Erasmus+ öffnet Türen – Auslandsaufenthalte inklusiv - 8. November 2017 – Bonn

Inklusion und die Förderung von Chancengleichheit sind Schwerpunkte des Programms Erasmus+. Trotzdem ist die Teilnahme von Menschen mit Behinderung an Mobilitätsprojekten eher die Ausnahme. Um die Wichtigkeit des Themas hervorzuheben, neue Projektträger zu gewinnen und den aktuellen Projektträger die Chance zu geben, sich zu vernetzen und auszutauschen, lud die Nationale Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) am 8. November 2017 zur Veranstaltung „Erasmus+ öffnet Türen – Auslandsaufenthalte inklusiv“ nach Bonn ein.

In Anlehnung an die in Bonn im November 2017 stattfindende UN-Klimakonferenz eröffnete Berthold Hübers, Teamleiter Mobilität und Internationalisierung bei der NA beim BIBB die Veranstaltung: „Das Klima für Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung für Menschen mit Behinderung ist gut, aber es gibt noch viel zu tun.“ Aktuell liegt der Anteil von Menschen mit Behinderung, die an einem Auslandsaufenthalt in ihrer Berufsausbildung teilnehmen, bei 1,2 Prozent.  Dieser Anteil soll bis 2020 weiter steigen.

Kirsten Vollmer von der Stabstelle für Menschen mit Behinderung im Bundesinstitut für Berufsbildung stellte die Rahmenbedingungen und aktuellen Entwicklungen für Menschen mit Behinderung in der Beruflichen Bildung dar. Darauf folgte ein Beitrag zum Programm Erasmus+ und was es für Menschen mit Behinderung leistet. Im Speziellen ging es darum, welche Lernenden mit Behinderung welcher Ausbildungsgänge und welche Kosten speziell im Zusammenhang mit Behinderung gefördert werden können.

Praxisberichte von Teilnehmenden und Workshops

Praxisgespräch: Projektträger und ehemalige Teilnehmende berichten von ihren Erfahrungen

In einem Praxisgespräch berichteten zwei Projektträger, die Teilnehmende mit Behinderung entsenden – das Berufsförderungswerk Köln und das Rheinisch-Westfälisches Berufskolleg – von ihren Erfahrungen. Die beiden Teilnehmenden, die ihre Praktika in England und Irland verbracht haben, berichteten von den positiven Auswirkungen ihrer Auslandsaufenthalte. Diese hätten ihr Leben verändert. Beide Projektträger stellten die Wichtigkeit einer intensiven Vorbereitung und die Abstimmungen mit den Partnereinrichtungen im Ausland als Erfolgsfaktor heraus.

Nachmittags fanden zwei parallele Workshops statt. Der Workshop „Auslandsaufenthalte für Menschen mit Behinderung planen und beantragen“ richtete sich an Berufsbildungseinrichtungen, die in 2018 das erste Mal einen Projektantrag stellen möchten. Ziel war es, diese fit für die Antragstellung zu machen. Konkret wurde in dem Workshop besprochen, wer in welchem Umfang gefördert werden kann, wie die Antragstellung funktioniert und welche Unterstützung die NA beim BIBB den Projektträgern bietet.

Plenum

Der zweite Workshop „Auf die Wirkung kommt es an! Wirkung von Mobilität für Menschen mit Behinderung benennen, austauschen und diskutieren“ richtete sich an erfahrene Projektträger. Im ersten Teil des Workshops gab es einen Austausch zu den Themen Projektdurchführung, Herausforderungen und Stolpersteine sowie Rahmenbedingungen des Programms Erasmus+.

Im Bereich der Projektdurchführung spielte das Thema der Partnersuche eine große Rolle, bei den Rahmenbedingungen des Programms die Frage nach einer möglichen Förderung von Personalkosten. Im zweiten Teil des Workshops stand die Wirkung von Auslandsaufenthalten für Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt. Hierbei ging es vor allem um die Wirkung für die Teilnehmenden, aber auch um die Wirkung für die beteiligten Organisationen.

Hinsichtlich der Wirkung auf die Teilnehmer wurden am häufigsten das gesteigerte Selbstbewusstsein und die Motivation der Teilnehmer sowie die verbesserten Arbeitsmarktchancen und das Entdecken neuer Perspektiven genannt. Die Wirkung der entsendenden Einrichtungen zeichnet sich vor allem durch eine Verbesserung des Images aus.

Am Ende der Veranstaltung zeichnete sich ab, dass viele der Teilnehmenden der Veranstaltung planen, einen Projektantrag in 2018 zu stellen.