ModuSOL: Entwicklung digitaler modulgestützter selbstorganisierter Lehr- und Lernarrangements für benachteiligte Zielgruppen - aus der laufenden Projektarbeit

Häufig genügt der alleinige Nachweis eines formalen Abschlusses nicht mehr, um Tätigkeiten in einem bestimmten Beruf kompetent erfüllen zu können. Digitale Lernformate bieten sich als Unterstützung in Lehr-/Lernarrangements an, da sie mehr Freiraum für kooperatives Lernen ermöglichen. In den Berufsfeldern des Bauhauptgewerbes oder dem Handwerk allgemein bedarf es einer stärkeren Implementierung digitaler Lernformate. Digitale Lernformate prägen die Selbststeuerungskompetenz Lernbenachteiligter, da sie die Möglichkeit zu Visualisierung, Kommunikation und Kooperation in einem durch den Lernenden selbstständig zu organisierenden Lernrahmen eröffnen. 

© Berufsförderungswerk der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg gGmbH

Im Rahmen der Abschlusskonferenz der Strategischen Partnerschaft ModuSOL am 11. September 2019 in Berlin wurden den Teilnehmenden aus den Bereichen Bildung, Arbeit, und Wirtschaft von den fünf Partnerinstitutionen die Projektidee, ihre Umsetzung und die Ergebnisse und Produkte vorgestellt. 

Die Projektidee

Gemeinsames Ziel war es, ein digitales, modulgestütztes, selbstorganisiertes Lernen im Sinne des E-Learning 2.0 zu entwickeln, welches gemeinsam von Lehrenden und Lernenden gestaltet wird und benachteiligte Zielgruppen in gesteigertem Maße an der beruflichen Bildung partizipieren lässt. Digitale Lernformate sind – so die Grundannahme des Konsortiums – eine besondere Unterstützung in Lehr-/Lernarrangements, da sie mehr Freiraum für kooperatives Lernen ermöglichen.

Kernelemente hierbei sind:

  • Individualisierung des Lernens
  • Motivation zum lebenslangen Lernen
  • Lernen durch Mitgestaltung und Freude
  • Fachkräfte- und Führungskräftesicherung durch Digitalisierung. 

Die Umsetzung

Das europäische Projekt ModuSOL hat während der zweijährigen Projektdauer methodisch-didaktische Konzepte und Curricula zur Erweiterung von Kompetenzen bei Lehrenden und Lernenden erstellt, erprobt, mit Videos angereichert und ausgewertet. Höhepunkte der Projektlaufzeit waren zwei jeweils dreitägige transnationale Lernaktivitäten in Santander (Spanien) und Prag (Tschechische Republik) mit jeweils 25 Lehrenden aus den Partnerinstitutionen in Dundee (Schottland), Schwerin, Prag, Santander und Berlin. Hierbei wurden bestehende Erfahrungen mit div. digitalen Tools ausgetauscht, neue entwickelt, in Rollenspielen getestet, per Videos festgehalten und von den Fachleuten selbst ausgewertet.

Die dabei entwickelten Konzepte, Curricula, Drehbücher für Videos und eine Auswahl an produzierten Videosequenzen wurden als Handreichung in E-Book-Format zusammengetragen. Das E-Book steht in den gängigsten Reader-Formaten (.epub, .mobi, .pdf) in den vier Partnersprachen zum freien Download auf der Projektwebseite zur Verfügung. Ebenfalls stehen die in das E-Book per Link integrierten Videos in den vier Sprachen (Untertitel) der Projektpartner auf YouTube zur Verfügung. Die im E-Book zusammengetragenen Inhalte werden durch die Videos von Lernaktivitäten und Auswertungen von Lehrenden und Lernenden für den Lesenden erlebbarer. 

Nutzung der Ergebnisse

Schon jetzt finden die Ergebnisse der Projektlaufzeit Eingang in die Umsetzung der Lehrpläne der Partner. Nach der Veranstaltung haben weitere Einrichtungen (Bildungsträger sowie Ausbildungsbetriebe) Interesse an einer Umsetzung der Empfehlungen aus dem E-Book geäußert. Die Partnerschaft ModuSOL wird sowohl durch die bereits im Projektzeitraum gewachsenen Netzwerke als auch die nach der Abschlusskonferenz hinzugekommenen Kooperationsanfragen die Ergebnisse und Erfahrungen der europäischen Partnerschaft auf die Verstetigung dieser durch Aufnahme in Lehrpläne hinarbeiten. 

 

Stakeholder sind vom Anwendungspotential überzeugt

„Die Projektumsetzung und –ergebnisse von ModuSOL haben großes Interesse bei uns geweckt. Wir werden auf das Handbuch in E-Book-Format zurückgreifen um Kompetenzerweiterungsmodule in unsere Bildungsangebote einzubinden. Wir sehen darin eine erforderliche und sinnvolle Ergänzung unserer Bildungsarbeit. Die Verzahnung zwischen unserer Arbeit mit Schülerinnen und Schülern und der nachgelagerten beruflichen Bildung kann somit besser ineinandergreifen. Wir freuen uns daher auf einen nachhaltigen Austausch“.

(Iris Andrae, Bereichsleitung PraxisLernen, Modul e.V. - Förderverein Modernes Lehren und Lernen in Schule, Aus- und Weiterbildung)

 

Die Projektergebnisse stoßen auf großes Interesse in der Praxis:

„Das Projekt ModuSOL ist für uns ein sehr anschauliches Beispiel für eine gelungene internationale Bildungszusammenarbeit, welche auch unseren Handlungsschwerpunkt darstellt. Die Dokumentation und Darstellung des europäischen Konsortiums in Form eines E-Books, welches mit Videos angereichert ist, ist ein nachvollziehbares Good-Practice-Bespiel, wie Innovationen in der Bildung auf internationaler Ebene geschaffen und umgesetzt werden können.“

(Kathrin Thierfeld, stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Stiftung HandWerk Stiftet Zukunft)


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