Regionale Informations- und Monitoringveranstaltung in Berlin - 5. September 2017

Am 5. September fand die Veranstaltung in Berlin für Einrichtungen aus dem Norden und Osten Deutschlands statt. Ca. 150 Teilnehmende aus Einrichtungen der Berufsbildung nutzen den Tag, um sich zu verschiedenen Aspekten der Projektgestaltung und -durchführung zu informieren. Überwiegend waren Vertreter/-innen aus Einrichtungen dabei, die derzeit ein Projekt in der Mobilität durchführen. Aber auch interessierte Teilnehmer/-innen aus Institutionen, die noch keine Erfahrung in Erasmus+ haben, nahmen die Einladung an.

zwei Frauen sprechen miteinander
Austausch zu verschiedenen Themen

Der Tag begann im Plenum mit der Begrüßung durch Berthold Hübers, den Leiter des Teams Mobilität und Internationalisierung der Berufsbildung. Er gab einen Einblick in die Arbeit der Nationalen Agentur und informierte zu aktuellen Entwicklungen im Programm Erasmus+. Im Anschluss folgte ein fachlicher Input zum Thema „Auslandsaufenthalte für Berufsbildungspersonal“.

Die NA wollte die Teilnehmenden unabhängig von ihrer Erfahrung für den Mehrwert von Auslandsaufenthalten für Bildungspersonal aufmerksam machen und gleichzeitig auf Möglichkeiten und Anforderungen bei der Projektgestaltung hinweisen. Träger, die für diese Zielgruppe bereits Projekte durchführen, sollten auf diesem Wege neue Impulse für ihre Projektarbeit erhalten und Teilnehmende, die noch keine Erfahrungen mit dieser Projektform haben, für das Thema sensibilisiert und motiviert werden.

Zunächst berichtete Christian Wuthe von der Knobelsdorffschule Oberstufenzentrum für Bautechnik in einem Interview von den internationalen Mobilitätsaktivitäten für Lehrer und Ausbilder/-innen. In seinen Schilderungen wurde deutlich, dass die fachliche und organisatorische Zusammenarbeit mit europäischen Partnern viel Arbeit mit sich bringt, die Auslandsaufenthalte des Personals jedoch die Fachkenntnisse stärken und neue Impulse für die Organisation von Unterricht und Ausbildung mitbringen. Ein wichtiges Ziel der Projektarbeit, da dadurch langfristig die Qualität der Berufsausbildung gestärkt wird.

Aus einer anderen Perspektive berichtete die Präsentation von Andres Jörk der Handwerkskammer Thüringen. Jörk organisiert internationale Lernaufenthalte für betriebliche Ausbilder aus dem Kammerbezirk. Schritt für Schritt, angefangen bei der Vorbereitung bis hin zur Evaluation der Aufenthalte, gab Jörk eine sehr kompakte und informative Präsentation seiner Arbeit. Er berichtete auch von den Erfahrungen im Bereich Incoming, also der Aufnahme von Berufsbildungsexperten aus dem europäischen Ausland und gab dem Plenum viele Tipps aus der Praxis mit.

Austausch und gemeinsame Kaffeepause als offener Programmpunkt

Anschließend folgte ein offener Programmpunkt, bei dem die Teilnehmenden sich bei einer Tasse untereinander austauschen und an Infotischen zu verschiedenen Themen informieren konnten.

vier Frauen an einem Stehtisch
Infotisch des Oberstufenzentrums für Informations- und Medizintechnik

Angeboten wurde ein Infotisch für akkreditierte Einrichtungen, die Träger einer Charta sind. Sie konnten sich hier zu gemeinsamen Themen austauschen. Dabei wurde dieser Tisch aber auch von Teilnehmenden wahrgenommen, die derzeit nicht akkreditiert sind, sich mit Blick auf die Zukunft aber zu dem Thema beraten lassen wollten.

Ebenfalls mit einem Infotisch vertreten war das Team „Vertragliche und finanzielle Projektabwicklung“ der Nationalen Agentur. Dessen Mitarbeiter/-innen hatten im Vorlauf der Veranstaltung ein Live-Webinar zu allen vertraglichen und administrativen Aspekten des Projektzyklus informiert. Als zusätzlichen Service boten sie an ihrem Tisch die Möglichkeit, persönlich miteinander ins Gespräch zu kommen und letzte Rückfragen zu klären.

