Bernhard Ripp, stellvertretender Landrat, Klaus Fahle, Leiter der NA beim BIBB, Michael Helleberg, Schulleiter am ABK Horrem und Richard Stigulinsky, Leitender Ministerialrat im Ministerium für Schule und Bildung NRW, mit Erasmus+ Stipendiatinnen
(Mitte, v.l.n.r.) Bernhard Ripp, stellvertretender Landrat, Klaus Fahle, Leiter der NA beim BIBB, Michael Helleberg, Schulleiter am ABK Horrem und Richard Stigulinsky, Leitender Ministerialrat im Ministerium für Schule und Bildung NRW, im Kreis der Auszubildenden, die die Arbeitsgruppen moderierten und die Botschften präsentierten.

Mobilitätstag 2018 - Von den Erfahrungen der Erasmus+ Stipendiatinnen und Stipendiaten lernen

Wie hat der Auslandsaufenthalt Auszubildende verändert? Der Nationalen Agentur beim BIBB ist es ein wichtiges Anliegen, von Erasmus+-Stipendiatinnen und Stipendiaten zu erfahren, welche Erfahrungen sie während ihres Auslandsaufenthaltes gemacht haben. Wo lagen die Herausforderungen und wie kann das Programm Erasmus+ verbessert werden, damit noch mehr junge Menschen von einem Auslandspraktikum während ihrer Ausbildung profitieren? Um dies zu erfahren, hat die NA beim BIBB auch im Jahr 2018 wieder zum Mobilitätstag eingeladen. Regionaler Schwerpunkt der Veranstaltung war dieses Mal das Bundesland Nordrhein-Westfalen; Kooperationspartner der NA beim BIBB war das Landesministerium für Schule und Bildung.

Herzlicher Empfang am Adolf-Kolping-Berufskolleg Kerpen-Horrem

Erasmus+ Stipendiatinnen posieren mit einem Bilderrahmen
Los geht's beim Mobilitätstag 2018.

Rund 100 Auszubildende aus NRW, die von insgesamt 30 Lehrerinnen und Lehrern begleitet wurden, folgten der Einladung und trafen sich am 18. April bei strahlendem Sonnenschein am Adolf-Kolping-Berufskolleg in Kerpen-Horrem. Am Vormittag tauschten sich die jungen Leute in Arbeitsgruppen, die jeweils von einem Auszubildenden moderiert wurden, zu ihren Auslandserfahrungen aus. Dabei formulierten sie Botschaften für mehr internationale Mobilität in der Berufsausbildung. Parallel dazu trafen sich die begleitenden Lehrer/-innen mit dem Leiter des Berufskollegs Michael Helleberg, und Klaus Fahle, dem Leiter der NA beim BIBB.

Das Adolf-Kolping-Berufskolleg erwies sich als herzlicher und gut organisierter Gastgeber und präsentierte sich als Schule, an der der europäische Gedanke gelebt wird. Als Europaschule entsendet das Kolleg bereits seit 18 Jahren Schüler/-innen in europäische Auslandspraktika, um die persönliche Entwicklung und die beruflichen Perspektiven der jungen Menschen zu fördern.

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"Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv - wir machen das seit vielen Jahren"

Michael Helleberg, Schulleiter des Adolf-Kolping-Berufskollegs über das Programm Erasmus+ und Georg Mühle, Lehrer, über die Erfahrungen mit Auslandsaufenthalten.

4:29 Minuten

Grußbotschaften aus der Region

Richard Stigulinszky
Grußwort von Richard Stigulinszky

Nach der Mittagspause begann der öffentliche Part der Veranstaltung mit Gästen aus Politik, Bildung und Wirtschaft, die angereist waren, um von den Berichten und Botschaften der Auszubildenden zu hören. Die Fernsehjournalistin Brigitte Büscher moderierte durch den öffentlichen Part der Veranstaltung, der mit kurzen Grußworten begann, die vor allem das Engagement für internationale Mobilität in der Region hervorhoben.

Richard Stigulinszky, der Leitende Ministerialrat im Ministerium für Schule und Bildung NRW, hob das Engagement der Schulen und Betriebe in NRW für internationale Mobilität hervor und betonte, dass es für alle eine Bereicherung sei, sich von den Erlebnissen, welche die Auszubildenden während ihres Auslandspraktikums erfahren haben, berichten zu lassen.

Die wichtige Bedeutung der Erfahrungen und Botschaften der Erasmus+-Stipendiatinnen und Stipendiaten betonte auch Klaus Fahle, der Leiter der Nationalen Agentur beim BIBB. Mit Blick auf die Entwicklung von Erasmus+ sei es wichtig, daraus zu lernen. Er machte zudem deutlich, dass das Engagement der Schulen und Bezirksregierungen ein wichtiger Faktor sei, um die Ziele der 10%-Strategie zu erreichen und die internationale Mobilität während der Berufsausbildung zu stärken. „Wir setzten auf Sie“ war seine Botschaft an die Schulen und Bezirksregierungen in NRW.

