Antragsverfahren - Mobilitätsprojekte planen und beantragen

Sie planen ein Mobilitätsprojekt in der Erwachsenenbildung? Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie das Projekt beantragen, welche Fristen und Formalien Sie beachten sollten und welche Kriterien bei der Bewertung der Projektanträge eine Rolle spielen.


Wer kann Anträge einreichen?

Antragsberechtigt sind alle öffentlichen oder privaten Einrichtungen, die ihren Sitz in Deutschland haben. Dies können z. B. Volkshochschulen, Familienbildungsstätten, Unternehmen oder Behörden sein. Eine detaillierte Liste möglicher Antragstellerinnen und Antragsteller finden Sie im Programmleitfaden "Teil B".

Einzelpersonen können keinen Projektantrag stellen. Eine individuelle Teilnahme ist jedoch möglich, wenn eine Arbeitsbeziehung zu einer Einrichtung besteht, die ein gefördertes Projekt durchführt.


Grundsätzlich gilt für die Antragstellung:

  • Jede Einrichtung/jedes nationale Konsortium kann pro Antragsrunde nur ein Mobilitätsprojekt in der Erwachsenenbildung beantragen.
  • Es gibt in der Regel eine Antragsfrist im Jahr; sie gilt europaweit.
  • Die Antragstellung erfolgt elektronisch.
  • Der Aufruf zur Einreichung von Projekten und der Programmeleitfaden der EU-Kommission sind grundlegende Dokumente, die vor jeder Antragsrunde aktualisiert werden. Antragstellerinnen und Antragsteller sollten die wesentlichen Beschreibungen und Regelungen für Mobilitätsprojekte in der Erwachsenenbildung kennen.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die wesentlichen Aspekte und Schritte des Antragsverfahrens vor:

  1. Projekt planen
  2. Formale Schritte zur Antragstellung und Antragsunterlagen
  3. Antrag inhaltlich ausarbeiten
  4. Auswahlverfahren und Förderkriterien
  5. Auf einen Blick: Dokumente zur Antragsrunde 2017

In jedem dieser Kapitel finden Sie die notwendigen Tools und Dokumente. Die Dokumente werden in jeder Antragsrunde neu zur Verfügung gestellt. Dabei kann es von Jahr zu Jahr Veränderungen geben. Nutzen Sie bitte stets die Unterlagen der aktuellen Antragsrunde.

1. Projekt planen

Für eine erfolgreiche Antragstellung sollten Sie Ihre Projektidee bereits hinreichend konkretisiert haben:

  • Welchen Nutzen ziehen Sie aus dem Mobilitätsprojekt?
  • Welches Ziel möchten Sie erreichen? Gibt es z.B. einen konkreten Bedarf zur Veränderung oder Modernisierung von Bildungsangeboten in Ihrer Einrichtung?
  • Welcher Personenkreis soll angesprochen werden?
  • Wie können Auslandsfortbildungen des Bildungspersonals dazu beitragen, diesen Veränderungsprozess zu unterstützen?
  • Welche Länder kommen in Frage?
  • Welche Partnereinrichtung ist geeignet?

Machen Sie sich mit den Rahmenbedingungen des Programms vertraut und planen Sie die Eckpunkte Ihres Projekts so konkret wie möglich. Dafür sollten Sie ausreichend Vorlaufzeit einplanen.

Wir beraten Sie gern! Vor allem Einrichtungen, die noch keine Erfahrung mit Mobilitätsprojekten in der Erwachsenenbildung haben, empfehlen wir, unser umfassendes Beratungsangebot zu nutzen.

2. Formale Schritte zur Antragstellung und Antragsunterlagen

2.1. Informieren Sie sich über die Rahmenbedingungen.

Die Rahmenbedingungen des Programms sind in folgenden Dokumenten beschrieben. Auch Einrichtungen, die bereits Erfahrungen mit dem Antragsverfahren haben, empfehlen wir, sich hier über mögliche Neuerungen zu informieren.

Der Beschluss des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rats setzt den politischen Rahmen für die Programmgeneration 2014-2020.

