Wege zu mehr Integration in ländlichen Gegenden - Good Practice

Im Projekt SARAH haben hauptberufliche und ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem Sozialbereich zusammengearbeitet und sich über gelungene Beispiele der sozialen Versorgung von Menschen auf dem Land ausgetauscht. Dabei standen besonders die Personen im Mittelpunkt, die oft außerhalb unseres Blickfeldes bleiben.

„Hidden People“ im Fokus

Zu dieser Personengruppe, gehören Personen, die häufig kaum Beachtung finden, sogenannte „Hidden People“. Damit sind Menschen auf dem Land gemeint, die sozialer Versorgung bedürfen, von sozialer Ausgrenzung bedroht sind und die mit verschiedenen Herausforderungen, wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit oder mentalen Problemen kämpfen. Dazu gehören ältere, alleinlebende Menschen, Geflüchtete, Jugendliche mit besonderem Förderbedarf und ethnische Gruppen wie Roma oder Samen.  

Cartoon einer Dame an einer Bushaltestelle
Die Künstlerin Ute Plank hat die Herausforderungen auf dem Land in Cartoons dargestellt. (Bild: © Ute Plank /Scharrer)

Der Vereinsamung entgegenwirken

Das Projektteam aus Deutschland, Estland, Finnland und Ungarn hat sich die Frage gestellt, wie der Vereinsamung dieser Menschen entgegengewirkt werden kann. Wie können die von Ausgrenzung bedrohten Personen auf dem Land erreicht werden, wenn den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Sozialwirtschaft sowie Ehrenamtlichen die nötige Unterstützung und das Training fehlt und zudem der öffentliche Nahverkehr schlecht ausgebaut ist?

Ziel des Projekts war es gemeinsam

  • möglichst effiziente Wege der Hilfen/Unterstützung zu erkennen,
  • Strategien für eine Teilhabe und Inklusion für Menschen in ländlichen Regionen zu verbessern,
  • die Thematik in den Fokus zu stellen und ein Bewusstsein dafür über die eigene Organisation hinaus zu wecken. 

 Tools und politische Empfehlungen

Die Projektpartner identifizierten Beispiele gelungener Integrationsmaßnahmen aus Deutschland, Estland, Finnland und Ungarn. Aus diesen Good Practice Beispielen hat das Konsortium Tools abgeleitet, die auch anderen Gemeinden helfen können Ausgrenzung entgegenzuwirken und die zu mehr Integration beitragen können. Hierzu gehören zum Beispiel die Einrichtung eines runden Tisches für Freiwillige sowie für die Nachbarschaftshilfe, die Bereitstellung einer Koordinations- und Kontaktstelle, die Schaffung von Unterstützungsmöglichkeiten für ehemalige Straftäter und die Netzwerkbildung für Freiwillige. 

Um auch auf politischer Ebene wirksam zu zeigen hat das Projektteam politische Empfehlungen formuliert. Die Empfehlungen richten sich an Politikerinnen und Politiker und Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen im Bereich regionaler Entwicklung und Innovation, mit dem Ziel, die soziale Infrastruktur in ländlichen Gebieten zu verbessern.