#EFSES2020 - Europäisches Forum für Wissenschaft und Bildung für Nachhaltigkeit 2020 - From Ambition to Action – Together for an Innovative and Sustainable Europe

Wie können durch Bildung und Forschung neue Impulse für ein faires und nachhaltiges Europa geschaffen werden? Am 6. Oktober 2020 veranstaltete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein virtuelles Forum, das sich den Zielen der nachhaltigen Entwicklung widmete. Im Fokus standen neue Ideen und Inspirationen für die EU-Programme Erasmus+ und Horizont Europa.

Gemeinsam für ein innovatives und nachhaltiges Europa – unter diesem Leitbild diskutierten europäische Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Zivilgesellschaft, Bildung und Forschung gemeinsam über die Themen des Klimawandels, der sozialen Ungleichheit und der Bildung für nachhaltige Entwicklung in Europa.

Die offizielle Eröffnung erfolgte durch Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, die mit einer politischen Perspektive über den Aufbau eines widerstandsfähigen und grünen Europas mithilfe von Forschung und Bildung die Onlinekonferenz einleitete.

Die anschließende Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Politik, Forschung und Bildung ermöglichte einen Einblick in derzeitige Diskussionen über den Einsatz nachhaltiger Innovationen sowie über die Förderung von Verhaltensänderungen im Sinne einer nachhaltigen Europäischen Union. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung wurde zusätzlich die Möglichkeit gegeben, den Podiumsgästen, darunter Saori Dubourg, Leiterin des BASF Sustainability Board, Connie Hedegaar, Vorsitzende der EU-Innovationsmission „Anpassung an den Klimawandel einschließlich gesellschaftlicher Transformation“, Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, und Daniella Tilbury, Kommissarin für nachhaltige Entwicklung und künftige Generationen, Fragen zu stellen und Diskussionsanregungen zu geben.

Neue Impulse schaffen

Der zweite Teil der Veranstaltung bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, in verschieden thematisch fokussierten Workshops konkrete Vorschläge zu entwickeln, wie die Wirkung von Forschung und Bildung für ein nachhaltiges Europa unter anderem auf Horizont Europa und Erasmus+ gesteigert werden kann:

  1. „Making Europe Climate-neutral“: Der Workshop ermöglichte europäischen Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden und NGOs, ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven zu diskutieren. Gemeinsam wurden Stärken und Wege der künftigen EU-Forschung im Rahmen von Horizont Europa erörtert.
  2. „Reversing Inequalities“ brachte Forscher/-innen und Praktiker/-innen zusammen, die sich mit Ungleichheit beschäftigen, um den sozialen Zweck der Forschung und ihre Rolle bei der Umstellung auf nachhaltige und gerechte Volkswirtschaften aufzuzeigen.
  3. Der Workshop “Moving Education towards Sustainability” zeigte den Teilnehmenden bewährte Praktiken aus Erasmus+-Projekten, in denen Bildung für nachhaltige Entwicklung bereits erfolgreich integriert werden konnte.
  4. „Circular Economy for SDGs“ konzentrierte sich auf die Frage, wie Wissenschaft und Innovation zu den Zielen des Europäischen Green Deals und des neuen Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft beitragen können.

Moving Education towards Sustainability

Während in den anderen Workshops die Forschung im Vordergrund stand, widmete sich der Workshop „Moving Education towards Sustainability“ dem UNESCO Programm „Education for Sustainable Developement“ (ESD) und dem Bildungsprogramm Erasmus+. Nach einem Kurzvortrag von Alexander Leicht (Beschreibung Leicht) zu den Aktivitäten der UNESCO stellte Frau Ute Haller-Block (COM) die Aktivitäten in Erasmus+ vor, die bereits auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind und gab einen Ausblick darauf, dass zusammen mit den Themen Inklusion, Digitalisierung die Nachhaltigkeit im zukünftigen Programm eine wichtige Priorität darstellen wird. In den Break-Out Sessions wurde dann diskutiert. Unter dem Thema „Transforming learning and training environments“ erörterten Barbara Hemkes (BIBB) und Julia Lubjuhn (NA beim BIBB) gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die wichtigsten Faktoren, um Bildungs- und Ausbildungsumgebungen nachhaltig zu gestalten.

