RISE – Start-ups und soziales Unternehmertum in der Berufsschule - Good Practice

Die Entwicklung unternehmerischer Kompetenzen ist kein Regelbestandteil der Berufsbildung in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Entsprechend verfügen die Berufsschulen und Akteurinnen sowie Akteure bislang nicht über das begünstigende Umfeld, die notwendigen internen Strukturen und die erforderlichen Kompetenzen. Die Strategische Partnerschaft „RISE“ unter Koordination des Instituts Technik und Bildung der Universität Bremen setzte sich daher zum Ziel, Berufsschulen in Deutschland, Spanien und Slowenien bei der Einrichtung von „Regional Innovation Hubs“ zu unterstützen. Das Vorgehen wurde dabei durch einen konkreten Work-based-Learning-Ansatz gestützt, bei dem Auszubildende mit der Unterstützung ihrer Lehrkräfte selbst organsiert und praxisnah unternehmerische Kompetenzen erlernten.

Im Projekt „RISE – Regional Innovation Hubs Strengthening Social Entrepreneurship through Cross-Border Community Projects“ kooperierten drei Berufsschulen aus drei städtischen Regionen in Europa (Bremen, Valencia, Kranj), um soziokulturelle Probleme im Umfeld der jeweiligen Schulen mittels unternehmerischer Arbeits- und Problemlösetechniken – unter anderem „Design Thinking“ – in drei bilateralen „Cross-Border Community Projects“ zu lösen. Gezielt eingebunden wurden Institutionen aus der jeweiligen Region, wie zum Beispiel Start-ups.

Selbständigkeit als Option für die Zukunft

In der beruflichen Bildung sind neue Lernansätze erforderlich, bei denen junge Menschen eine maßgeschneiderte unternehmerische Ausbildung erhalten, die ihre Kreativität und ihr Selbstvertrauen stärken sowie ihre Chancen erhöhen, eine Arbeit zu finden oder eine selbständige Tätigkeit als Option für die Zukunft in Betracht zu ziehen.Infolgedessen wurden regionale Innovationszentren als Teil der Berufsschulen in den Partnerländern geschaffen und etabliert. Hier managten die Auszubildenden diese Innovation Hubs mit Unterstützung der Lehrkräfte selbst und entwickelten dabei praxisorientiert unternehmerische und soziale Kompetenzen.

Create, boost, inspire

Unter dieser Maxime erarbeitete das Projektkonsortium vier Instrumente, mit denen Auszubildende lernen sollen, Produkte zu gestalten und so ihre unternehmerischen Kompetenzen zu entwickeln. Diese können in vier Sprachen auf der Projektwebseite www.theriseproject.eu heruntergeladen werden.

Die erstellten Handbücher geben Auszubildenden reale Methoden und Werkzeuge aus der Start-up-Welt an die Hand. So werden mit dem „Leitfaden für Training zum sozialen Unternehmertum“ (PDF) Theorien und Wissen über Ideengenerierung und Problemlösung zur Verfügung gestellt.

Zusätzlich haben Lehrkräfte die Möglichkeit, auf einen detaillierten Trainer-Lehrplan zurückzugreifen, der bei der Leitung von Workshops eine Unterstützung bieten soll.

Werkzeuge für die Gründung innovativer Unternehmen

Wie testet man Ideen und Lösungen?

Das „Handbuch für das Validierungstraining“ (PDF) dient zur Übermittlung von Grundkenntnissen in der Anwendung verschiedener Testmethoden, Präsentation- und Kommunikationstechniken sowie dem Business Model Canvas.

Mit diesen Kenntnissen sollen Auszubildenden Instrumente mit auf den Weg gegeben werden, die einen Überblick über die wichtigsten Schlüsselfaktoren eines eigenen Geschäftsmodells ermöglichen und dabei helfen, Außenstehende von eigenen Produkten oder Dienstleistungen zu überzeugen.

Mit dem „Regional Innovation Hubs Entwicklungs- und Gründungshandbuch“ (PDF) werden derweil Schlüsselfaktoren für den Erfolg solcher „Innovation Hubs“ sowie weitere Grundlagen für den Betrieb und Erhalt dieser geliefert.

Damit soll auch anderen Einrichtungen ermöglich werden, ihr eigenes „Innovation Hub“ zu entwickeln und zu managen.

So werden regionale "Innovation Hubs" gegründet.

Anerkennung der unternehmerischen Kompetenzen

Die Trainings werden dabei von einem „Sozialunternehmerabzeichen (SEB)“ (PDF) ergänzt, welches die schlussendlich entwickelten unternehmerischen Kompetenzen der Lernenden prüfen und anerkennen soll.

Hierfür wird eine Methodik vorgestellt und werden Beschreibungen der erhaltenen Kompetenzen sowie die damit zusammenhängenden Lernfelder konkret benannt und erklärt. Mithilfe eines Fragepools sollen Lehrkräfte dann einen Test zusammenstellen können, der die erworbenen Kompetenzen überprüft.

RISE wirkt weiter

Die in den Schulen geschaffenen regionalen Innovation Hubs werden weiter betrieben, regionale Startup-Initiativen beteiligen Berufsschüler/-innen aus den Innovationszentren an ihren Startup-Events. Ein weiterer Erfolg: Der Ansatz wird zukünftig in einen spanischen Masterstudiengang für Unternehmertum aufgenommen.

Weitere Informationen

Bilder im Text: © Erasmus+ Project RISE sowie © Universität Bremen