Angela Merkel mit Erasmus+ Stipendiatinnen
Angela Merkel mit den Erasmus+ Stipendiatinnen Patricia Preß, Gabriele Juozaityte, Katja Pieler und Theresa Sollner. Foto: Christian v. Polentz/transitfoto.de

Angela Merkel ehrt Erasmus+ Stipendiatinnen und Stipendiaten - Die Bundeskanzlerin verleiht den Europass Mobilität an angehende Erzieherinnen und Erzieher

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am EU-Projekttag mit angehenden Erzieherinnen und Erziehern, die während ihrer Ausbildung mit Erasmus+ ein Auslandspraktikum absolviert haben, über ihre Erfahrungen in Europa diskutiert. Die Kanzlerin besuchte am 7. Mai die Jane-Addams-Schule – Oberstufenzentrum Sozialwesen in Berlin. Im Anschluss an die Diskussion verlieh die Kanzlerin den Auszubildenden den Europass Mobilität.

Angela Merkel überreicht den Europass an Erasmus+ Stipendiatinnen
Angela Merkel übergibt den Europass an Patricia Preß und Gabriele Juozaityte. Foto: Christian v. Polentz/transitfoto.de

„Was war für Sie das Wichtigste bei Ihrem Auslandsaufenthalt?“, fragte Angela Merkel in die Runde, nachdem sie gespannt die Präsentation von Gabriele Juozaityte und Patricia Preß verfolgt hatte. Die beiden jungen Frauen hatten über ihr Anerkennungspraktikum berichtet, das sie von September 2017 bis Februar 2018 in Wrexam, einem kleinen Ort in Wales, durchgeführt hatten.

„Flexibilität, Sprache, unglaublich viele neue interessante Erfahrungen – vor allem habe ich mich in Wrexam selbst ganz neu kennen lernen können sowie einen authentischen Einblick in die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen  erhalten“, berichtete Patricia Preß der Kanzlerin.

„Ich konnte Methoden des Unterrichts in einer Grundschule kennen lernen und so einen Einblick in das walisische Schulsystem bekommen, das ganz anders ist als das deutsche. Insgesamt hat der Aufenthalt zu einer umfassenderen Erweiterung der eigenen beruflichen Handlungskompetenzen beigetragen“, fügte Gabriele Juozaityte hinzu.

Angela Merkel überreicht den Europass an Erasmus+ Stipendiatinnen
Angela Merkel mit Katja Pieler und Theresa Sollner. Foto: Christian v. Polentz/transitfoto.de

Katja Pieler hat 2016 im zweiten Jahr ihrer Ausbildung ein Praktikum an der deutschen Schule in Bilbao durgeführt. Dabei bekam sie wertvolle Einblicke in die bilinguale Erziehung von Kindern: „Die Kinder an der Deutschen Schule Bilbao wachsen mit der deutschen Sprache als erste Fremdsprache auf. Im Kindergartenalltag konnte ich diesbezüglich das Immersionsprinzip kennenlernen. Dies bedeutet, dass die Kinder im Alltag selbst aus dem Zusammenhang und im individuellen Tempo erschließen. Dabei hat mich vor allem begeistert, wie schnell die Kinder zwischen den beiden Sprachen Spanisch und Deutsch wechseln konnten."

Merkel zeigte sich von den Berichten der Auszubildenden beeindruckt. In ihrem Abschlusstatement betonte sie, wie wertvoll Erasmus+ gerade auch in der Berufsbildung ist: „Ich fühle mich darin bestätigt, dass wir dieses Programm nicht nur erhalten, sondern ausbauen sollten. Denn auch diejenigen, die kein Hochschulstudium absolvieren, sollten die Möglichkeit haben, Europa kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und ihr eigenes Land einfach auch einmal aus der Perspektive eines anderen Landes zu sehen und zu erleben.“

Seit 2012 ermöglicht die Jane-Addams-Schule angehenden Erzieherinnen und Erziehern ein Praktikum im Ausland. Um die 60 Auszubildende können jedes Jahr die Praxisphase des 2. oder 3. Ausbildungsjahres in Spanien, Schweden, Österreich, Italien, Frankreich, den Niederlanden, auf Malta oder im Vereinigten Königreich absolvieren. Dort arbeiten sie zwischen acht und 20 Wochen in sozialpädagogischen Einrichtungen.

Dabei vertiefen sie nicht nur ihre bereits erworbenen praktischen Fähigkeiten, sondern erwerben – neben Sprachkenntnissen – auch wertvolle interkulturelle Kompetenzen, die ihnen in ihrer späteren Berufstätigkeit besonders bei der Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund zu Gute kommen werden.

Gefördert wird das Projekt EfA-Soz durch Erasmus+.

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