Der Aufruf 2017 (Call) ist die Aufforderung der Europäischen Kommission zur Einreichung von Anträgen. Im Aufruf werden Antragsfristen und Budgets für die einzelnen Bildungsbereiche und Aktionen des Programms Erasmus+ veröffentlicht. Der Aufruf erfolgt jährlich.

Im Programmleitfaden (Programme Guide) finden Sie grundlegende bildungsbereichspezifische Informationen wie Teilnahme- und Finanzierungsbedingungen.

2.2. Ablaufplan / Zeitplan der Antragsrunde

  • Einreichungsfrist: 02. Februar 2017, 12:00 Uhr mittags (Brüsseler Zeit).
  • Durchführungszeitraum: Projektbeginn zwischen dem 01.06. und 31.12.2017 für 12 bis 24 Monate.

2.3. Registrierung Ihrer Einrichtung | Aktualisierung Ihrer Daten

Um einen Antrag zu stellen, muss Ihre Einrichtung im Teilnehmerportal (ehemals URF) registriert sein. Das Teilnehmerportal der Europäischen Kommission verwaltet alle Stammdaten der am Programm Erasmus+ beteiligten Institutionen. Identifikationsmerkmal jeder Einrichtung ist ein neunstelliger PIC (Programmteilnehmer-Identifikations-Code), der automatisch bei der Registrierung im Teilnehmerportal vergeben wird.

  • Ihre Einrichtung ist bereits registriert und verfügt über einen PIC? Dann prüfen Sie bitte, ob die Daten Ihrer Einrichtung sowie die hinterlegten Dokumente noch aktuell sind und aktualisieren Sie sie bei Bedarf. Mögliche Partnereinrichtungen registrieren sich selbst. Fordern Sie deren PICs an, damit Sie sie im Antrag aufführen können.
  • Ihre Einrichtung ist  noch nicht registriert? Dann nehmen Sie die Registrierung bitte vor.

2.4. Antragsunterlagen

Folgende Dokumente benötigen Sie, um einen Mobilitätsantrag in der Erwachsenenbildung zu stellen:

Entfernungsrechner

 Entfernungsrechner (Distance Calculator): Um den zu erwartenden Zuschuss besser bestimmen zu können, steht Ihnen der Entfernungsrechner der Europäischen Kommission zur Verfügung.

Weitere Informationen, die Ihnen bei der Antragstellung helfen könnten

 Hinweise zur Antragstellung

 Fördersätze für Aufenthaltskosten pro Zielland 2017 

2.5. Elektronische Antragstellung

Wenn Sie bei URF registriert sind und über einen PIC verfügen, können Sie Ihren Antrag stellen.
Die Antragstellung ist nur elektronisch möglich.

  • Laden Sie das Antragsformular (eForm) herunter, speichern Sie es auf Ihrem Rechner.
    Hier finden Sie ein Ansichtsexemplar des Formulars.
  • Füllen Sie das Antragsformular auf Ihrem Rechner aus. Denken Sie daran, zwischendurch zu speichern.
  • Drucken Sie die Ehrenwörtliche Erklärung aus (siehe Print-Button im Antragsformular) und lassen Sie sie von der zeichnungsberechtigten Person unterschreiben. Scannen Sie die Erklärung ein (beide Seiten!) und fügen Sie sie dem Antrag als elektronische Anlage bei.
  • Übermitteln Sie den Antrag online (mit allen Anlagen) über den entsprechenden Button im elektronischen Antragsformular.

Der Antrag wird nur bearbeitet, wenn er elektronisch eingereicht wurde.

Kalkulieren Sie ausreichend Puffer für Unwägbarkeiten in letzter Minute ein.

Falls Sie technische Schwierigkeiten bei der Übermittlung des Antrags haben, so beachten Sie bitte das alternative Einreichungsverfahren, welches auf der letzten Seite des Antrags beschrieben wird.

3. Antrag inhaltlich ausarbeiten

Im Mobilitätsantrag wird vor allem danach gefragt, wer Sie sind und in welchem Bildungsbereich Ihre Einrichtung tätig ist. Ferner geht es um folgende Fragen:

  • Welcher Bedarf besteht hinsichtlich Qualitätsentwicklung der Bildungsangebote oder hinsichtlich einer internationaleren Ausrichtung der Einrichtung?
  • Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrem Mobilitätsprojekt? 
  • Passen die individuellen Fortbildungen, das Profil des Bildungspersonals und die aktuellen Tätigkeiten zu den geplanten Aktivitäten?

