Wie Unternehmensnachfolge gelingen kann - Good Practice

So finden touristische Unternehmen schneller eine geeignete Nachfolge

12.03.2018

Die Planung, Organisation und Durchführung der erfolgreichen Unternehmensübergabe an einen passenden Nachfolger oder eine Nachfolgerin ist eine der schwierigsten Herausforderungen, denen sich Europas Unternehmen gegenübersehen. Hier ist insbesondere auch die Tourismus-Branche betroffen, die sich besonders auch dadurch auszeichnet, dass sie als Wirtschaftszweig noch immer weiterwächst.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat das Projekt „Best Boss – Assessment Procedure for Micro and Small Sized Enterprises Successors in Tourism Industry“ ein Instrumentarium entwickelt, das es ermöglicht, zukünftige Unternehmensnachfolger in touristischen, kleinen und mittelständischen Unternehmen effektiv einzuschätzen und auszuwählen, das sogenannte Best Boss Inventory (BBI).  

 

Messverfahren zur Nachfolgeregelung

Durch eine europaweite Befragung gelang es dem Best Boss Projekt-Team, einen Einblick in verschiedene Modelle der professionellen Unternehmensnachfolge innerhalb der europäischen Tourismusindustrie zu erhalten. Aufbauend auf diesen Ergebnissen hat das Projekt ein Bewertungsmodell für die Unternehmensnachfolge in touristischen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) entwickelt, das auf die Bedürfnisse moderner Nachfolgeprozesse ausgerichtet ist.

Dieses Bewertungsmodell – das sogenannte Best Boss Inventory (BBI) – besteht aus vier Tests, die von den potentiellen Kandidatinnen bzw. Kandidaten zu beantworten sind, und dient der Selbst- sowie auch der Fremdeinschätzung. Das Resultat bildet Stärken und Schwächen der Führungskompetenzen ab.

Die aktuellen Daten des potentiellen Nachfolgers bzw. der Nachfolgerin werden direkt mit den Erwartungen (Soll-Daten) der Unternehmensleitung verglichen: Schulungsbedarfe und Weiterbildungsmöglichkeiten werden für das Unternehmen ersichtlich; ebenso ermöglicht es dem potentiellen Nachfolger eine realistische Einschätzung der eigenen Führungspersönlichkeit.

Jedes Unternehmen kann dieses Messinstrument individuell anpassen und nutzen und ist so in der Lage, die Nachfolge für sein Unternehmen schneller und passgenauer zu regeln.

Die Nutzung des BBI zeigte eine durchweg positive Bilanz: Insgesamt konnten bereits in der Projektlaufzeit 151 Unternehmensnachfolger und -nachfolgerinnen in ganz Europa im Prozess der Übernahme begleitet werden. Die zukünftige Nutzung ist durch die Zusammenarbeit der Partner mit den wichtigsten Institutionen vor Ort (IHK, HWK, Ministerien, Beratungsunternehmen, Unternehmen selbst) gesichert.

Neben der Entwicklung des vorgenannten Bewertungsinstruments hat das Projekt verschiedene Gebiete herausgearbeitet, die dringenden Handlungsbedarf aufweisen, um eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge in touristischen KMU zu gewährleisten und gibt hierzu verschiedene Empfehlungen (PDF; 3,87 MB).


Weitere Informationen

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