Regionale Informations- und Monitoringveranstaltung in Köln - 1. September 2017

Am 1. September fand die Veranstaltung in Köln für Einrichtungen aus dem Westen Deutschlands statt. Ca. 120 Teilnehmende aus Einrichtungen der Berufsbildung nutzen den Tag, um sich zu verschiedenen Aspekten der Projektgestaltung und -durchführung zu informieren. Überwiegend waren Vertreter/-innen aus Einrichtungen dabei, die derzeit ein Projekt in der Mobilität durchführen. Aber auch interessierte Teilnehmer/-innen aus Institutionen, die noch keine Erfahrung in Erasmus+ haben, nahmen die Einladung an.

Menschen sitzen in Stuhlreihen in einem großen Raum
Gäste am Vormittag im Plenum

Der Tag begann im Plenum mit der Begrüßung durch Berthold Hübers, den Leiter des Teams Mobilität und Internationalisierung der Berufsbildung. Er gab einen Einblick in die Arbeit der Nationalen Agentur und informierte zu aktuellen Entwicklungen im Programm Erasmus+. Im Anschluss folgte ein fachlicher Input zum Thema „Auslandsaufenthalte für Berufsbildungspersonal“.

Die NA wollte die Teilnehmenden unabhängig von ihrer Erfahrung für den Mehrwert von Auslandsaufenthalten für Bildungspersonal aufmerksam machen und gleichzeitig auf Möglichkeiten und Anforderungen bei der Projektgestaltung hinweisen. Träger, die für diese Zielgruppe bereits Projekte durchführen, sollten auf diesem Wege neue Impulse für ihre Projektarbeit erhalten und Teilnehmende, die noch keine Erfahrungen mit dieser Projektform haben, für das Thema sensibilisiert und motiviert werden.

Schwerpunkt dieses Programmpunktes waren daher zwei Beiträge aus der Praxis. Zunächst präsentierte Studiendirektorin Gabriele Schäfer vom Käthe-Kollwitz-Berufskolleg aus Wetzlar, dem beruflichen Zentrum für Ernährung, Gesundheit, Körperpflege und Sozialwesen, ein Projekt, indem Lehrpersonal des Berufskollegs für einen Lernaufenthalt nach Südtirol, Brixen, entsendet wurde. Schritt für Schritt, angefangen bei der Motivation für die Entsendung des Lehrpersonals bis hin zum Nutzen für die Schule als „lernende Organisation“ erklärte sie die verschiedenen Phasen der Projektdurchführung.

Ergänzt wurde die Projektpräsentation durch einen Beitrag von Christof Harnischmacher, Leiter der Geschäftsstelle für EU-Projekte der Bezirksregierung Düsseldorf. In einem Kurzinterview berichtete er von der wichtige Projekt- und Unterstützungsarbeit der Geschäftsstelle in der Region, um Lehrpersonal an berufsbildenden Schulen und betrieblichen Ausbildern internationale Lernerfahrungen zu ermöglichen – eine Projektform, bei der Lehrer/-innen sowie betriebliche Ausbilder/-innen gemeinsam einen Lernaufenthalt im Ausland absolvieren und die einen hohen Mehrwert bringt. Christof Harnischmacher zeigte auf, wieviel Arbeit vor allem Abstimmungen in der Vorbereitung der Auslandsaufenthalte mit sich bringen, hob aber als Ergebnis der Projektarbeit den Zuwachs von fachlichen Kompetenzen der Teilnehmenden und die Stärkung der Kooperation im dualen System zwischen Schule und Betrieb hervor.

Austausch und gemeinsame Kaffeepause als offener Programmpunkt

Anschließend folgte ein offener Programmpunkt, bei dem die Teilnehmenden sich bei einer Tasse Kaffee untereinander austauschen und an Infotischen zu verschiedenen Themen informieren konnten.

Vier Frauen tauschen sich an einem Stehtisch aus
Projektvorstellung des Berufskollegs Süd

Angeboten wurde ein Infotisch für akkreditierte Einrichtungen, die Träger einer Charta sind. Sie konnten sich hier zu gemeinsamen Themen austauschen. Dabei wurde dieser Tisch aber auch von Teilnehmenden wahrgenommen, die derzeit nicht akkreditiert sind, sich mit Blick auf die Zukunft aber zu dem Thema beraten lassen wollten.

Ebenfalls mit einem Infotisch vertreten war das Team „Vertragliche und finanzielle Projektabwicklung“ der Nationalen Agentur. Dessen Mitarbeiter/-innen hatten im Vorlauf der Veranstaltung ein Live-Webinar zu allen vertraglichen und administrativen Aspekten des Projektzyklus informiert. Als zusätzlichen Service boten sie an ihrem Tisch die Möglichkeit, persönlich miteinander ins Gespräch zu kommen und letzte Rückfragen zu klären.

