Produkten.

© Foto: Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Das Projekt "ERASMUS3D+: Schulungsmaterial für die Entwicklung von 3D-Druckern" hatte es sich zum Ziel gesetzt, online-Trainingsmaterial für Schüler/-innen, Studierende, Lehrer/-innen, Berufstätige und Unternehmen zu entwickeln und auf einer Lernplattform zur Verfügung zu stellen.

Neue Anforderungen erfordern passgenaue Qualifizierung

Als strategische Partnerschaft von Bildungsanbietern, Hochschuleinrichtungen und Wirtschaftsverbänden aus vier europäischen Ländern bezog das Konsortium zudem vor Ort wichtige Interessengruppen wie Unternehmen, regionale Institutionen und Berufsbildungseinrichtungen ein, um deren Anforderungen in die Entwicklung der Schulungsmaterialien einfließen zu lassen.

Folgende Ergebnisse resultierten aus dem Projekt:

Die Studie zur 3D-Druckindustrie liefert eine vollständige Analyse der aktuellen Qualifikationsanforderungen der Europäischen 3D-Druckindustrie um Vergleich zum aktuellen Schulungsangebot in Europa.

Das Dokument zu Trainingspfad, Lerninhaltsstruktur und Richtlinien für Trainer fasst den gemeinsamen Lehrplan zusammen, informiert über seine Klassifizierung in Bezug auf den EQR und definiert Ausbildungsziele, Lerneinheiten sowie Schulungs- und Bewertungsmethoden. Jeder Einheit wurden zudem ECVET-Punkte zugeordnet.

Die eLearning-Plattform umfasst vier Kurse, die sich mit theoretischen Konzepten des 3D-Drucks befassen. Die Kurse sind auf drei verschiedene Lernendenprofile zugeschnitten. Alle Materialien der Module (Slides, PDF-Dokumente und Videos) sind auf der Plattform in fünf Sprachen für alle Interessenten offen verfügbar.

Darüber hinaus liefern fünf englischsprachige Webinare einen Überblick zu den Zielen und Inhalten des Projekts. Sie sind auf Youtube zu finden. 

Gemeinsam erfolgreich

Mit diesem Projekt wurde dem Qualifizierungsbedarf in einem schnell wachsenden Sektor Rechnung getragen. Durch die Einbeziehung wichtiger Akteure aus Hochschule, Wirtschaft und regionalen Bildungsanbietern wurde ein passgenaues Angebot geschaffen, das auf die jeweiligen Zielgruppen der Lernenden zugeschnitten ist.

Reges Interesse erreichte das Projekt auch auf der Fachkonferenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesinstituts für Berufsbildung „Berufsbildung 4.0 Zukunftschancen durch Digitalisierung“ am 28. und 29. November 2017.