Work-based Learning / Arbeitsweltbezogenes Lernen - Veranstaltungsdokumentation

Thematisches Monitoring

02.12.2015, Bonn

Jugendarbeitslosigkeit. Fachkräftemangel. Geringe Attraktivität der beruflichen Bildung in vielen europäischen Ländern. Welchen Beitrag leisten Projekte im Rahmen von Erasmus+, um den Herausforderungen zu begegnen? Beim thematischen Monitoring trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus sieben Strategischen Partnerschaftsprojekten in der NA beim BIBB, um sich über ihre Lösungsansätze auszutauschen.

Einleitend informierte Ulrike Engels von der NA beim BIBB über europäische Initiativen in der beruflichen Bildung. Dabei stellte sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Claudia Hamann auch das aus 29 Nationalen Agenturen bestehende thematische Netzwerk Work-based Learning and Apprenticeships (NetWBL) vor. In NetWBL werden Produkte zur Förderung des arbeitsweltbasierten Lernens, die im Programm für Lebenslanges Lernen und in Erasmus+ entwickelt wurden, aus den beteiligten Ländern zusammengetragen und sichtbar gemacht. Kernstück ist das Work-based Learning TOOLKIT, eine Webplattform mit einer Produktdatenbank und umfangreichen Hintergrundinformationen zu WBL für die interessierte Fachöffentlichkeit.

Vielfalt der Projekte

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen jedoch die Projekte selbst. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer präsentierten beispielsweise Projekte, die in Ländern mit einem schulbasierten Ausbildungssystem Ausbildungsgänge nach dualem Vorbild entwickeln und einführen wollen. So arbeitet z.B. das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft in seinen beiden Projekten daran, die Ausbildungsgänge Zerspanungsmechaniker und Mechatroniker in einem Unternehmen und Schulen mit Standorten in Rumänien, Slowakei oder Makedonien einzuführen, wie Laurine Arđelan berichtete. Dadurch soll die Ausbildung für den Arbeitsmarkt relevanter und für die Jugendlichen attraktiver werden.

Da gerade kleine und mittelständische Unternehmen vom künftigen Fachkräftemangel bedroht sind, möchte man im Projekt WINGS4success von der IHK-Projektgesellschaft, vorgestellt durch Peter Wölffling, sogenannte „Intergenerational Facilitators“ ausbilden. Diese sollen dazu befähigt werden, den Austausch von Fachwissen zwischen den verschiedenen Mitarbeitergenerationen in Betrieben zu fördern, damit das Fachwissen nicht verloren geht.

Andere Projekte beschäftigen sich damit, Schulabbrecher oder benachteiligte Jugendliche, sehr aktuell auch die Gruppe der Flüchtlinge, durch praxisorientiertes Lernen in die berufliche Bildung einzubinden. Gegenstand eines weiteren Projektes ist der Erfahrungsaustausch und das "Peer-Learning" zwischen Ausbilderinnen und Ausbildern in Ländern mit und Ländern ohne duales Ausbildungssystem.

Abschließende Diskussionsrunde

In der abschließenden Diskussionsrunde tauschte man sich darüber aus, in welcher Form die Produkte veröffentlicht werden können, um praxisnah und gezielt auf die Bedürfnisse der Endnutzer ausgerichtet zu sein. So wäre es ggf. sinnvoll, statt umfangreicher Handbücher verstärkt Videos, Webinare oder Apps zu entwickeln. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten den Wunsch nach Schulungen durch externe Expertinnen und Experten. Die teilnehmenden Projekte wollen für den zukünftigen Austausch in Kontakt bleiben.


Erasmus+: Projektergebnisse der Strategischen Partnerschaften erfolgreich verbreiten und nutzen

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Medientyp: Handbuch, Format: A4, Seitenzahl: 60, Erscheinungsjahr: 2017

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