Rückblick auf das Europäische Kulturerbejahr 2018 - Infografiken und Statistiken verfügbar

11.02.19

Das Jahr 2018 wurde von der Europäischen Kommission zum Europäischen Kulturerbejahr ausgerufen. Das Themenjahr warf ein Schlaglicht auf das reiche Kulturerbe Europas und zeigte auf, wie wichtig das Kulturerbe für die Förderung eines gemeinsamen Identitätsgefühls und für die Gestaltung der Zukunft Europas ist.

Der für Bildung, Kultur, Jugend und Sport zuständige EU-Kommissar Tibor Navracsics erklärte zu Beginn des Kulturerbejahres: „Das Kulturerbe ist das Kernstück der europäischen Art zu leben. Es definiert, wer wir sind, und schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit. Zum Kulturerbe gehören nicht nur Literatur, Kunst und Gegenstände – wir begegnen ihm auch in dem Handwerk, das wir erlernen, den Geschichten, die wir erzählen, dem Essen, das wir genießen und den Filmen, die wir uns ansehen. Wir müssen unser kulturelles Erbe schützen und für die kommenden Generationen bewahren. Die Feierlichkeiten dieses Jahres bieten eine wunderbare Gelegenheit, die Menschen, besonders die jungen, zu ermuntern, Europas reiche kulturelle Vielfalt zu erkunden und über den Stellenwert nachzudenken, den das Kulturerbe in unserem Leben einnimmt. Es ermöglicht uns, die Vergangenheit zu verstehen und unsere Zukunft zu gestalten.“

Die Mitwirkung am Kulturerbejahr war für alle öffentlichen und privaten Träger, Bewahrer und Vermittler des kulturellen Erbes möglich. Beispielsweise also für Museen, Gedenkstätten, Archive, Bibliotheken bzw. Verwaltungen, Eigner, Träger, Vereine, Fachgesellschaften, Förderkreise etc. – aber auch für die Zivilgesellschaft, für bürgerschaftliches Engagement und für jede und jeden, die das Anliegen unterstützen oder mehr über die europäische Dimension unseres kulturellen Erbes erfahren wollten. Allein in Deutschland gab es mehr als 400 Projekte mit 1.500 Veranstaltungen und mehr als 100.000 Besucherinnen und Besuchern.

Zu den Höhepunkten gehörte unter anderem das europaweite Glockenläuten zum Internationalen Tag des Friedens am 21. September, an dem erstmals in der Geschichte europaweit tausende kirchliche und säkulare Glocken gemeinsam läuteten und damit ein starkes Zeichen des Friedens aussendeten. Mit der ‘Erklärung von Davos‘ beschlossen die europäischen Kulturminister im Januar 2018 die Stärkung der Bedeutung hochwertiger Baukultur für Europa. Das europaweit größte Event im Kulturerbejahr war der European Cultural Heritage Summit im Juni mit mehr als 60 öffentlichen und Fachveranstaltungen, der als Ergebnis den ‘Berliner Appell‘ zur Stärkung des Kulturerbes in der Europa-Politik hervorbrachte.

Der deutsche Beitrag zum Kulturerbejahr zeichnete sich insbesondere durch seinen partizipativen Ansatz aus. Er orientierte sich an zwischen Bund, Ländern und Kommunen abgestimmten Themen unter der Grundidee ‘Das Europäische im Lokalen entdecken‘. Die deutschen Aktivitäten setzten dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Vermittlung des Kulturerbes an Kinder und Jugendliche. Ein Nationaler Programmbeirat, dem unter anderen der Deutsche Kulturrat, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Deutsche UNESCO Kommission und der Deutsche Museumsbund angehörten, begleitete den deutschen Beitrag zum Kulturerbejahr.

(Quelle: Sharing Heritage)

Kulturerbejahr 2018

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Hintergrundinformationen

Von archäologischen Stätten und Architektur über mittelalterliche Burgen bis hin zu Brauchtum und Künsten – das kulturelle Erbe Europas bildet das Kernstück des kollektiven Gedächtnisses und der Identität der europäischen Bürgerinnen und Bürger. Darüber hinaus schafft das Kulturerbe Wachstum und Beschäftigung in Städten und Regionen und spielt eine wichtige Rolle beim Austausch Europas mit dem Rest der Welt. 7,8 Millionen Arbeitsplätze in der EU hängen indirekt mit dem Kulturerbe zusammen (z. B. Tourismus, Interpretation und Sicherheit). Mehr als 300 000 Menschen in der EU sind im Bereich des Kulturerbes beschäftigt, und mit 453 Stätten befindet sich fast die Hälfte der auf der UNESCO-Liste des Welterbes eingetragenen Stätten in Europa.

Gerade weil derzeit Schätze des Weltkulturerbes in Krisengebieten bedroht sind oder mutwillig zerstört werden, hält es die Kommission für angebracht, das Kulturerbe zum Thema des Europäischen Jahres 2018 zu machen. Der Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates, das Jahr 2018 zum Europäischen Jahr des Kulturerbes auszurufen, wurde am 17. Mai 2017 auf der Grundlage des Kommissionsvorschlags vom 30. August 2016 gefasst.

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