Multiplikatorentreffen Erasmus+ Mobilität in der Berufsbildung - Vernetzung und Austausch über Best Practice in der Öffentlichkeitsarbeit

10. November 2016

Im Mittelpunkt des Treffens standen Vernetzung und Austausch über  Best Practice  Beispiele von Öffentlichkeitsarbeit  für Multiplikatoren und Multiplikatorinnen.  Die ECVET-Experten/-innen unterstützten mit ihren Beiträgen die Veranstaltung.

Am 10. November 2016 lud die NA beim BIBB zur zweiten Multiplikatorenveranstaltung des Jahres nach Bonn. Vertreterinnen und Vertreter des Teams Mobilität und Internationalisierung der Berufsbildung (MIB) und der Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung (IBS) organisierten das Treffen. Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit betrieblichen und schulischen Schwerpunkten beraten und unterstützen Einrichtungen  in ihrer Region  und informieren auch übergreifend zur transnationalen Mobilität in der Berufsbildung.

Nach der Begrüßung durch Berthold Hübers, Leiter des Team MIB, informierte Stefan Metzdorf (IBS) die Teilnehmenden über die Bedeutung von Image- und Webvideos in der Öffentlichkeitsarbeit und präsentierte die neuen IBS-Videoclips “Als Azubi nach China“. Monique Nijsten (MIB) stellte die wichtigsten Neuerungen im Programm Erasmus+ vor. Anschließend fanden Gruppengespräche aufgeteilt nach Bundesländern statt (Sachsen und Sachsen-Anhalt waren nicht vertreten).

Diskussionspunkte und Ergebnisse der regionalen Gespräche:

  1. Die Akteure sind durch Treffen/Gespräche mit bildungspolitisch Verantwortlichen, u.a. mit Ministerien, in der jeweiligen Region vernetzt.
  2. Fehlende Kapazitäten an Schulen oder in Betrieben können durch das Einrichten von Funktionsstellen und Entlastungsstunden für das Schulpersonal behoben werden.
  3. Eine schriftlichen Freistellung der Auszubildenden von den dualen Ausbildungsbetrieben ist notwendig.
  4. Es wurde diskutiert, wie man Auszubildende zu Auslandsaufenthalten motivieren kann.
  5. Die Schaffung eines attraktiven Schulsystems mit einer internationalen Ausrichtung  wurde beispielhaft am Ausbildungsgang „Europaassistent/-in HWK/IHK“ diskutiert.
  6. Die Partnersuche im europäischen Ausland ist nicht zu unterschätzen. Thematisiert wurden die Angebote der Kontaktseminare, die erweitert werden sollten, sowie die Wiedereinführung von vorbereitenden Besuchen, gerade für neue Projektträger.
  7. Die Gewinnung neuer Multiplikatoren/-innen wurde sehr begrüßt. Auch die Teilnahme von Multiplikatoren/-innen an Informationsveranstaltungen und damit verbunden der deutliche Zuwachs an Projektanträgen wurden positiv aufgenommen.

Nach den Mittagsgesprächen fand an vier Thementischen ein Erfahrungsaustausch mit den ECVET-Experten/-innen statt. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Thementisch 1: Lernergebnisse mit Auszubildenden festlegen

Auszubildende werden vor der Ausreise in der standardisierten Formulierung von Arbeitsprozessen geschult, Auszubildende haben schrittweise Lernziele für sich selbst formuliert, die danach systematisiert und in Lernergebnisse umformuliert wurden.

Thementisch 2: Wie berät man zu ECVET Schritt für Schritt?

Ziel ist es mit einer Lernergebniseinheit zu starten und sich bei der Verstetigung der Auslandspraktika nach und nach weiteren Lernergebnisbeschreibungen zu widmen. Ein weiterer Lösungsansatz sieht vor, einen Pool von Lernergebnissen zu beschreiben bzw. vorzuformulieren und dem ausländischen Partnerunternehmen/ der ausländischen Einrichtung anzubieten. 

Thementisch 3 „Match to NQF“ – ECVET und andere Transparenzinstrumente

Am Anfang des Erfahrungsaustausches stand eine Begriffsdefinition zum Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) und zum Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) sowie dem Europäischen Leistungspunktesystem für die Berufsbildung. ECVET wird in Deutschland  im Wesentlichen als Instrument zur Formulierung von Lernergebnissen bei der Durchführung von Mobilitätsmaßnahmen gefasst. Es wurde darüber diskutiert, wie die Validierung von Lernergebnissen funktioniert, welche Verfahren  existieren und welche Möglichkeiten Sinn machen und anerkannt werden.

Thementisch 4: Wie kann ECVET in die Arbeit der Internationalisierung integriert werden?

ECVET stellt vorstrukturierte und vorformulierte Lernergebniseinheiten für vier Bildungsgänge zur Verfügung. ECVET ist ein wichtiges Tool, um zu erfassen, zu bewerten und zu  dokumentieren, was im Ausland gelernt werde. Lernergebnisse sollten vorab offen formuliert werden und im Anschluss mit den im Europass Mobilität genannten Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen verknüpft und konkret benannt werden. Die ECVET-Expert/-innen bieten Unterstützung bei der Formulierung von Lernergebnissen und der Entwicklung von Lernergebniseinheiten an. Abschließend wurde der Wunsch über einen Austausch von Vertreter/-innen von berufsbildenden Schulen, Bezirksregierungen und Kultusministerien über die Landesgrenzen hinaus geäußert.

Im Anschluss stellten einige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ihre Präsentationen zum Thema „Best Practice in der Öffentlichkeitsarbeit“ vor, über die anregend diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht wurden. Über den Einsatz von entsprechenden Werbemitteln wurde aus der Praxis berichtet und Hinweise zur deren Gestaltung an die NA beim BIBB gegeben. In den Präsentationen finden Sie anregende Beispiele über die regionale Netzwerktätigkeit.

Abschließend erörterte und beantwortete Kerstin Seidel aus dem Team Finanzielle und vertragliche Projektbegleitung (früher: Admin) vertragliche und finanzielle Fragen.

Weitere Informationen zu ECVET

 ECVET-Toolkit

 Alle weiteren Informationen und Materialien zu ECVET finden Sie in Kürze auf der Website der NA beim BIBB im Bereich Erasmus+ Berufsbildung / Mobilität