Die Regierungspräsidentin Gisela Walsken betonte, wie wertvoll ein Auslandsaufenthalt während der Berufsausbildung ist: „Sie nehmen  Barrieren weg und tragen dazu bei, dass der europäische Gedanke gelebt wird.“ Als Präsidentin des Regierungsbezirks Köln unterstrich sie außerdem das Engagement der Schulen in diesem Bezirk: „Wir können international“, hielt sie dazu fest.

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"Das ist gelebtes Europa"

Gisela Walsken, Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Köln im Audiostatement über den hohen Mehrwert von Auslandsaufenthalten und die Möglichkeiten des Mobilitätstags.

1:04 Minuten

Zuletzt richtete auch der stellvertretende Landrat Bernhard Ripp Grußworte an die Auszubildenden und das geladene Publikum. Er betonte die Bedeutung des Programms Erasmus+ und lobte das Adolf-Kolping-Berufskolleg als herausragenden Akteur bei der Internationalisierung der Berufsbildung.

Lernen und Leben im Ausland – Auszubildende präsentieren Erlebnisberichte und Botschaften aus den Arbeitsgruppen

Erasmus+ Stipendiatinnen und Stipendiaten präsentieren ihre Botschaften
Erasmus+ Stipendiatinnen und Stipendiaten präsentieren ihre Botschaften

Im Anschluss folgte die Präsentation der Ergebnisse unter der Moderation von Brigitte Büscher. Die jungen Leute berichteten von ganz unterschiedlichen Erfahrungen, die im Ausland gemacht wurden, auffallend war aber das positive Feedback: Die Mehrheit hielt fest, dass es eine tolle Erfahrung gewesen sei und sie erneut ins Ausland gehen würden.

Mit Blick auf die Frage „Wie habe ich mich verändert?“ und „Was hat mir das Auslandspraktikum gebracht?“ wurden vor allem die deutlich verbesserten Sprachkompetenzen sowie die persönliche Entwicklung in den Mittelpunkt gerückt. Selbständigkeit, Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur Selbstplanung seien gestärkt worden. So berichtete ein Auszubildender: „Ich weiß jetzt besser im Leben, was ich will.“ In Erinnerung bleiben dem Publikum sicherlich auch die ganz persönlichen Geschichten der jungen Leute, in denen sie in der fremden Arbeitssituation Mut, Ausdauer und Flexibilität bewiesen.

Auch auf der fachlichen Ebene gingen die Auszubildenden mit einem Mehrwert aus dem Ausland zurück. Durch den Arbeitseinsatz in einer anderen Umgebung seien je nach Ausbildungsberuf neue Fachkenntnisse hinzugewonnen worden. Viele berichteten zudem von einer gestärkten Motivation für die Arbeit im heimischen Betrieb und davon, dass sie nun viele Aspekte ihrer alltäglichen Arbeit mehr zu schätzen wüssten.

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Was berichten Azubis von ihrem Auslandsaufenthalt?

Drei Auszubildende, eine Botschaft: "Erasmus+ und Auslandsaufenthalte bringen uns weiter!" Erol, 22, Auszubildender zum Fachinformatiker war in Spanien, Tamara, 20, und Louis, 19, beide Auszubildende zum/-r gestaltungstechnischen Assistent/-in, sammelten Erfahrungen in Tschechien.

2:06 Minuten

Die wichtigsten Botschaften

an Auszubildende:

  • Habt keine Angst, sondern traut euch und macht mit!
  • Nutzt die Chance und knüpft internationale Kontakte!
  • Informiert euch frühzeitig, wenn ihr mit Erasmus+ ins Ausland möchtet!

an Ausbildungsbetriebe:

  • Lasst die Azubis ins Ausland gehen! Sie kommen mit neuen Kompetenzen und mehr Motivation für die Arbeit zurück!
  • Auch ihr profitiert von internationaler Mobilität, denn Auslandsaufenthalte fördern eure internationalen Beziehungen und machen euer Ausbildungsangebot attraktiv.

an Berufsschulen:

  • Danke an unsere Lehrer/-innen für die gute Organisation der Auslandsaufenthalte!
  • Macht bessere Werbung für die Möglichkeit, ins Ausland gehen zu können!
  • Geht auf die Betriebe zu und verbessert die Zusammenarbeit für mehr Auslandsaufenthalte in der Berufsausbildung!

an Erasmus+ und die Politik:

  • Danke! Es war eine tolle Erfahrung, mit Erasmus+ im Ausland gewesen zu sein! Wir würden es wieder tun!
  • Wendet euch stärker an Betriebe und informiert sie besser, damit mehr Auszubildende ins Ausland gehen können!
  • Macht auch internationale Mobilität über die Grenzen Europas hinaus möglich!
  • Erhöht die finanzielle Förderung und sorgt für eine bessere Verteilung der Gelder, damit sich mehr Auszubildende den Auslandsaufenthalt leisten können!

Der Abschluss des Tages

Ein Azubi überreicht Klaus Fahle einen Koffer
Klaus Fahle nimmt die Botschaften entgegen.

