Der Beitrag der Bildungsprogramme zur Verbesserung der Bildungs-/Weiterbildungsberatung in Deutschland - Veranstaltungsdokumentation

Workshop

19.05.2016, Bonn

Bildungsberatung in Deutschland und in Europa hat viele Facetten. Die Vielfalt der Beratungsangebote sowie die Möglichkeiten der Beratung sind groß. Im aktuellen EU-Bildungsprogramm Erasmus+ sowie im Vorgängerprogramm für Lebenslanges Lernen (PLL) wird der Förderung von Projekten, die Beratungsangebote ausbauen und damit den Zugang zu Bildung erleichtern, eine hohe Bedeutung beigemessen. Am 19. Mai 2015 lud die NA beim BIBB daher Projektträger/-innen und Schlüsselakteure/-innen zu einem Workshop zum Thema Bildungsberatung nach Bonn ein. Ziel der Veranstaltung war der Austausch über aktuelle Bedarfe und Chancen. Zudem informierte die NA beim BIBB die Teilnehmenden über nationale und europäische Entwicklungen und Prioritäten.

© NA beim BIBB

Beim Workshop trafen sich Projektvertreterinnen und Projektvertreter der EU-Bildungsprogramme Erasmus+ und PLL aus den Bildungsbereichen Berufs-, Erwachsenen- und Hochschulbildung, die sich im Rahmen ihres geförderten Projekts mit dem Thema oder Teilaspekten der Bildungsberatung auseinandersetzen, gemeinsam mit ausgewählten Schlüsselakteuren aus Bildung und Politik.
Am Vormittag der Veranstaltung wurde die Bildungsberatung aus nationaler und aus europäischer Sicht beleuchtet:


Nationale Perspektive

Einführend stellte Susanne Schmidtpott, Projektleiterin beim Nationalen Forum Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung e.V. (nfb), das „BeQu-Konzept für professionelle Beratung“ und damit aktuelle Ergebnisse in der Bildungs- und Berufsberatungsentwicklung in Deutschland vor. Das BeQu-Konzept widmet sich mit den dort entwickelten Qualitätsstandards der Frage, was gute Beratung ausmacht. Die Ergebnisse stellen eine Orientierungshilfe im heterogenen System der Beratung in Deutschland dar.


Europäische Perspektive

Anschließend wurde die Perspektive auf die europäischen Wege in der Bildungs- und Berufsberatung fokussiert, indem zwei aktuelle Erasmus+-Projekte der Leitaktion 2, Strategische Partnerschaften, exemplarisch vorstellten, wie Projekte zum Thema Bildungsberatung gestaltet sein können.

Thomas Jäger präsentierte zunächst das Projekt aus dem Hochschulbereich „PrevDrop - Detecting and Prevention Drop out from Higher Education or Supporting Students to Switch Successfully to VET” der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, das sich dem Thema Prävention von Studienabbrüchen widmet.

Mit dem Berufsbildungsprojekt „Guide my w@y“, vorgestellt durch Elena Iuga, Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, wurde das Vorhaben präsentiert, ein europäisches Beratungskonzept zur internationalen Mobilität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit unterstützenden Online-Tools zu entwickeln.

Auch die Projektvertreterinnen und Projektvertreter der weiteren Beratungsprojekte beider EU-Programme standen am Nachmittag für eine detaillierte Vorstellung ihrer Projekte zur Verfügung.

Bedarfe ermitteln

Schließlich fanden sich die Teilnehmenden zu Diskussionen im World Café zusammen. An insgesamt drei Thementischen fanden nicht nur Beispiele guter Praxis Erwähnung, sondern es wurden auch Bedarfe für die Zukunft ermittelt:

  • "Zusammenarbeit/Kooperationen“: Hier wurde der Frage nachgegangen, wie die jeweilige Zusammenarbeit weitergestaltet werden kann. Ein zentrales Ergebnis war, dass Transparenz über die diversen Beratungsangebote das Fundament für jede Kooperation bildet. Nur so könne man ziel- und ergebnisorientiert zusammenarbeiten

  • "Verbreitung/Instrumentenkasten“: An diesem Thementisch wurde als Gelingensfaktor für die Verbreitung von Ergebnissen und Angeboten das Zusammenbringen der jeweiligen Akteure herausgearbeitet. Ein anderes Instrument zur erfolgreichen Verbreitung und um den Zugang zu den jeweiligen Angeboten zu erleichtern ist die aktive Ansprache der jeweiligen Zielgruppe.

  • "Bedarfe/Weiterentwicklung“: Hier zeigte sich ebenfalls, dass es für die Bildungsberatung eine bedeutsame Aufgabe ist, den Zugang zu Beratungsangeboten passgenau herzustellen. Diesbezüglich erarbeiteten die Teilnehmenden, welche innovativen Wege beispielsweise in der Berufsorientierung noch gegangen werden können. In den Diskussionen wurde ebenfalls betont, dass es ein zentraler Bedarf in der Bildungsberatung ist, durch Koordinierung Klarheit über die jeweiligen Beratungsangebote zu schaffen.


Fazit

Diesen "Beratungsdschungel" zu lichten und zu koordinieren sei eine große Herausforderung, so das Fazit am Ende des Tages. Umso bedeutsamer sind nach Meinung der Teilnehmenden Veranstaltungen wie dieser Workshop, um sich nicht nur einen Überblick über die nationalen und europäischen Entwicklungen zum Thema zu verschaffen. Vielmehr wird den Beteiligten durch den gezielten Austausch die Möglichkeit geboten, Bedarfe zu identifizieren und schließlich kreative Impulse für den jeweiligen Arbeitsbereich im heterogenen Feld der Bildungsberatung zu erhalten.

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