Safeplacing – Risikoprävention mit Humor - Good Practice

Schwere Gesteinsbrocken, mit denen in großen Höhen unter Kälte oder Hitze gearbeitet werden muss, bilden in der Natursteinverarbeitung den Berufsalltag vieler Arbeitnehmer/-innen. Dabei kann schon eine kleine Unachtsamkeit zu einer ernsten Gefahr werden. Nicht umsonst liegt das höchste Unfallrisiko nach wie vor bei Berufen in der Baubranche. Aus diesem Grund hat sich die Strategische Partnerschaft „Safeplacing“ mit Präventionsmöglichkeiten häufiger Risikosituationen in der Natursteinindustrie befasst. Das Resultat: Zehn unterhaltsame 3D-Animationen für die berufliche Aus- und Weiterbildung, mit denen auch Personen mit fehlenden Sprachkenntnissen geschult werden können.

Besonders in Sektoren, in denen falsche Handlungsweisen schnell zu Unfällen und gesundheitlichen Langzeitschänden führen, müssen Arbeitnehmer/-innen effektiv in die Sicherheitsvorkehrungen eingearbeitet werden. Dabei stellen Sprachbarrieren oder eine mangelnde (Aus-)Bildung Hürden dar, die zu Lasten der Sicherheit gehen. Aus diesem Grund setzten sich sieben Organisationen aus fünf europäischen Ländern (Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und Ungarn) gemeinsam zum Ziel, notwendige Kriterien zu vereinheitlichen und Arbeitnehmer/-innen sowie Auszubildende besser in der Anwendung der Methoden der Risikoprävention auszubilden.

© Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V. (DNV) und Partner

Risikofaktoren erkennen und minimieren

  • Wie sichere ich mich an heißen oder windigen Tagen richtig?
  • Welche Sicherheitskleidung ist in bestimmten Situationen notwendig?
  • Wie werden spezielle Werkzeuge korrekt eingesetzt?
  • Wie schütze ich meine Gesundheit in gewissen Arbeitsalltagssituationen?

Das Konsortium legte seinen Fokus auf Risiken, die im Zusammenhang mit dem Transport und der Platzierung von Natursteinprodukten entstehen können. Die dort entwickelten Verfahren können darüber hinaus auch auf andere Materialarbeiten - und somit auf andere Arbeitsbereiche des Baugewerbes - übertragen werden. Die erstellten Inhalte des Projekts konzentrieren sich auf die berufliche Aus- und Weiterbildung und sollen den Erwerb grundlegender Kompetenzen im Bereich der Sicherheit erleichtern sowie gleichzeitig die Lernenden dazu anhalten, ihr Verhalten hinsichtlich der Sicherheitsvorschriften anzupassen.

Mit Charme und Humor auf Risikosituationen hinweisen

Dafür arbeitete das Projektteam unter der Leitung des Deutschen Naturwerkstein-Verbands e. V. zunächst Hauptrisiken sowie die häufigsten falschen Arbeitsverfahren in Natursteinunternehmen heraus. Auf Grundlage der Rechercheergebnisse wurden anschließend Risikosituationen und deren Prävention in Form von zehn 3D-Animationen visualisiert. Die im Fokus stehenden 3D-Charaktere demonstrieren humorvoll falsche Methoden und Handlungsweisen und zeigen damit, wie man sich nicht verhalten sollte.

Durch die Videos werden anschaulich wichtige Informationen vermittelt, die auch Personen außerhalb des Baugewerbes einen Einblick in die Sicherheitsrisiken geben. Da sich die Animationen auf eine nonverbale Kommunikation beschränken, vermitteln diese leicht verständlich die wichtigsten Sicherheitsaspekte am Arbeitsplatz der Natursteinindustrie. Auf diese Weise soll besonders Flüchtlingen und Einwanderern das Lernen erleichtert werden.

Die Strategische Partnerschaft „Safeplacing“ liefert mit ihren Produkten für die berufliche Aus- sowie Weiterbildung eine bildhafte Möglichkeit, für ein korrektes Präventionsverhalten am Arbeitsplatz zu sensibilisieren und so ein Bewusstsein für die Sicherheit im Baugewerbe zu schaffen. Die Partnereinrichtung Berufsbildende Schule 1 in Mainz nutzt die Videos bereits im Rahmen ihrer Unterrichtseinheiten für Steinmetz- und Steinbildhauer/-innen, an denen derzeit 120 Berufsschüler/-innen teilnehmen. Darüber hinaus wird ein berufsübergreifender Einsatz für weitere Lernfelder wie der Mauer/-innen, Zimmer/-innen und Fliesenleger/-innen in Erwägung gezogen. Der Einrichtung wurde durch das Projekt und dessen Ergebnisse ermöglicht, den wachsenden Anteil der Auszubildenden mit eingeschränkten Sprachkenntnissen wirksam zu unterstützen und informieren.


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