Stark für internationale Mobilität - Warum Unternehmen auf Auslandsaufenthalte setzen

Über den Tellerrand zu schauen und berufliche Erfahrungen in einem anderen Land sammeln - dies ist mittlerweile ein Must-have für den beruflichen Werdegang. Doch internationale Lernaufenthalte bringen nicht nur denjenigen etwas, die sie absolvieren. Auch Unternehmen und Betriebe profitieren davon. Trotzdem zögern manche Unternehmen noch, ihre Azubis oder ihr Bildungspersonal ins Ausland zu schicken. Daher hat die NA beim BIBB Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, die bereits Mobilitätsprojekte im Programm Erasmus+ durchführen, eingeladen, gemeinsam eine Argumentationshilfe zu entwickeln, die ein Bewusstsein für den Mehrwert von Mobilitätsarbeit in Unternehmen schaffen soll.

Am 27. und 28. Juni  2016 fand in Bonn die alljährlich stattfindende Monitoringveranstaltung für Unternehmen statt. Neben Information und Austausch stand in diesem Jahr auch die Formulierung einer Argumentationshilfe auf dem Programm, die aus unternehmerischer Perspektive den Mehrwert für die Einbindung von Auslandsaufenthalten in die unternehmerische Aus- und Weiterbildung aufzeigt. Ziel dieser Argumentationshilfe ist es, das Bewusstsein für die positive Wirkung von Auslandsaufenthalten für Auszubildende und betriebliches Bildungspersonal zu stärken und die internationale Mobilitätsarbeit in Unternehmen zu unterstützen.

Das nun vorliegende Ergebnis verdeutlicht, warum internationale Lernaufenthalte sowohl für den einzelnen Teilnehmenden als auch das Unternehmen selbst ein Erfolg sein können. Es zeigt darüber hinaus auch auf, dass Unternehmen für die erfolgreiche Einbindung von Auslandsaufenthalten in die Aus- und Weiterbildung strategische Ansätze und bestimmte Ressourcen benötigen.

Auf einen Blick: Die wichtigsten Argumente für Auslandsaufenthalte in der unternehmerischen Aus- und Weiterbildung

Wirkung und Mehrwert für Auszubildende/Bildungspersonal

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an beruflichen Auslandsaufenthalten

  • fördern ihre fachlichen, interkulturellen und sprachlichen Kompetenzen und qualifizieren sich damit für  internationale Aufgabenfelder.
  • blicken über den Tellerrand hinaus und stärken ihre persönliche Weiterentwicklung.
  • qualifizieren sich für neue Tätigkeiten und verbessern damit ihre Aussichten auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft.
  • knüpfen internationale Kontakte und lernen, sich in einem globalen Umfeld zu bewegen.

Wirkung und Mehrwert für Unternehmen

Unternehmen

  • fördern durch das Angebot von Auslandsaufenthalten ihre Attraktivität als Ausbildungsanbieter und Arbeitgeber, stärken die Bindung ihrer Mitarbeiter/-innen an das Unternehmen und leisten damit einen Beitrag zur Fachkräftesicherung.
  • stärken durch Auslandsaufenthalte die interkulturellen, sprachlichen und persönlichen Kompetenzen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • qualifizieren sie damit für internationale Geschäftsfelder und unterstützen so den unternehmerischen Erfolg auf dem internationalen Markt.
  • können durch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnereinrichtungen wie z.B. Tochter- oder Schwesterfirmen im Rahmen von Auslandsaufenthalten Geschäftskontakte ausbauen und die Zusammenarbeit in internationalen Netzwerken intensivieren.
  • sammeln durch die im Rahmen von internationalen Mobilitätsaktivitäten entstandenen Kontakte zu ausländischen Partnerbetrieben Know-How über die Infrastrukturen in den jeweiligen Partnerländern
  • lernen durch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnereinrichtungen  neue Techniken, Arbeitsweisen und Organisationsstrukturen kennen.

Strategische Ansätze

  • Unternehmen sollten sich grundlegend mit der Mobilisierung in der globalisierten Arbeitswelt und dem „Öffnen von kulturellen Barrieren“ identifizieren.
  • Auslandsaufenthalte sollten nicht als losgelöste Einzelaktionen durchgeführt werden, sondern in die unternehmerische Grundstrategie sowie in ihr Aus- und Weiterbildungsangebot eingebunden werden.
  • Der Bedarf für Auslandsaufenthalte, der sich aus einem international ausgerichteten Geschäftsbedarf und Arbeitsumfeld ergibt, sollte im Unternehmen verdeutlicht werden.
  • Unternehmen sollten die Förderung der Selbstständigkeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als ein Ziel ihrer Personalpolitik ansehen.
  • Internationale Mobilitätsangebote können als Marketinginstrument für eine attraktive Ausbildung genutzt werden.

Ressourcen

Für die Durchführung von Auslandsaufenthalten benötigen Unternehmen

  • personelle und zeitliche Ressourcen für die Planung, Durchführung und Nachbereitung der Auslandsaufenthalte.
  • zusätzlich zu den Erasmus+-Mitteln finanzielle Eigenmittel.
  • die Unterstützung betriebsinterner Entscheidungsträger.
  • verlässliche Kooperations- und Ansprechpartner im Ausland und
  • eine gute Kooperation mit der deutschen Berufsschule.
  • ein Konzept und eine gute Betreuung der Auszubildenden.
  • motivierte Auszubildende und motiviertes Personal.

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