Learning e-Mobility Plus - Good Practice

23.05.2018

„Learning eMobility Plus“ zeigt exemplarisch auf, wie die Akteure auf die rasanten technologischen Entwicklungen im Bereich Elektromobilität und den Ausbau von beruflichen Kompetenzen mit neuen Angeboten in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung im Kfz-Sektor reagieren können – regional, national und europäisch.

New skills im Spannungsfeld Elektromobilität in der Kfz-Technik

In der von der BGZ Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mbH koordinierten Partnerschaft kooperierten neun Partner aus Deutschland, Polen und Italien - wo die Elektromobilität gegenwärtig einen Entwicklungsschub erfährt. Ziel war es, Möglichkeiten für Kooperationen von Berufsbildung, Wissenschaft und unternehmerischer Praxis exemplarisch zu entwickeln und einen gegenseitigen Erfahrungs- und Wissenstransfer zu etablieren.

Im Vordergrund stand die gemeinsame Entwicklung eines innovativen, handlungsorientierten Lernenvironment, das technologische Anforderungen praxisnah umsetzen lässt, bereichsübergreifend Kompetenzen im Bereich Elektro-Kfz-IT abbildet und dabei berufliche Bildung enger mit Hochschulen verzahnt. Das Projekt zeigt, wie Innovationen in der Fahrzeugtechnik in reguläre Bildungsgänge adaptiert werden können, die über das traditionelle Berufsschulbild hinausgehen. Gleichzeitig wird die Berufsbildung für Jugendliche attraktiver, vor allem auch durch neue Lernformen und die Verbesserung der Durchlässigkeit zur akademischen Bildung.

 

Betriebliche Ausbildung und Studium verknüpfen

Gemeinsam mit Auszubildenden der Kfz-Innung Berlin und Studierenden der HTW Berlin wurde ein komplexes technisches System aus dem Bereich der Elektromobilität als Demonstrator nachgebaut. Die Idee: Auszubildende und Studierende sind die Kunden ihres eigenen Systems. Die Arbeiten im Projekt liefen bei den Auszubildenden mit der Ausbildung parallel, bei den Studierenden wurde das Projekt über vier Semester innerhalb eines zweistündigen Wahlpflichtfaches durchgeführt. Dabei wurde versucht, für Auszubildende und Studierende eine gemeinsame Arbeitsgrundlage zu finden. „Das Besondere am Projekt ist, dass unsere Auszubildenden direkt mit Studenten in Kontakt treten, Kenntnisse austauschen und voneinander lernen. Auch die Tatsache, dass sie an der Entwicklung der Lernmittel selbst mitwirken, eröffnet neue Perspektiven, die über ihre klassische berufliche Ausbildung hinausgehen“, betont Dieter Rau, Geschäftsführer der Kfz-Innung Berlin.
Die gemeinsame Arbeit bei der Systemanalyse und die Definition des Demonstrators ist ein Weg, Diskrepanzen in den unterschiedlichen Wissensniveaus und Fähigkeiten zu umgehen. Die polnischen und italienischen Partner arbeiteten bei dem Bau ihrer Modelle analog. „Die Projektpartnerschaft beweist, dass Ausbildung und Studium, Fahrzeugtechnik, Elektronik und E-Mobility keine unauflösbaren Spannungsfelder darstellen müssen“, unterstreicht Prof. Dr.-Ing. Michael Lindemann von der HTW Berlin.

Im Projekt ging es im Besonderen um neue Lernformen und partizipative Lernenvironments, die sowohl in der beruflichen als auch der universitären Ausbildung eingesetzt werden können und damit um eine stärkere Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung. Das Projekt beschränkte sich nicht nur auf die Entwicklung solcher Lernmodelle, sondern erarbeitete auch Empfehlungen für Transfer und Integration in Ausbildungsgänge.

 

Gemeinsam Lernen - Kooperation mit Betrieben

Durch die gezielte Ansprache in den Partnerländern haben sich die Betriebe aufgeschlossen gezeigt, ihre betriebliche Praxis für die Themen der Elektromobilität zu öffnen und an der Entwicklung von Lernmodellen für die Erstausbildung mitzuarbeiten. Dabei ist es in Italien und Polen gelungen, trotz eher schulisch geprägter Berufsausbildung Netzwerke aufzubauen, die die Kooperation zwischen Schule und Betrieb stabilisieren, so dass die praxisbezogene Kompetenzvermittlung an die Lernenden gewährleistet werden konnte.
Der Austausch zur Hochvolttechnik wurde besonders durch die unterschiedlichen Bildungssysteme der Länder sowie die unterschiedlichen Schwerpunkte der Akteure bereichert.