Im Rahmen dieser Veranstaltung war es der NA wichtig, die Arbeit von aktiven Trägern aus der Region stärker in den Mittelpunkt zu rücken und sichtbar zu machen. Daher wurde der vierte Infotisch vom Oberstufenzentrum für Informations- und Medizintechnik aus Berlin gestaltet. Marion Vogt, Nora Freany und Milena Scheidler stellten die Mobilitätsarbeit des Oberstufenzentrums vor und tauschten sich mit anderen Teilnehmenden der Veranstaltung aus.

Workshopangebot zu verschiedenen Themen

Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmenden zwischen vier Workshops wählen, in denen verschiedene Aspekte der Projektarbeit vertieft wurden:

eine Frau hält einen Vortrag
In Workshop 1

Workshop 1 „Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung planen und beantragen - Information und Beratung für neue Einrichtungen“ wandte sich an Teilnehmer/-innen, die noch keine Erfahrung mit Mobilitätsprojekten in Erasmus+ haben. Sie konnten sich zu allen Aspekten der Planung und Antragstellung informieren und sich je nach individueller Fragestellung beraten lassen.

Zum Thema „Teilnehmerverträge und Lernergebnisorientierung in Lernvereinbarungen“ informierte Workshop 2. Zunächst ging es um die Gestaltung von Teilnehmerverträgen, anschließend folgte ein fachlicher Beitrag zum Thema „Lernergebnisorientierung in Lernvereinbarungen“ vom nationalen ECVET-Experten Hartmut Schäfer. In seiner Präsentation zeigte er auf, was Lernergebnisorientierung bedeutet und welchen Mehrwert sie erzielt. Er gab zudem praktische Tipps zur Formulierung von Lernergebnissen, bezogen auf verschiedene Phasen der Mobilität der jeweiligen Teilnehmenden. Abgerundet wurde die Präsentation durch beispielhafte Formulierungen aus der Praxis.

Workshop 3 beschäftigte sich mit dem Sprachentool der Kommission, unter dem Titel „Das Online Linguistic Tool effektiv nutzen – methodische Hinweise und Beispiele aus der Praxis“. Ziel des Workshops war es, anhand der Punkte „Motivation – Konzeption – Stärken – Herausforderungen und Lösungen“ praktische Hinweise für die effektive Nutzung des Tools zu geben. Ergänzt wurde der Input von Dorothea Möckel der IHK Projektgesellschaft, die ihre Erfahrungen sowie Tipps aus der Praxis präsentierte.

eine Frau pinnt eine Karteikarte an eine Pinnwand
In Workshop 4

In dem Workshop 4 „Wirkung und Verbreitungsstrategien – Wirkung von Mobilitätsprojekten erfassen, benennen und sinnvoll verbreiten“ bot die Nationale Agentur zum ersten Mal einen Input zu den Themen Wirkung und Verbreitung an. Ziel des Workshops war es, in einem theoretischen Input zunächst zu definieren, welche Wirkung Mobilitätsprojekte auf den Ebenen der Teilnehmenden und der entsendenden Einrichtung haben erzeugen können und wie diese beschrieben werden kann.

Ergänzt wurde dieser Part um den Aspekt der Verbreitung. Die Workshopteilnehmer/-innen erarbeiteten zunächst selbst, welche Verbreitungsaktivitäten ihrer Meinung nach vor, während und nach der Mobilität sinnvoll sind bzw. welche sie selber bereits umsetzen. Anschließend wurde anhand verschiedener Beispiele aus der Praxis gezeigt, welche Ergebnisse in welcher Form zielgruppenspezifisch verbreitet werden können und mit welchem Serviceangebot die NA unterstützen kann.

Ergebnisse des Workshops 4

Fazit

Insgesamt war es eine intensive Veranstaltung mit engagierten Teilnehmenden, bei der es neben dem fachlichen Input vor allem Einblicken in die Projektarbeit von in Erasmus+ aktiven Einrichtungen gab. Es wurde viel miteinander diskutiert, auch über Herausforderungen und Lösungswege bei der Projektumsetzung. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden freute sich über die vielen Gespräche und Austauschmöglichkeiten und meldete zurück, dass ihnen vor allem die konstruktive Atmosphäre der Veranstaltung zugesagt habe. Sie äußerten auch Wünsche zu Themen, die in Zukunft auf der Agenda der NA stehen sollten. All diese Aspekte bestärken die NA darin, auch in Zukunft regionale Veranstaltungen in Deutschland anzubieten.


Fotos: NA beim BIBB/Weisshäupl