Christian Wildt, Projektmanager des Hanse-Parlament e.V.., betonte in seinem Kurzvortrag die Bedeutung der Einbindung von relevanten Akteurinnen und Akteuren auch auf politischer Ebene, um Veränderung auf lokaler aber auch auf regionaler Ebene zu erwirken.

Projekte des Hanse-Parlament e.V. mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit:

Cradle to Cradle

Das Erasmus+-Projekt befasste sich mit der Verbesserung der Kompetenzen in der grünen Wirtschaft durch ein Fortbildungsprogramm „Cradle to Cradle“ in KMU

Um den Bildungs- und Qualifikationsbedarf zu koordinieren und den Fachkräftemangel im Umweltsektor zu beheben, bauen Hochschuleinrichtungen, Bildungs- und Ausbildungsanbieter und Wirtschaftskammern aus 13 Ländern eine Allianz mit insgesamt 68 Akteuren für die Sektoren „Wasser, Abwasser, Abfall und Kreislaufwirtschaft“ auf. 

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Fazit: Europäische Lösungen sind gewollt

Das Forum für Wissenschaft und Bildung für Nachhaltigkeit war geprägt von spannenden Inputs und angeregten Diskussionen. Letztendlich konnte gezeigt werden, dass das nachhaltige Denken bereits bei der Entwicklung von Innovationen eine große Rolle spielt.

Eine wichtige Rückmeldung der Teilnehmenden war aber auch, dass Forschung interdisziplinärer und Bildung bildungsbereichsübergreifender denken und handeln müsse, um die Herausforderungen der heutigen Zeit gewachsen zu sein. Denn eins zeigte sich im Forum deutlich: Europäische Lösungen sind bezüglich der Herausforderungen des Klimawandels und nachhaltiger Innovationen gewollt. Die Vielfältigkeit in Europa kann hier bereichern und Entwicklungsprozesse vorantreiben. Nur durch diese Zusammenarbeit kann die Zukunft eines gefestigten, grünen und fairen Europas effektiv gestaltet werden.

Weitere Erasmus+-Projekte zum Thema Nachhaltigkeit:

SIMULWIND - Maintenance simulator for the sustainability of European wind farms

Im Projekt „SIMULWIND“ entstand ein Simulator für die Ausbildung von Betriebs- & Wartungspersonal von Windenergieanlagen. Das digitale Werkzeug simuliert Situationen und Fehler, die während des Betriebs auftreten können.

GET-UP - Den Weg zur grünen Wirtschaft ebnen

Die Strategische Partnerschaft „GET-UP“ widmete sich dem neuen Trend der Green Economy und entwickelte für die Berufsbildung ein Green-Entrepreneurship-Curriculum sowie ein Schulungsprogramm für das Berufsbildungspersonal.

StrawBuildPro - Professionalisierung des Strohbaus in Europa

Die Strategische Partnerschaft „Building Careers on Straw – Recognition of the Professional Qualification“ (StrawBuildPro) hat eine europaweit abgestimmte und auf Lernergebnissen basierte Qualifizierung im Strohballenbau entwickelt. Das Baumaterial „Strohballen“ für den Hausbau überzeugt durch seine sehr guten ökologischen Eigenschaften.

AWARE - Mehr Tierschutz durch verbesserte Kompetenzen bei Bio-Kontrolleuren

Das Projekt AWARE hat Kriterien zur Prüfung des Wohlergehens von Öko-Nutztieren vereinbart und durch die Entwicklung eines Trainingskonzepts für Öko-Kontrolleure darauf abgezielt, eine Verbesserung des Tierwohls in der ökologischen Nutztierhaltung zu erreichen.