Positive Auswirkungen auf Einrichtungen durch EU-Projekte - Auswertung der Umfrage zum Impact von Projekten in Erasmus+

Anfang 2017 führte die Nationale Agentur beim BIBB eine Online-Befragung zu den Ergebnissen und Auswirkungen von Projekten im Programm Erasmus+ durch. Diese quantitative Befragung zum sogenannten Impact sollte aus der Binnenperspektive beteiligter Einrichtungen Aufschlüsse geben zu den institutionellen Wirkungen der geförderten Projekte. Befragt wurden 702 deutsche Einrichtungen des Programmjahres 2014, die ein Mobilitätsprojekt in der Leitaktion 1 oder eine Strategische Partnerschaft in der Leitaktion 2 in der Berufs- und/oder Erwachsenenbildung durchgeführt haben. 392 Personen beteiligten sich an der Befragung.

Der Bereich der Erwachsenenbildung ist mit insgesamt 51 Rückmeldungen in der Umfrage repräsentiert, davon Projekte der Leitaktion 1 mit 25,5% und Projekte der Leitaktion 2 mit 74,5%. Die Zahl von 51 Rückmeldungen für die Erwachsenenbildung erscheint zunächst gering, ist jedoch vor dem Hintergrund der deutlich geringeren Förderzahlen im Vergleich zur Berufsbildung als positiv zu werten. Diese Rückmeldungen bilden die Grundlage dieser Teilauswertung für die Erwachsenenbildung, in der sich die positiven Ergebnisse der Gesamtumfrage durchgängig bestätigen.

EU-Projekte stimulieren die praktische Arbeit in Einrichtungen

Ein Fokus lag auf der Fragestellung, ob und inwieweit die Verantwortlichen einen Einfluss der Projektergebnisse auf die praktische Bildungsarbeit der Einrichtungen sehen. Über 90% aller Befragten der Gesamtumfrage konstatieren, dass die Ergebnisse in unterschiedlichem Umfang in die Arbeit eingeflossen sind, z.B. in Unterricht, Aus- und Weiterbildung oder Trainingsmaßnahmen. Dabei charakterisieren 68% den Einfluss der Projektergebnisse als „deutlich“ oder „sehr stark“. Im Vergleich zur Gesamtumfrage liegt in der Erwachsenenbildung die Bewertung „in sehr starkem Umfang“ (ca. 21%) sogar um 10% höher als in der Gesamtbewertung. Von den Projekten der Leitaktion 1 der Erwachsenenbildung gibt es auf diese Frage ausschließlich positive Rückmeldungen, wobei hier die klare Mehrheit der Befragten (knapp 77%) einen „deutlichen Umfang“ sieht. In einem Freitextfeld zu Beispielen für Innovationen und Änderungen in der eigenen Einrichtung wird von einem Projekt ausgeführt: „Wir haben unser Trainingsangebot komplett überarbeitet und eine Lernplattform für Lernende entwickelt.“

Auch die Frage danach, ob und wie die Ergebnisse genutzt werden, beantworten sowohl in der Gesamtumfrage als auch in der Erwachsenenbildung über 90% positiv. Während in der Gesamtumfrage knapp die Hälfte (ca. 47%) der Befragten angibt, dass sie die Ergebnisse „einfach und umfassend“ verwenden können, wird in der Erwachsenenbildung die „einfache und umfassende“ Nutzung mit ca. 62% sogar noch höher eingeschätzt.

Nachhaltige Wirkung auf die beteiligten Einrichtungen

Eine weitere Frage zielte auf die Nachhaltigkeit und die Wirksamkeit der Projektergebnisse über einen längeren Zeitraum hinweg. Hier schätzt in der Gesamtumfrage die Hälfte aller Befragten ein, dass eine langfristige Wirkung von den Ergebnissen sowohl auf die eigene Einrichtung als auch die Partnereinrichtungen ausgeht. Ein weiteres Drittel erwartet eine langfristige Wirkung immerhin auf die eigene Einrichtung. Das bestätigt sich auch für die Erwachsenenbildung: Hier wurde bei den Strategischen Partnerschaften der Leitaktion 2 die Antwort „bei unseren Projektpartner-Einrichtungen und bei uns“ klar am häufigsten gewählt (ca. 60%). Bei den Mobilitätsprojekten der Leitaktion 1 der Erwachsenenbildung liegt die Antwort „trifft für unsere Einrichtung zu“ an der Spitze (ca. 54%).

Entsprechend bejahen knapp 90% der Befragten in der Erwachsenenbildung, dass die Kenntnisse und Wissensbestände der eigenen Einrichtung durch die Projektergebnisse positiv beeinflusst wurden. Dabei gibt etwa ein Viertel der Projekte an, dass sogar strategische Ziele unterstützt wurden. Der Zuwachs an Kompetenzen und Erfahrungen bei dem Bildungspersonal der eigenen Einrichtung wird in einem Freitextfeld so beschrieben: „Die Lehrenden sind eher bereit, die klassischen Seminarsitzungen aufzubrechen.“

Positive Auswirkungen auf das Image

Auch die Frage danach, ob sich das Image der eigenen Einrichtung durch ein EU-Projekt positiv verändert hat, wird bestätigend beantwortet. Dabei ist die Erwachsenenbildung allerdings etwas zurückhaltender, als die Ergebnisse der Gesamtumfrage widerspiegeln: In der Gesamtumfrage bejahen die positive Imageveränderung ihrer Einrichtung gut 85% der Befragten. Davon schätzt ein gutes Drittel den Umfang der Imageveränderung als „gering“ ein, knapp zwei Drittel hingegen als „deutlich“ oder „sehr stark“. In der Erwachsenenbildung sehen insgesamt gut 66% der Befragten einen Imagegewinn durch das EU-Projekt, wobei sich ca. 47% für eine „deutliche“ und „sehr starke“ Imageveränderung aussprechen und ca. 19% für eine „geringe“. Diese Frage wird von den Projekten der Leitaktion 1 der Erwachsenenbildung insgesamt etwas positiver beantwortet als von den Projekten der Leitaktion 2.

Hat sich durch das Projekt das Image Ihrer Einrichtung positiv verändert?

Weiterführende Informationen

Die Journal-Ausgabe „Bildung für Europa“ Nr. 2017/27 mit dem Titel „Erfolgsformel Erasmus+ – Das Programm zeigt Wirkung“ widmet sich ausführlich dem Thema Wirkung.

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