Regionale Informations- und Monitoringveranstaltung in München - 21. September 2017

Am 21. September fand die Veranstaltung in München für Einrichtungen aus dem Süden Deutschlands statt. Ca. 120 Teilnehmende aus Einrichtungen der Berufsbildung nutzen den Tag, um sich zu verschiedenen Aspekten der Projektgestaltung und -durchführung zu informieren. Überwiegend waren Vertreter/-innen aus Einrichtungen dabei, die derzeit ein Projekt in der Mobilität durchführen. Aber auch interessierte Teilnehmer/-innen aus Institutionen, die noch keine Erfahrung in Erasmus+ haben, nahmen die Einladung an.

fünf Frauen stehen um einem Stehtisch
Offener Programmpunkt: Austausch zu verschiedenen Themen an Infotischen im Foyer

Der Tag begann im Plenum mit der Begrüßung durch Ulrike Schröder, der stellvertretenden Leiterin des Teams Mobilität und Internationalisierung der Berufsbildung. Sie gab einen Einblick in die Arbeit der Nationalen Agentur und informierte zu aktuellen Entwicklungen im Programm Erasmus+. Im Anschluss folgte ein fachlicher Input zum Thema „Auslandsaufenthalte für Berufsbildungspersonal“.

Die NA wollte die Teilnehmenden unabhängig von ihrer Erfahrung für den Mehrwert von Auslandsaufenthalten für Bildungspersonal aufmerksam machen und gleichzeitig auf Möglichkeiten und Anforderungen bei der Projektgestaltung hinweisen. Träger, die für diese Zielgruppe bereits Projekte durchführen, sollten auf diesem Wege neue Impulse für ihre Projektarbeit erhalten und Teilnehmende, die noch keine Erfahrungen mit dieser Projektform haben, für das Thema sensibilisiert und motiviert werden.

Schwerpunkt dieses Programmpunktes waren daher zwei Beiträge aus der Praxis. Zunächst berichteten Mathias Marschall und Dr. Laura Flacke der Stadt München von den internationalen Mobilitätsaktivitäten für Lehrende. Sie machten deutlich, wie wichtig Internationalisierung als Form der Organisationsentwicklung berufsbildender Schulen ist und präsentierten ihr Beratungs- und Vernetzungsnagebot für Schulen der Region München.

Aus einer anderen Perspektive berichtete Jens-Peter Koch von der Dr. Herbert-Weinberger Schule aus Erding, der selber  an einem Mobilitätsprojekt für Lehrpersonal teilgenommen hat. Er stellte seine Erfahrungen in den Vordergrund und betonte vor allem die Steigerung der fachlichen Fremdsprachenkompetenzen durch den Auslandsaufenthalt.

Austausch und gemeinsame Kaffeepause als offener Programmpunkt

Anschließend folgte ein offener Programmpunkt, bei dem die Teilnehmenden sich bei einer Tasse untereinander austauschen und an Infotischen zu verschiedenen Themen informieren konnten.

Ein Mann hält einen Vortrag.
Projektvorstellung der Humpis-Schule Ravensburg

Angeboten wurde ein Infotisch für akkreditierte Einrichtungen, die Träger einer Charta sind. Sie konnten sich hier zu gemeinsamen Themen austauschen. Dabei wurde dieser Tisch aber auch von Teilnehmenden wahrgenommen, die derzeit nicht akkreditiert sind, sich mit Blick auf die Zukunft aber zu dem Thema beraten lassen wollten.

Ebenfalls mit einem Infotisch vertreten war das Team „Vertragliche und finanzielle Projektabwicklung“ der Nationalen Agentur. Dessen Mitarbeiter/-innen hatten im Vorlauf der Veranstaltung ein Live-Webinar zu allen vertraglichen und administrativen Aspekten des Projektzyklus angeboten. Als zusätzlichen Service boten sie an ihrem Tisch die Möglichkeit, persönlich miteinander ins Gespräch zu kommen und letzte Rückfragen zu klären.

Ein zusätzliches Informationsangebot gab es auch zur Leitaktion 2, den Strategische Partnerschaften, in der Berufsbildung. An diesem Tisch konnten Teilnehmenden sich zur Fragen der Antragstellung und Durchführung eines KA2-Projektes beraten lassen und sich somit neben der Mobilität über weiter Möglichkeiten der europäischen Zusammenarbeit im Programm Erasmus+ informieren.

