v-UPGRATeS – Stärkung der digitalen Kompetenzen von Bildungspersonal in der Berufsbildung - Good Practice

15.01.2019

Studien wie auch Fachleute selbst betonen den großen Bedarf an Weiterbildungsmaßnahmen im Hinblick auf digitale Kompetenzen. Die Strategische Partnerschaft „Validating and Upgrating VET Trainers‘ and Teachers' Digital Skills (v-UPGRATeS)“ hat eine interaktive Lernplattform entwickelt, die sich an Lehrer/-innen der beruflichen Aus- und Weiterbildung wie auch an Ausbilder/-innen in Unternehmen richtet. Die Plattform bietet ihnen die Möglichkeit, eigene Fertigkeiten in den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu testen und zu verbessern.
Zu dem internationalen Konsortium gehörten sieben Partner (IT-Unternehmen, Schulen, Weiterbildungseinrichtungen, Universitäten) aus fünf Ländern (Griechenland, Zypern, Spanien, Rumänien und Deutschland).

 

Mit v-UPGRATeS in drei Schritten den „digitalen Horizont“ erweitern

Schritt 1: Mit einem Multiple-Choice-Quiz testen Sie ihre Fertigkeiten und Kenntnisse.

Schritt 2: Sie können v-UPGRATeS Online-Kurse belegen und Ihre Fertigkeiten verbessern.

Schritt 3: Praktische Online-Aufgaben bieten die Möglichkeit, das neu Erlernte zu vertiefen.

Die herangezogenen Themenschwerpunkte basieren auf den Ergebnissen einer v-UPGRATeS-Umfrage unter Berufsbildungslehrern/-innen. Themen wie z.B. "Virtuelle Lernplattformen" und "Interaktive Technologien im Klassenzimmer" wurden hier als relevant identifiziert. Es zeigte sich, dass diese empirischen Ergebnisse mit dem europäischen "Digital Competence Framework for Educators" korrelieren (s. Tabelle unten).

Anhand dieser flexiblen Lernmodule können Berufsschullehrer/-innen alltags- und praxisnah mit ihren Schülern und Schülerinnen ins (Unterrichts-)Gespräch kommen, so z.B. im Bereich Internetsicherheit: Wenn Ausbilder/-innen und Lehrer/-innen eine differenzierte Vorstellung von sog. „Metadaten“ haben, die bei der Benutzung von Messenger Diensten (z.B. WhatsApp) erfasst und gespeichert werden, dann können sie adäquat mit ihren Schülerinnen und Schülern über Vorteile und Risiken dieser Apps diskutieren bzw. weiterführende Lernangebote konzipieren.

Nach erfolgreichem Abschluss aller Schritte erhält jede/-r Teilnehmende ein v-UPGRATeS-Zertifikat. Es validiert die nicht-formalen Lernergebnisse. Darüber hinaus können die Nutzer/-innen mit anderen Lehrkräften und Ausbildern/-innen der beruflichen Bildung in Kontakt treten. Der Teilnehmerkreis erhält außerdem Informationen über Präsenz-IT-Kurse (z.B. an einer Volkshochschule), um die im Online-Verfahren erworbenen Kompetenzen zu vertiefen.

Die interaktive Plattform v-UPGRATeS finden Sie hier: upgrates.vupgrates.eu.

 

Nah am Bedarf des Bildungspersonals

Mit der Entwicklung und Umsetzung eines selbstgesteuerten Lernprozesses bezieht sich das Projektkonsortium auf Ergebnisse der „Teaching and Learning International Survey (TALIS)“ der OECD (2013). Dieser Umfrage zufolge haben Fachleute in der beruflichen Bildung einen erheblichen Bedarf an besser entwickelten IKT-Fertigkeiten (18%) und einer effektiveren Einbeziehung neuer Technologien am Arbeitsplatz (16%). Darüber hinaus zeigt TALIS, dass sich die meisten Lehrkräfte und Ausbilder/-innen nicht in der Lage sehen, digitale Fähigkeiten effektiv zu vermitteln, wobei bis zu 70% der Befragten angaben, dass sie mehr Training benötigen.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass v-UPGRATeS zur Verbesserung der digitalen Kompetenzen von Fachkräften in der Berufsbildung beiträgt. Es gibt Ausbildern/-innen und Lehrkräften Fähigkeiten und Tools an die Hand, welche die Qualität des Unterrichts und auch die Lernergebnisse positiv zu beeinflussen vermögen. Hürden, die zuvor eine Weiterbildung in digitalen Kompetenzen entgegenstanden, konnten abgebaut werden, wie z.B. Terminkonflikte, fehlende Anreize und hohe Kosten.

 

Überblick zu den Themenschwerpunkten

Themen des Quiz und der Online-Kurse Äquivalenz im europäischen „Digital Competence Framework for Educators“
Internetsicherheit (Datenschutz und Management der eigenen “elektronischen Reputation”) Area 2: Digital Resources Managing, protecting and sharing digital resources
[…] To effectively protect sensitive digital content.

Area 6: Facilitating Learners’ Digital Competence
[…] to compare and critically evaluate the credibility and reliability of information and its sources.
[…]To empower learners to manage risks and use digital technologies safely and responsibly.
Virtuelle Lernplattformen (z.B. moodle) Area 4: Assessment
4.1 Assessment strategies
To use digital technologies for formative and summative assessment.
To enhance the diversity and suitability of assessment formats and approaches.
Online-Kommunikationsmittel (Instant Messenger, Skype) Area 1: Professional Engagement 1.3 Reflective practice
To individually and collectively reflect on, critically assess and actively develop one’s own digital pedagogical practice and that of one’s educational community.
Medienbearbeitung (Ton und Animation) Area 2: Digital Resources
2.2 Creating and modifying digital resources
To modify and build on existing openly-licensed resources and other resources where this is permitted.
To create or co-create new digital educational resources.
Web-Publishing Area 2: Digital Resources 2.3 Managing, protecting and sharing digital resources
To organise digital content and make it available to learners, parents and other educators.
To effectively protect sensitive digital content.
To respect and correctly apply privacy and copyright rules.
Interaktive Technologien im Klassenzimmer (z.B. white board) Area 5: Empowering Learners To use digital technologies
To address learners’ diverse learning needs, by allowing learners
to advance at different levels and speeds, and
to follow individual learning pathways and objectives.