Ein zusätzliches Informationsangebot gab es auch zur Leitaktion 2, den Strategische Partnerschaften, in der Berufsbildung. An diesem Tisch konnten Teilnehmenden sich zur Fragen der Antragstellung und Durchführung eines KA2-Projektes beraten lassen und sich somit neben der Mobilität über weiter Möglichkeiten der europäischen Zusammenarbeit im Programm Erasmus+ informieren.

Im Rahmen dieser Veranstaltung war es der NA wichtig, die Arbeit von aktiven Trägern aus der Region stärker in den Mittelpunkt zu rücken und sichtbar zu machen. Daher wurde der vierte Infotisch vom Berufskolleg Südstadt der Stadt Köln gestaltet. Lydia Prokop und Dorlit Neander stellten die Mobilitätsarbeit des Berufskollegs vor und tauschten sich mit anderen Teilnehmenden der Veranstaltung aus.

Workshopangebot zu verschiedenen Themen

Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmenden zwischen vier Workshops wählen, in denen verschiedene Aspekte der Projektarbeit vertieft wurden:

Eine Frau hält einen Vortrag vor Menschen an Tischreihen
In Workshop 1

Workshop 1 „Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung planen und beantragen - Information und Beratung für neue Einrichtungen“ wendete sich an Teilnehmer/-innen, die noch keine Erfahrung mit Mobilitätsprojekten in Erasmus+ haben. Sie konnten sich zu allen Aspekten der Planung und Antragstellung informieren und sich je nach individueller Fragestellung beraten lassen.

Zum Thema „Teilnehmerverträge und Lernergebnisorientierung in Lernvereinbarungen“ informierte Workshop 2. Zunächst ging es um die Anforderungen bei der Gestaltung von Teilnehmerverträgen, anschließend folgte ein fachlicher Beitrag zum Thema „ECVET und Lernergebnisorientierung: Wie können Lernergebnisse beschrieben werden“? vom nationalen ECVET-Experten Dr. Christian Schottmann. In seiner Präsentation zeigte er vor allem den Weg vom Lernprozess zur Beschreibung des Lernergebnisses auf und wie die Formulierung von aussagekräftigen Lernergebnissen gelingen kann.

Workshop 3 beschäftigte sich mit dem Sprachentool der Kommission, unter dem Titel „Das Online Linguistic Tool effektiv nutzen – methodische Hinweise und Beispiele aus der Praxis“. Ziel des Workshops war es, anhand der Punkte „Motivation – Konzeption – Stärken – Herausforderungen und Lösungen“ praktische Hinweise für die effektive Nutzung des Tools zu geben. Ergänzt wurde der Input von Herrn Neubert vom Georg-Simon-Ohm Berufskolleg, der seine Erfahrungen sowie Tipps aus der Praxis präsentierte.

Gruppenbild auf einer Treppe
Gruppenbild der Teilnehmer/-innen des Workshops 4

In dem Workshop 4 „Wirkung und Verbreitungsstrategien – Wirkung von Mobilitätsprojekten erfassen, benennen und sinnvoll verbreiten“ bot die Nationale Agentur zum ersten Mal einen Input zu den Themen Wirkung und Verbreitung an. Ziel des Workshops war es, in einem theoretischen Input zunächst zu definieren, welche Wirkung Mobilitätsprojekte auf den Ebenen der Teilnehmenden und der entsendenden Einrichtung haben erzeugen können und wie diese beschrieben werden kann.

Ergänzt wurde dieser Part um den Aspekt der Verbreitung. Die Workshopteilnehmer/-innen erarbeiteten zunächst selbst, welche Verbreitungsaktivitäten ihrer Meinung nach vor, während und nach der Mobilität sinnvoll sind bzw. welche sie selber bereits umsetzen. Anschließend wurde anhand verschiedener Beispiele aus der Praxis gezeigt, welche Ergebnisse in welcher Form zielgruppenspezifisch verbreitet werden können und mit welchem Serviceangebot die NA unterstützen kann.

Ergebnisse des Workshops 4

Fazit

Insgesamt war es eine intensive Veranstaltung mit engagierten Teilnehmenden, bei der es neben dem fachlichen Input vor allem Einblicke in die Projetarbeit von in Erasmus+ aktiven Einrichtungen gab. Es wurde viel miteinander diskutiert, auch über Herausforderungen und Lösungswege bei der Projektumsetzung. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden freute sich über die vielen Gespräche und Austauschmöglichkeiten und meldete zurück, dass ihnen vor allem die konstruktive Atmosphäre der Veranstaltung zugesagt habe. Sie äußerten auch Wünsche zu Themen, die in Zukunft auf der Agenda der NA stehen sollten. All diese Aspekte bestärken die NA darin, auch in Zukunft regionale Veranstaltungen in Deutschland anzubieten.


Fotos: NA beim BIBB/Vollrath