Thematisches Monitoring „Digitale Arbeitswelt“ - Veranstaltungsdokumentation

26.10.2016, Bonn

Die Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt standen im Mittelpunkt dieser Veranstaltung der NA beim BIBB. Vertreterinnen und Vertreter von 15 Projekten der EU-Bildungsprogramme PLL und Erasmus+ trafen sich, um sich bildungsbereichsübergreifend über Methoden, Ansätze und Lösungen auszutauschen.

Auch die "digital natives", junge Menschen, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind, müssen lernen, kompetent mit digitalen Medien umzugehen. Dem Bildungspersonal kommt dabei eine tragende Rolle zu. Doch wie gestaltet man die Didaktik in einer digitalisierten Arbeitsumgebung? Welche Unterstützung benötigt das Bildungspersonal, um digitale Medien in Aus- und Weiterbildungsprozesse einzubinden?

Michael Härtel vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) stellte in einem einführenden Vortrag verschiedene Initiativen vor, die sich mit diesen und ähnlichen Fragen befassen, wie z.B. das BIBB-Forschungsprojekt zur Nutzung digitaler Medien in der betrieblichen Ausbildung.

Vielfalt der Ansätze

Christoph Harnischmacher, Bezirksregierung Düsseldorf, präsentierte das Projekt „webLab“ | © NA beim BIBB

Die PLL- und Erasmus+-Projektvertreterinnen und -vertreter stellten ihrerseits Lösungsansätze und Produkte vor, z.B. webbasierte Trainingsprogramme, e-Learning-Bausteine interaktive Online-Plattformen sowie Webinare zur Vermittlung von Fachwissen.

Auch das Lernen mit verschiedenen digitalen Medien wird in den Projekten behandelt. Dabei wird z.B. der Einsatz von Smartphones und Tablets im Unterricht erprobt. Es entstehen Sammlungen guter Praxisbeispiele, Konzepte und Kompetenzrahmen für das Bildungspersonal.

Noch am Anfang stehen die Themen, die sich mit der Gestaltung und Nutzung von Open Educational Ressources (OER) beschäftigen.


Austausch und Vernetzung

In einem World Café diskutierten die Experten und Expertinnen über drei Themen:

  • die Rolle des Bildungspersonals,
  • die Didaktik und die Qualität von Produkten und
  • den Transfer von Projektergebnissen.

Beispiele guter Praxis wurden besprochen und Bedarfe für die Zukunft ermittelt.

Fazit

Im World Café | © NA beim BIBB

Insgesamt fehlt noch eine Kultur des Einsatzes digitaler Medien. Das Bildungspersonal wird zum Coach, zum Gestalter von Lernarrangements, zum e-Trainer und Moderator. Hier sollte u.a. berücksichtigt werden, welche Motivation das Bildungspersonal hat, um sich digitales Wissen zusätzlich anzueignen.

Für die Nutzerinnen und Nutzer steht die Flexibilität, aber auch das eigenverantwortliche Lernen im Vordergrund. Außerdem sind Themen wie digitale Spuren, geistiges Eigentum und Datenschutz zu beachten. Kommunikation, gemeinsame Gestaltung und gesellschaftliche Teilhabe bringen den Mehrwert, national und international. All diese Komponenten tragen zur Qualität des digitalen Lernens bei.

Abschließend diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie der Transfer ihrer Produkte in die Praxis gelingen kann. Hierfür sind eine sehr gute Kenntnis der Zielgruppen, gute Netzwerke sowie Foren für den inhaltlichen Austausch wichtig.

In Zukunft wollen die Projektvertreterinnen und -vertreter über soziale Medien miteinander vernetzt bleiben, ihre mit den europäischen Partnern gemachten Erfahrungen austauschen und soweit möglich gemeinsam auf Bildungsmessen auftreten.