Zweite Antragsrunde zu Erasmus+ Strategische Partnerschaften gestartet - „Innovative Praktiken im digitalen Zeitalter“ sowie „Entwicklung von Fertigkeiten und Integration durch Kreativität und Kunst“

26.08.2020

Die Europäische Kommission hat eine zweite Antragsrunde im Rahmen der Erasmus+ Strategischen Partnerschaften (Leitaktion 2, KA2) ermöglicht. Dort können Anträge unter anderem aus der Berufsbildung und aus der Erwachsenenbildung eingereicht werden.

Die COVID-19-Pandemie hat nicht nur die Art und Weise eingeschränkt, in der Menschen miteinander interagieren und ihre grundlegenden Alltagsaufgaben ausführen können, sondern auch das Lehren und Lernen in allen Bildungsbereichen verändert. Der Zugang zu Bildung erweist sich in einer für unsere Gesellschaften derart schwierigen Zeit mehr denn je als Voraussetzung, um Chancengleichheit für Menschen aller Hintergründe zu fördern.

Mit der zweiten Antragsrunde möchte die Europäische Kommission auf die aus der COVID-19-Pandemie resultierenden Umstände reagieren. Sie will Innovationen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie in den Bereichen Jugend und Sport vorantreiben. Die Chancen für die persönliche, soziale, bildungsbezogene und berufliche Entwicklung von Menschen in Europa und darüber hinaus sollen verbessert werden, damit niemand den Anschluss verliert.

Daher wird mit dem Programm „Erasmus+“ im Jahr 2020 ausnahmsweise Folgendes unterstützt:

Welche Vorhaben werden gefördert?

Berufsbildung

Partnerschaften zur Förderung der Bereitschaft für digitale Bildung (in den Bereichen Schulbildung, berufliche Aus- und Weiterbildung sowie Hochschulbildung)

Ziel dieser Projekte ist, die Systeme für allgemeine und berufliche Bildung so umzugestalten, dass die Herausforderungen, die durch die abrupte Umstellung auf Online- und Fernunterricht entstanden sind, bewältigt werden; dies beinhaltet ebenfalls, dass Lehrkräfte beim Aufbau digitaler Kompetenzen unterstützt werden und die integrative Komponente von Lernangeboten erhalten bleibt. (…)

(Erasmus+ Programmleitfaden 2020, Version 3, S. 117 ff.)

Um förderfähig zu sein, müssen die Vorhaben auf folgende Priorität abzielen:

Innovative Praktiken im digitalen Zeitalter: Durch das Erasmus+-Programm wird die Anwendung digitaler Technologien sowie innovativer und offener Lernmethoden in der allgemeinen und beruflichen Bildung, der Jugendarbeit und im Sport unterstützt. Besonderes Augenmerk wird auf die Förderung der Geschlechtergleichstellung sowie auf die Bekämpfung der Ungleichheit unterrepräsentierter Gruppen im Zugang zu und der Nutzung von digitalen Technologien gelegt.

Das Programm fördert ebenfalls die europäischen Rahmen für die digitale Kompetenz von Pädagogen, Bürgern und Organisationen, einschließlich der Entwicklung und Anwendung kostenloser Lehr- und Lernmaterialien, kostenloser Lehrbücher sowie kostenloser Lehr- und open-source-basierter Lernsoftware.

Vorrang erhalten Maßnahmen, die innovative Lernmethoden und -instrumente für die Lehre, die Aus- und Weiterbildung und Bewertung als Antriebselemente des lebenslangen Lernens fördern. Erasmus+ muss weiterhin dazu dienen, den Prozess der Erholung von der COVID-19-Pandemie zu flankieren und dabei Reaktionsfähigkeit, Anpassbarkeit und Flexibilität unter Beweis zu stellen. Daher erhalten Maßnahmen Vorrang, die dazu beitragen, die Bereitschaft für digitale Bildung aufzubauen und die Folgen der Krise für einige der am schwersten betroffenen Sektoren abzumildern.

Erwachsenenbildung:

Partnerschaften für Kreativität (in den Bereichen Jugend, Schul- und Erwachsenenbildung): Die COVID-19-Krise hat die Kultur- und Kreativbranchen besonders hart getroffen. Mit Partnerschaften für Kreativität sollen Organisationen im Bereich der formalen, informellen und nichtformalen Bildung dazu angeregt werden, gemeinsam mit Akteuren der Kreativ- und Kulturbranchen darauf hinzuwirken, dass ein stärkeres europäisches Bewusstsein entsteht und Menschen aktueller und künftiger Generationen unabhängig von ihrem sozialen und kulturellen Hintergrund zu erfolgreichen Innovatoren in ihrem lokalen Umfeld werden können. 

