10 Millionen Erasmus+-Teilnehmende - EU-Förderprogramm ein voller Erfolg

03.07.2019

2019 wurde ein Meilenstein erreicht: Insgesamt nahmen europaweit mehr als zehn Millionen Menschen an Erasmus+ bzw. dessen Vorgängerprogrammen teil. Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport.

Gestartet war Erasmus 1987 in der Hochschulbildung, der Programmname ist ein Akronym und steht für EuRopean Community Action Scheme for the Mobility of University Students. Es wurde 2014 mit Programmen aus anderen Bildungsbereichen, Jugend und Sport zusammengeführt und heißt seitdem Erasmus+. Das Programm unterstützt den europäischen Austausch, vermittelt interkulturelle und fachliche Kompetenzen und stärkt europäische Werte. Seine Mittelausstattung beträgt 14,7 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2014 bis 2020.

In Deutschland setzen vier Nationale Agenturen das EU-Programm Erasmus+ in den verschiedenen Bereichen um. In der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung führt die Nationale Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) das Programm durch.

 

Wie wird das Programm ausgestaltet und wie wirkt es? In Erasmus+ gibt es drei Leitaktionen:

1. Lernmobilität von Einzelpersonen:
Ziel ist es, positive und nachhaltige Wirkungen für die Teilnehmenden und die teilnehmenden Organisationen zu erreichen. Wie kann das in der Praxis aussehen? Wir zeigen Ihnen Erfahrungsberichte aus der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung:

Einblick in Erasmus+: Lernmobilität von Einzelpersonen

Mit Erasmus+ zu spanischen Zukunftstechnologien

Denise Braun, Nico Lukowski und Till Kestermann absolvieren eine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann sowie zur Mediengestalterin. Im spanischen Sevilla haben sie ein vierwöchiges Praktikum gemacht. So durften sie nicht nur fachliches, sondern auch persönliches Neuland betreten – als drei von europaweit über 10 Millionen Erasmus+-Teilnehmenden.

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Mit Erasmus+ an eine dänische Sprachschule

Karl Damke ist Mitarbeiter des Landesverbandes der Volkshochschulen Schleswig Holsteins. In der dort angesiedelten Servicestelle Digitalisierung arbeitet er gemeinsam mit den Volkshochschulen vor Ort an Lösungen für aktuelle Herausforderungen und an innovativen Konzepten. Im Rahmen des Erasmus+ Projekts "Europ@vhs" hat er bei der Studieskolen Kopenhagen hospitiert.

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2. Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und zum Austausch von bewährten Verfahren:
Strategische Partnerschaften sind länderübergreifende Projekte von Einrichtungen der Erwachsenenbildung bzw. Berufsbildung. Sie dienen dem Austausch und der Unterstützung von Innovationen:

 

Einblick in Erasmus+: Strategische Partnerschaften

Gemeinsam raus aus der gesellschaftlichen Nische

Das Projekt „Aufbau und Vernetzung von Stadtführungen in Gebärdensprache“ soll Gehörlosen die Teilhabe an kulturellen Angeboten ermöglichen, von denen sie oftmals ausgeschlossen sind. Ziel ist es, innovative Entwicklungen in der Erwachsenenbildung voranzubringen und Praxiserfahrungen auszutauschen.

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Neues Lernen mit dem Tablet

Seit 2009 ist Nick Denis Lehrer für Politik und Wirtschaft am Max-Weber-Berufskolleg in Düsseldorf. Gemeinsam mit der Kollegin und Projektleiterin Barbara Stieldorf koordinierte der 38-Jährige in den Jahren 2014 bis 2016 das Projekt „Changing Paradigm“, das unter Federführung des Berufskollegs als Strategische Partnerschaft im Rahmen von Erasmus+ realisiert wurde. Seither ist an der Schule einiges anders geworden.

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3. Unterstützung politischer Reformen:
Mit der Leitaktion 3 fördert die Europäische Kommission Maßnahmen, die insbesondere darauf abzielen, die Entwicklung und Umsetzung innovativer politischer Konzepte, den politischen Dialog sowie den Wissensaustausch in den Bildungsbereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie in dem Bereich Jugend anzuregen:

 

Einblick in Erasmus+: Unterstützung politischer Reformen

Workplace Enriched Language Course for Migrant Education (WELCOME)

Das WELCOME-Projekt zielt darauf ab, Stakeholdern im Trainings- und Bildungsbereich unterstützendes Material für die Bildung, Qualifikation und Integration von Neuankömmlingen und geringqualifizierten Lerngruppen im Bausektor zur Verfügung zu stellen.

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Erasmus+ in Zahlen (für Deutschland 2014-2018)

Erasmus+ Berufsbildung (Mobilität)

In der Berufsbildung betrug das Erasmus+ Budget der Leitaktion 1 für Deutschland rund 250 Millionen Euro für den Zeitraum 2014 bis 2018. Damit wurden etwa 121.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefördert. Die häufigsten Zielländer waren neben dem Vereinigten Königreich und Spanien Irland und Italien. Insgesamt beteiligten sich rund 1.000 deutsche Einrichtungen. Gemessen am Verhältnis von Absolventinnen und Absolventen in der Berufsbildung zu Erasmus+ Stipendien, kommen die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bundesländer Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Weitere Infos und Statistiken finden Sie in der Mobilitätsstudie.

Erasmus+ Berufsbildung (Strategische Partnerschaften)

Mit rund 56 Millionen Euro wurden über 220 Projekte gefördert, an denen insgesamt 1.460 deutsche Einrichtungen beteiligt waren.

Erasmus+ Erwachsenenbildung (Mobilität)

In der Erasmus+ Erwachsenenbildung wurden mit rund 9,9 Millionen Euro 166 Projekte gefördert. Etwa 330 Einrichtungen entsandten knapp 5.500 Teilnehmende zu europäischen Partnern. Häufigste Zielländer waren das Vereinigte Königreich, Italien, Österreich und Spanien.

Erasmus+ Erwachsenenbildung (Strategische Partnerschaften)

Mit etwa 36 Millionen Euro wurden rund 180 Projekte von Erasmus+ gefördert, an denen insgesamt rund 1.100 Einrichtungen beteiligt waren.

Weitere Statistiken zu Erasmus+ in der Berufs- und Erwachsenenbildung finden Sie hier.

Bereits 2017 feierte Erasmus+ sein 30-Jähriges Bestehen. An Erasmus+ nehmen alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, die Türkei, Nordmazedonien sowie seit dem 1. Januar 2019 Serbien teil. 2018 stellte die EU eine Rekordsumme von 2.8 Milliarden Euro zur Verfügung. Insgesamt konnten seit 2014 europaweit 3.7 Millionen Teilnehmende gefördert werden. Der Entwurf der Europäischen Kommission für das Nachfolgeprogramm sieht vor, das Budget für die Jahre 2021 bis 2027 auf 30 Milliarden Euro zu erhöhen. Informationen zu den Verhandlungen für das Nachfolgeprogramm finden Sie unter „Zukunft von Erasmus+“.