Mobilitätstag 2019 - Mit Erasmus+ ins Ausland – ein Plus für Azubis und Unternehmen

Ineos Manufactering GmbH in Köln, 10. Oktober 2019

Der Mobilitätstag 2019 zeigte die internationalen Möglichkeiten in der Berufsausbildung des Chemiesektors auf, machte aber auch das Engagement von Betrieben und Schulen im Programm Erasmus+ deutlich. Mehr als 30 international erfahrene Azubis berichteten über die Erfahrungen und Wirkungen ihrer Auslandsaufenthalte und formulierten daraus Botschaften an Wirtschaft, Politik und weitere Akteure.

Ausschnitt Graphic Recording

Das Format des Tages knüpfte an die positiven Erfahrungen vorheriger Mobilitätstagen an. 2019 war der Sektor der chemischen Industrie in den Mittelpunkt, möglich wurde dies mit der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberverband der chemischen Industrie von NRW e. V.. So wurden auch Betriebe der chemischen Industrie für die Veranstaltung gewonnen, die sich noch nicht am Programm Erasmus+ beteiligen.

Dass die Veranstaltung auch politische Bedeutung hat, wurde durch die Eröffnungsrede von Herrn Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, deutlich.  Er hob das gelungene Format empor, mit dem es gelinge, Auszubildende in die Gestaltung ihrer Ausbildung miteinzubeziehen. Besonders zu Zeiten von nationalistischen Tendenzen sei der interkulturelle Austausch und das Knüpfen von Freundschaften über Grenzen hinweg umso wichtiger. Sein erklärtes Ziel ist den Auslandsaufenthalt für Azubis selbstverständlich zu machen. 

 

Dr. Patrick Giefers, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor bei der Ineos Manufactoring GmbH

Die Nationale Agentur beim BIBB arbeitet bereits seit vielen Jahren erfolgreich mit Ausbildungsanbietern aus dem Chemiesektor zusammen, die sich stark im Programm Erasmus+ engagieren. Vertreten war diese Interessegruppe durch Herrn Dr. Giefers und Herrn Susterac als Redner.

Mit dem Vortrag „Von Köln in die ganze Welt – Arbeiten in einem globalen Markt“ stellte Dr. Patrick Giefers, der Geschäftsführer und Arbeitsdirektor bei der Ineos Manufacturing GmbH die internationale Ausrichtung seines Unternehmens vor. Trotz Herausforderungen bspw. in Versicherungs- und Wohnungsfragen, würden sich die Organisation von Auslandsaufenthalte für Arbeitnehmende lohnen. Denn kulturelle Erfahrungen seien viel wert, vielleicht sogar mehr als eine Promotion resümierte Dr. Giefers.

Xavier Susterac, Geschäftsführer bei der BASF Personal Care and Nutrition GmbH

Xavier Susterac, Geschäftsführer bei der BASF Personal Care and Nutrition GmbH stellte „Neue Perspektiven für junge Menschen – Internationale Austauschprogramme aus Sicht der Unternehmen“ vor. Sein Augenmerk lag besonders auf der deutsch-französische Zusammenarbeit und der Plattform „Ecoles Enterprises“. Dieses ermöglicht einen Austausch und Organisation von Praktika in verschiedensten Bereichen.

Der Mobilitätstag hat das Engagement von Betrieben und Schulen im Programm Erasmus+ deutlich gemacht. Ziel war aber auch, die Auszubildenden mit ihren Erfahrungen und Botschaften in den Blickwinkel der Entscheidungsträger zu rücken. So wurden praxisnahe neue Impulse für weitere Entwicklungen durch Sprecher der Auszubildenden gesetzt. 

Gruppenfoto der Redner und der EuroApprentices

Im Anschluss reagierte Klaus Fahle, Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung, auf die genannten Herausforderungen. Er betonte die Chancen, die sich durch den europäischen Austausch ergeben. Die persönlichen Erfahrungen und die Entwicklung, die die Azubis erleben, könne ihnen niemand mehr nehmen. Das Programm lässt Grenzen schrumpfen. Da dies auch die europäische Union erkannt habe, werde das Budget in Zukunft weiter ausgebaut. Es sei also wichtig, dass alle Akteure versuchen Erasmus+ weiter bekannt zu machen.
 
Das Schlusswort und einen Ausblick auf die Zukunft Erasmus+ gab Herr Mathias Richter, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Er bedankte sich bei allen Berufschullehrern und –Lehrerinnen sowie Ausbildungsleiter und –Leiterinnen für Ihr Engagement im internationalen Austausch. Zudem betonte er, dass Auslandsaufenthalte nicht nur zur Völkerverständigung beitragen, sondern auch die Ausbildung wieder für Jugendliche attraktiv machen. So sei es ein Mehrwert sowohl für das Inland, als auch für das Ausland.
Die globale und auf Export ausgerichtete Arbeitswelt verlangt zunehmend nach internationalen Berufskompetenzen. Es gilt daher, das Thema weiterhin in das Bewusstsein von Entscheidungsträgern aus Bildung und Politik zu rücken und Ausbildungsanbieter wie Schulen und Betriebe vom Mehrwert der internationalen Mobilität während der Berufsausbildung zu überzeugen.

Die Botschaften ...

Die Auszubildenden haben in Gruppen ihre Erfahrungen verglichen und Botschaften formuliert. Angesprochen wurden die Berufsschulen, die Ausbildungsbetriebe, die NA beim BIBB und auch Auszubildende, die noch nicht weggefahren sind.
Die Botschaften thematisierten die Rahmenbedingungen der Auslandsaufenthalte, insbesondere eine rechtzeitige Information und gute Vorbereitungsphase, aber auch eine erhöhte Unterstützungsleistung.

Zudem wurde das Engagement der Berufsschullehrer*innen gelobt und betont, dass man im Ausland nie wirklich allein sei. Mehrfach wurde der Wunsch nach mehr Werbung formuliert, so dass mehr Auszubildenden von dieser tollen Möglichkeit erfahren.

 


Bildergalerie

Fotos: © Jörg Heupel