Ein weiteres Ziel besteht darin, junge Menschen und Erwachsene mit den Instrumenten und Kompetenzen auszustatten, die sie für die Schaffung kreativer und innovativer Lösungen benötigen, mit denen völlig neue Risiken und gesellschaftliche Herausforderungen bewältigt und Möglichkeiten erschlossen werden können, die in einer Krisensituation erforderlich sein könnten. (…)

(Erasmus+ Programmleitfaden 2020, Version 3 , S. 117 ff.)

Um förderfähig zu sein, müssen die Vorhaben auf folgende Priorität abzielen:

Entwicklung von Fertigkeiten und Integration durch Kreativität und Kunst: Vorrang erhalten ferner Bildungsmaßnahmen und lebenslanges Lernen, informelles und nichtformales Lernen und Jugendarbeit (auch digitale Jugendarbeit) mit einer kulturellen und kreativen Komponente. So soll jungen Generationen und Fachkräften geholfen werden, sich Fertigkeiten und Kompetenzen, darunter auch digitale Kompetenzen, anzueignen, die Kreativität in der Bildung fördern. Ebenso sollen Qualität, Innovation und Anerkennung von Jugendarbeit, die das kreative Potenzial junger Menschen fördert, verbessert werden, damit die kulturellen und kreativen Sektoren widerstandsfähiger werden. Vorrangig werden auch Maßnahmen sein, die zur Schaffung von Arbeitsplätzen, nachhaltiger Entwicklung und sozialer Integration durch Kunst beitragen können, indem sie Ansätze für einen innovativen, partizipatorischen und interkulturellen Dialog fördern, in deren Rahmen Interessenträger in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend mit Organisationen der kulturellen und kreativen Sektoren verzahnt werden.

Allgemeine Fragen

Welche Projektformen sind möglich?
Es können sowohl „Projekte zum Austausch guter Praxis“ (ohne intellektuelle Outputs) als auch „Projekte zur Unterstützung von Innovationen“ (mit intellektuellen Outputs) eingereicht werden.

Was und wie wird gefördert?
Strategische Partnerschaften als Antwort auf die COVID-19-Krise unterliegen den Finanzierungsregeln, die auch für gewöhnliche Strategische Partnerschaften gelten (siehe Programmleitfaden 2020, Version 3 ab Seite 125 ff).

Wie erfolgt die Einreichung von Anträgen?
Auch die zweite Antragsrunde wird dezentral von den Nationalen Agenturen organisiert. An der Art und Weise der Einreichung ändert sich daher nichts. 

Zur Einreichung von Anträgen finden Sie Informationen und Hilfestellung auf den Webseiten der NA:

Die elektronische Antragsstellung ist nun möglich.

Welche Projektdauer wird gefördert?

Die Projekte können zwischen 12 und 24 Monaten dauern. Der Projektbeginn liegt zwischen dem 01.03.2021 und dem 30.06.2021 für 12 bis 24 Monate.

Wie hoch ist die maximale Projektfördersumme?
Die Projektzuschüsse für Strategische Partnerschaften als Antwort auf die COVID-19-Krise für 24-monatige Projekte sind auf 300.000 EUR begrenzt.

Wann ist die Einreichungsfrist?
Einreichungsfrist ist der 29. Oktober 2020, 12:00 Uhr mittags (Brüsseler Zeit).

An wen kann ich mich bei Beratungsbedarf wenden?
Die NA beim BIBB bietet auch für diesen Call eine Skizzenberatung an. In dieser werden Sie von einer Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter der NA telefonisch anhand einer Projektskizze beraten.

Hier geht es zu den Skizzenberatungsformularen:

Formale, technische, finanzielle und vertragliche Fragen

Team „Finanzielle und vertragliche Projektbegleitung“

E-Mail: helpna(at)bibb(dot)de
Hotline: 0228 107 - 1700

Mo I Di I Do I Fr: 09:30 - 12:00 Uhr

Inhaltliche Fragen

Team „Erwachsenenbildung“

E-Mail: partnerschaften-erwachsenenbildung(at)bibb(dot)de
Hotline: 0228 107 - 1300

Mo I Di I Do I Fr: 09:30 - 12:00 Uhr

Inhaltliche Fragen

Team „Innovation und Kooperation in der Berufsbildung“

E-Mail: partnerschaften-berufsbildungs(at)bibb(dot)de

Fon: 0228 107 - 1500

Mo | Di | Do | Fr: 09:30 - 12:00 Uhr