Definition antragsberechtigter Einrichtungen ab 2021 - Neue Chancen im Nachfolgeprogramm

28. Juli 2020

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die nationalen Definitionen der antragsberechtigen Einrichtungen in der Berufs- und in der Erwachsenenbildung festgelegt. Nach einer gemeinsamen Abstimmung zwischen BMBF und der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) gab es für die Berufsbildung eine Erweiterung antragsberechtigter Einrichtungen. Erstmals sind auch Fachoberschulen, Berufsoberschulen, Technische Oberschulen und Fachgymnasien in der beruflichen Bildung förderfähig.  

Die EU-Kommission hat am 28. Mai 2020 den Akkreditierungsaufruf für die Lernmobilität (KA1) des Erasmus+- Nachfolgeprogramms 2021 bis 2027 in den Sektoren Erwachsenenbildung, Berufsbildung und Schule veröffentlicht. Der Aufruf definiert auch die förderfähigen Einrichtungen je Sektor. Dem BMBF als Nationaler Behörde kommt es zu, die „anwendbaren Definitionen“ im Sinne des Aufrufs festzulegen. Im Bereich der Berufsbildung gibt es nun eine mit der KMK abgestimmte Erweiterung des Zugangs. 

Berufsbildung

Der derzeitige Zugang zum laufenden Programm Erasmus+ in der Berufsbildung hat sich grundsätzlich bewährt. Daher wird eine weitgehende Kontinuität angestrebt, keine bisherigen Gruppe von Einrichtungen soll der Zugang zum Nachfolgeprogramm entzogen werden. 

Im Kontext dieses Aufrufs gelten die folgenden Definitionen zur Bestimmung der förderfähigen Einrichtungen der Berufsbildung.

 Anbieter von beruflicher Aus- und Fortbildung

  • Einrichtungen, die auf der Grundlage von §1 des Berufsbildungsgesetzes Angebote im Bereich der Berufsausbildungsvorbereitung, der Berufsausbildung, der beruflichen Fortbildung oder der beruflichen Umschulung anbieten;
  • Schulen, die Schularten umfassen, die laut „Definitionenkatalog“  der KMK dem Bildungsbereich „Berufliche Schulen“ zugeordnet sind;
  • Schulen, die laut Definitionenkatalog der Schulart „Schulen im Gesundheitswesen“ zugeordnet sind und
  • Schulen, die laut Definitionenkatalog als „Übergreifende Formen“ klassifiziert sind (Förderschulen) und ihre geplanten Aktivitäten im Rahmen des Nachfolgeprogramms überwiegend im Bereich der Berufsbildung realisieren wollen. 

 Lokale und regionale Behörden, koordinierende Stellen und andere Einrichtungen mit einer Rolle in der Berufsbildung

Antragsberechtigt sind Behörden, koordinierende Stellen und andere Einrichtungen, sofern sie eine Rolle im Bereich der Berufsbildung befasst haben. Eine Behörde nimmt als Organ des Staates (Bund, Land) oder eines selbstständigen Verwaltungsträgers (z. B. Gemeinde) Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahr. Behörden werden durch organisationsrechtliche Vorschriften geschaffen. Koordinierende Stellen werden benannt und nehmen zentrale und übergeordnete Aufgaben des Bundes, eines jeweiligen Landes oder eines selbstständigen Verwaltungsträgers wahr.Andere Einrichtungen mit einer Rolle im Bereich der Berufsbildung sind die Sozialpartner.

Erwachsenenbildung

Das neue Programm definiert die förderfähigen Einrichtungen nun präziser. Förderfähig sind zum einen Organisationen, die Erwachsenenbildung anbieten, und zum anderen lokale, regionale und andere öffentliche Behörden oder Koordinierungsstellen mit einem Auftrag im Bereich der Erwachsenenbildung. Im Kontext dieses Aufrufs gelten die folgenden Definitionen zur Bestimmung der förderfähigen Einrichtungen der Erwachsenenbildung.

  Anbieter von formaler, nonformaler und informeller Erwachsenenbildung

„Erwachsenenbildung“ ist definiert als jede Form des nicht berufsbezogenen Lernens für Erwachsene nach der Erstausbildung, ob formal, nicht-formal oder informell. Dies umfasst nicht die berufliche Weiterbildung. Als Anbieter von Erwachsenenbildung werden alle Einrichtungen verstanden, die Erwachsenenbildung als Haupt- oder Nebenaufgabe regelmäßig oder wiederkehrend offen zugänglich anbieten.

Antragsberechtigt sind Anbieter von Erwachsenenbildung, insbesondere kommunale Einrichtungen, Volkshochschulen, private Träger, Einrichtungen der Kirchen, der Gewerkschaften, der Kammern, der Parteien und Verbände, Elternschulen und Familienbildungsstätten, Akademien, Hochschulen sowie Fernlehrinstitute. 

 Lokale und regionale Behörden, koordinierende Stellen und andere Einrichtungen mit einer Rolle in der Erwachsenenbildung 

Antragsberechtigt sind Behörden oder koordinierende Stellen und Einrichtungen, sofern sie mit Fragen der Erwachsenbildung befasst sind. Eine Behörde nimmt als Organ des Staates (Bund, Land) oder eines selbstständigen Verwaltungsträgers (z. B. Gemeinde) Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahr. Behörden werden durch organisationsrechtliche Vorschriften geschaffen. Koordinierende Stellen werden benannt und nehmen zentrale und übergeordnete Aufgaben des Bundes, eines jeweiligen Landes oder eines selbstständigen Verwaltungsträgers wahr.