Zusätzlicher Aufruf im Bereich Erasmus+ KA2 Strategische Partnerschaften im Herbst 2020 - "Digitale" Bildung sowie "Kreativität und Kultur"

28. Juli 2020

Wir möchten Sie darüber informieren, dass im Herbst 2020 zusätzliche Fördermittel in Erasmus+ zur Verfügung stehen werden. Die Europäische Kommission bereitet derzeit in Reaktion auf die Herausforderungen der COVID-19 Pandemie einen zusätzlichen Aufruf für Erasmus+ KA2 Strategische Partnerschaften vor.

Europaweit sollen dafür rund 200 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung gestellt werden. Projekte können zu den Themen „digitale Bildung“ (in der Schul-, Berufs- und Hochschulbildung) und „Kreativität und Kultur“ (in der Erwachsenen- und Schulbildung sowie im Jugendbereich) eingereicht werden.

Die maximale Projektfördersumme wird voraussichtlich bei 300.000 Euro pro Projekt liegen, die Projekte können eine Laufzeit zwischen 12 und 24 Monaten haben. Der Aufruf wird dezentral durch die Nationalen Agenturen organisiert werden. Es gelten die Rahmenbedingungen, wie sie bereits im Erasmus+ Programmleitfaden 2020 für KA2 Strategische Partnerschaften veröffentlicht sind.

Förderung von Kreativität und Kultur

Mit dem Schwerpunkt „Kreativität und Kultur“ macht die Europäische Kommission deutlich, dass der kulturelle und kreative Sektor zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt und den sozialen Zusammenhalt stärkt. 

In diesem Kontext sollen Projekte gefördert werden, die den kulturellen und kreativen Sektor in Europa durch Bildung, lebenslanges Lernen, informelles und nicht formales Lernen sowie Jugendarbeit unterstützen. Die Projekte sollen einen Beitrag dazu leisten, dass sowohl die junge Generation als auch die Fachkräfte künftig über die Kompetenzen verfügen, die für die Erholung des kulturellen und kreativen Sektors erforderlich sind. Aber auch zukunftsgerichtet soll es um dessen künftige Entwicklung und Attraktivität gehen sowie um die Frage, wie der kulturelle und kreative Sektor widerstandsfähiger gegenüber Krisen gemacht werden kann.

Vorstellbar sind Themen wie die Entwicklung digitaler Kompetenzen, die soziale Inklusion durch Künste und Kultur oder innovative partizipatorische und interkulturelle Dialogansätze, die Akteure aus dem Bildungs- und Jugendbereich mit den Organisationen des Kultur- und Kreativsektors verbinden.

Fokus auf digitale Bildung in der Berufsbildung

In der Berufsbildung setzt die Europäische Kommission den Fokus auf die digitale Bildung („Digital Education Readiness“). Unter der horizontalen Priorität „Innovative Praktiken in einer digitalen Welt“ können zum Beispiel Projekte eingereicht werden, die innovative und offene Lernmethoden entwickeln oder die Anwendung von digitalen Technologien in der beruflichen Bildung fördern. In den letzten Monaten stehen Schlüsselbegriffe wie digitales Lernen und Arbeiten zwangsläufig unter dem Eindruck und den Erfahrungen, die wir alle unter Covid-19 gemacht haben.

Die Kompetenzentwicklung in diesem Bereich schreitet voran, aber die Coronakrise macht auch die Kompetenzbedarfe, die durch Aus- und Weiterbildung vermittelt werden können, deutlich. Nutzen Sie diese Perspektive und machen Sie aus der Not eine Tugend: Entwickeln Sie neue Ideen für die europäische Berufsbildungslandschaft oder passen Sie bestehende Konzepte an. Laufende Erasmus+ Projekte der Berufsbildung haben hier teilweise schon sehr gute Wege gefunden. Beispielsweise mit dem Einsatz der 3D-Druck Technologie in Berufsschulen bis hin zur Inklusion marginalisierter Gruppen in das alltägliche digitale Lernen. 

Nähere Informationen zum neuen Aufruf wie zum Beispiel die Antragsfrist, der genaue Wortlaut sowie die Förderkonditionen werden auf der Webseite der NA beim BIBB wie auch im Newsletter veröffentlicht werden, sobald sie von der Europäischen Kommission vorliegen.