Klaus Fahle nahm die Botschaften der Auszubildenden symbolisch gesammelt in einem Koffer entgegen. Er dankte den Auszubildenden für diese Botschaften, die eine Hilfe für die zukünftige Arbeit seien. Als Antwort auf die Forderungen der Erasmus+-Stipendiatinnen und Stipendiaten unterstrich er, dass es wichtig sei, in Zukunft gegenüber Betrieben stärker und transparenter zu kommunizieren, was für ein Programm Erasmus+ ist und welche Möglichkeiten es bietet. Die Auszubildenden forderte er auf, selber in ihrem Umfeld immer wieder von dem Auslandspraktikum mit Erasmus+ zu berichten, damit immer mehr Menschen von den Möglichkeiten des Programms Erasmus+ und dem Mehrwert internationaler Mobilität erführen.

Die Botschaft, internationale Mobilität auch über die Grenzen Europas hinaus möglich zu machen, unterstütze er, da die deutsche Wirtschaft weltweit operiere. Mit Blick auf die neue Programmgeneration von Erasmus+ sei es denkbar, dass in Zukunft für bestimmte Branchen die Förderung von Mobilität außerhalb Europas ermöglicht werden könnte. Gleichzeitig betonte er, dass die europäische Zusammenarbeit im Rahmen von Erasmus+ den Vorteil habe, dass die Strukturen des Programms allen Mitgliedstaaten vertraut sei, was die Zusammenarbeit erleichtere.

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"Es ist ein Programm, das von Auszubildenden angenommen wird"

Klaus Fahle, Leiter der NA beim BIBB, über das Programm Erasmus+, dessen Zukunft und zum Austausch mit Auszubildenden am Mobilitätstag.

1:19 Minuten

Als Schulleiter der Adolf-Kolping-Berufskollegs und Mitveranstalter des Mobilitätstages gehörte Michael Helleberg das Schlusswort der Veranstaltung. Er dankte vor allem den Auszubildenden für ihre Beiträge und die Bereitschaft, ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen. Für das Berufskolleg, das selbst für seine Internationalisierung zertifiziert wurde und sich mit großem Engagement für die internationale Mobilität seiner Schüler/-innen einsetzt, sei es eine besonders große Freude gewesen, den Mobilitätstag ausrichten zu können, und er dankte allen Beteiligten sowie dem Erasmus+-Team der Schule.

Der Tag endete mit einem Abschlusskaffee, den die geladenen Gäste zum Austausch nutzen und einer Graffitiaktion zum Thema Erasmus+ für die Auszubildenden. Unter Anleitung der Künstlerin Nicoleta Jutka konnte sich jeder, der Lust hatte, mit Graffiti an einer Schulwand verewigen, welche das Adolf-Kolping-Berufskolleg zur Verfügung stellte. Entstanden ist ein buntes Bild, mit vielen verschiedenen Motiven, sodass sowohl Erasmus+ als auch der Mobilitätstag am Berufskolleg nachhaltig in Erinnerung bleiben werden.

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Graffitiaktion

Kreativ sein, Wände besprühen - am Ende des Tages nutzten Auszubildende die Chance, eine Botschaft zu platzieren und auf internationale und kulturelle Vielfalt hinzuweisen. Auch Schulleiter Michael Helleberg war dabei.

0:58 Minuten

 

 

Fotos: NA beim BIBB/Thomas Einberger

Ausbildung international – 10% mobile Azubis in NRW

Kooperationspartner der Nationalen Agentur beim BIBB war dieses Jahr das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, das das Engagement der Berufskollegs und Bezirksregierungen mit einer politischen Initiative unterstützt. So hat es 2017 einen Erlass zur „Zertifizierung der Berufskollegs für ihre Aktivitäten zur internationalen Zusammenarbeit in der europäischen Berufsbildung“ aufgesetzt, um internationale Mobilität und Internationalisierung an den Berufskollegs strategisch zu verankern. Eine Zertifizierung erhalten Schulen, die 10 Prozent ihrer Schüler/-innen einen Auslandsaufenthalt ermöglichen und darüber hinaus curriculare und strategische Maßnahmen zur Internationalisierung umsetzen. Durch diese Verknüpfung von qualitativen und quantitativen Maßnahmen leistet NRW einen äußerst innovativen Beitrag zur Internationalisierung der Berufsbildung.

Mehr über die politischen Initiativen des Kultusministeriums NRW

Das Adolf-Kolping-Berufskolleg

Für die qualitativ hochwertige Arbeit bei der fortschreitenden Internationalisierung wurde das Berufskolleg 2017 von der Bezirksregierung Köln zertifiziert. Es bot somit genau den richtigen Ort für einen Mobilitätstag, der zum einen aufzeigen sollte, wie international die Berufsbildung in NRW bereits ist und zum anderen, wie neue Impulse für mehr internationale Mobilität in der Zukunft gesetzt werden können.

Mehr über die Europa-Aktivitäten des Berufskollegs erfahren