Auch die inhaltliche Ausgestaltung des Projekts im Durchführungszeitraum ist Thema im Antrag.
Um Sie bei der inhaltlichen Ausarbeitung Ihres Antrags zu unterstützen, erläutern wir Ihnen im Folgenden kurz die wesentlichen Punkte, die im Antrag abgefragt werden:

Relevanz: Beschreiben Sie, inwiefern, Ihr Projekt zu den Zielen des Programms Erasmus+ passt. Welchen Bezug hat Ihr Projektvorhaben zur Erwachsenenbildung? Führt das Projekt zu nachvollziehbaren Lernergebnissen für die Teilnehmenden?

Europäischer Entwicklungsplan: Das Herzstück des Antrags ist der sogenannte europäische Entwicklungsplan, in dem dargestellt wird, wie sich die Einrichtung hinsichtlich europäischer Zusammenarbeit zukünftig positionieren möchte. Beschreiben Sie hier, wo ein konkreter Bedarf mit Blick auf Ihre Einrichtung identifiziert wurde, dem durch die Auslandsfortbildungen des Bildungspersonals Rechnung getragen werden soll. Wie verzahnen sich Personal- und Organisationsentwicklung durch Auslandsfortbildungen des Bildungspersonals?

Aktivitäten und Finanzen: Beschreiben Sie, welche Arten von Auslandsfortbildungen zur Erreichung der Ziele angedacht sind. Sind strukturierte Kurse, Hospitationen und Praktika, oder Lehraufenthalte des Bildungspersonals passend? Beschreiben Sie auch den Inhalt oder Ablauf des Kurses / der Hospitation. Bearbeiten Sie die Finanztabellen und beachten Sie, dass die Aufenthaltskosten und die Fahrtkosten immer in Verbindung mit den Zielländern kalkuliert werden. Der Distanzrechner hilft Ihnen bei der Berechnung der Fahrtkosten.

Ergebnisse und Wirkung: Schildern Sie, wie Sie während der Durchführung die Auslandsfortbildungen begleiten und nach Abschluss das Ergebnis evaluieren. Wer soll außer der eigenen Einrichtung und den Mitarbeiter/-innen von den Ergebnissen profitieren? Mit Erasmus+ wird  zunehmend Wert darauf gelegt, die Wirkung der Projekte angemessen zu verbreiten. Dies sollten Sie von Anfang an mitdenken.

Zusammenfassung: Fassen Sie Ihr Vorhaben in deutscher und englischer Sprache so zusammen, dass Außenstehende schnell erfassen können, was in Ihrem Projekt erarbeitet werden soll. Betrachten Sie Ihre Zusammenfassung wie eine Werbung für Ihr Vorhaben: Was macht Ihr Projekt aus? Die englische Fassung wird mit Vertragsschluss automatisch in die „Erasmus+ Project Results Platform“ übertragen und veröffentlicht.

Rechtsgültige Unterschrift: Die zeichnungsberechtigte Person Ihrer Institution unterschreibt den Projektantrag in der erforderlichen Form.

4. Auswahlverfahren und Förderkriterien

Nach der Einreichung wird Ihr Antrag zuerst nach formalen Kriterien geprüft.

Die inhaltliche Bewertung erfolgt durch geschulte Gutachterinnen und Gutachter nach drei Leitaspekten:

  • Relevanz des Projekts (30%)
  • Projektkonzeption und Umsetzung (40%)
  • Ergebnisse des Projekts und deren Verbreitung (30%)

In jedem dieser Bereiche muss eine Mindestpunktzahl (15/20/15) erreicht werden. Die Unterschreitung der Mindestpunktzahl in einem Bereich führt zur Ablehnung des Antrags. Alle Anträge werden in allen Bereichen durchbewertet, auch wenn die Mindestpunktzahl in einem Bereich unterschritten wurde.

Eine Förderentscheidung erhalten Sie Anfang Mai.

Die Richtlinien, nach denen die Anträge begutachtet werden, können Sie im Leitfaden für Gutacher/innen einsehen.