Im Rahmen dieser Veranstaltung war es der NA wichtig, die Arbeit von aktiven Trägern aus der Region stärker in den Mittelpunkt zu rücken und sichtbar zu machen. Daher wurde das vierte Informationsangebot von Andreas Steck der Humpis-Schule Ravensburg gestaltet. Herr Steck stellte anhand einer Präsentation nicht nur die aktuelle Projektarbeit vor, sondern gab auch Tipps aus der Praxis für verschiedene Phasen und Herausforderungen der Organisation und Durchführung von Schülermobilitäten.

Workshopangebot zu verschiedenen Themen

Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmenden zwischen vier Workshops wählen, in denen verschiedene Aspekte der Projektarbeit vertieft wurden:

Eine Frau sitzt an einem Tisch und meldet sich.
In Workshop 1

Workshop 1 „Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung planen und beantragen - Information und Beratung für neue Einrichtungen“ wendete sich an Teilnehmer/-innen, die noch keine Erfahrung mit Mobilitätsprojekten in Erasmus+ haben. Sie konnten sich zu allen Aspekten der Planung und Antragstellung informieren und sich je nach individueller Fragestellung beraten lassen.

Zum Thema „Teilnehmerverträge und Lernergebnisorientierung in Lernvereinbarungen“ informierte Workshop 2. Zunächst ging es um die Gestaltung von Teilnehmerverträgen, anschließend folgte ein fachlicher Beitrag zum Thema „Lernergebnisorientierung in Lernvereinbarungen“ vom nationalen ECVET-Experten Dr. Thomas Müller. In seiner Präsentation zeigte er vor allem, was Lernergebnisse sind und wie sie in Lernvereinbarungen formuliert werden können. Dr. Müller gab zudem Anregungen, wie Lernergebnisse überprüft und am Ende im Europass festgehalten werden könne, um so die Anerkennung der erworbenen Kompetenzen zu ermöglichen.

Workshop 3 beschäftigte sich mit dem Sprachentool der Kommission, unter dem Titel „Das Online Linguistic Tool effektiv nutzen – methodische Hinweise und Beispiele aus der Praxis“. Ziel des Workshops war es, anhand der Punkte „Motivation – Konzeption – Stärken – Herausforderungen und Lösungen“ praktische Hinweise für die effektive Nutzung des Tools zu geben. Ergänzt wurde der Input von Linda Yulo vom Institut für Soziale Berufe in Ravensburg, die von ihren Erfahrungen bei der sprachlichen Vorbereitung durch das Tool berichtete und den Teilnehmenden Anregungen für den Umgang in der Praxis gab.

Eine Gruppe von Menschen
Gruppenbild der Teilnehmenden aus Workshop 4

In dem Workshop 4 „Wirkung und Verbreitungsstrategien – Wirkung von Mobilitätsprojekten erfassen, benennen und sinnvoll verbreiten“ bot die Nationale Agentur zum ersten Mal einen Input zu den Themen Wirkung und Verbreitung an. Ziel des Workshops war es, in einem theoretischen Input zunächst zu definieren, welche Wirkung Mobilitätsprojekte auf den Ebenen der Teilnehmenden und der entsendenden Einrichtung haben erzeugen können und wie diese beschrieben werden kann. Die Besucher/-innen des Workshops rundeten diesen Beitrag mit eigenen Beispielen aus der Praxis ab.

Ergänzt wurde dieser Part um den Aspekt der Verbreitung. Die Workshopteilnehmer/-innen erarbeiteten zunächst selbst, welche Verbreitungsaktivitäten ihrer Meinung nach vor, während und nach der Mobilität sinnvoll sind bzw. welche sie selber bereits umsetzen. Anschließend wurde anhand verschiedener Beispiele aus der Praxis gezeigt, welche Ergebnisse in welcher Form zielgruppenspezifisch verbreitet werden können und mit welchem Serviceangebot die NA unterstützen kann.

Ergebnisse des Workshops 4

Fazit

Insgesamt war es eine intensive Veranstaltung mit engagierten Teilnehmenden, bei der es neben dem fachlichen Input vor allem Einblicken in die Projetarbeit von in Erasmus+ aktiven Einrichtungen gab. Es wurde viel miteinander diskutiert, auch über Herausforderungen und Lösungswege bei der Projektumsetzung. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden freute sich über die vielen Gespräche und Austauschmöglichkeiten und meldete zurück, dass ihnen vor allem die konstruktive Atmosphäre der Veranstaltung zugesagt habe. Sie äußerten auch Wünsche zu Themen, die in Zukunft auf der Agenda der NA stehen sollten. All diese Aspekte bestärken die NA darin, auch in Zukunft regionale Veranstaltungen in Deutschland anzubieten.


Fotos: NA beim BIBB/Einberger