Israelische Auszubildende lernen in Köln - Austausch von Auszubildenden 2014

Praxiserfahrung sammeln und eine fremde Kultur erleben: Das stand im Mittelpunkt für 14 israelische Auszubildende, die im März einen beruflichen Lernaufenthalt in Köln verbrachten. Drei Wochen lang lernten sie das deutsche Ausbildungssystem kennen. Das Deutsch-Israelische Programm zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung machte den Besuch möglich.

von Christina Hülsmann

Praxis statt Theorie stand auf dem Stundenplan der Sechzehn- bis Achtzehnjährigen. Die Auszubildenden aus den Bereichen Metall und Elektro nahmen zunächst an Workshops im Bildungszentrum Butzweilerhof der Handwerkskammer (HWK) zu Köln teil. Danach machten sie ein einwöchiges Praktikum in ausgewählten Handwerksbetrieben des Kammerbezirks. Workshops und Praktika wurden von der HWK Köln organisiert. Zur Dokumentation ihres Auslandsaufenthalts und der erworbenen Kenntnisse erhielten die Jugendlichen Zertifikate der HWK sowie den EUROPASS-Mobilitätsnachweis.

Hemdat Sagi, Handelsattaché der israelischen Botschaft in Berlin, besuchte die Jugendlichen während der Workshops. Sie ist überzeugt vom Mehrwert des Azubi-Austausches für das ISRAEL-Programm und die Zusammenarbeit der beiden Länder: "Der deutsch-israelische Austausch in der Berufsbildung ist eine der stärksten Säulen der bilateralen Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern. Die neueste Komponente der Kooperation – der Austausch von Auszubildenden, den ich während meines Besuchs in Köln erleben durfte – ist ein weiterer Schritt in dieser fruchtbaren und interessanten Zusammenarbeit."

Das interkulturelle Erlebnis kam für die Auszubildenden natürlich nicht zu kurz. Neben einer Stadtführung in Köln unternahmen sie eine Bootsfahrt auf dem Rhein, erkundeten Maastricht und besuchten das Haus der Geschichte in Bonn. Ein besonderes Highlight war für alle ein Heimspiel des 1. FC Köln. Außerdem stand ein Treffen mit deutschen Auszubildenden auf dem Programm. Diese reisen im Mai zu einem Gegenbesuch nach Israel.

Zum Abschluss ihres Aufenthaltes waren sich die jungen Leute einig: Alle nehmen neues Wissen und neue Fähigkeiten mit zurück nach Israel. Im Workshop und im Praktikum lernten sie neue Arbeitsmethoden, Werkzeuge und Maschinen kennen. Die gute Betreuung und die modernen Lehrmethoden gefielen ihnen ebenfalls.

Kulturell hat ihnen die Zeit in Deutschland einen neuen Blick auf das Gastland eröffnet. Viele Teilnehmer/-innen gaben an, nun ein positiveres Bild von Deutschland zu haben – auch wenn das deutsche Essen für sie eher gewöhnungsbedürftig war.

Die NA beim BIBB setzt das ISRAEL-Programm seit 2013 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung um. Seit über 40 Jahren unterstützt das Programm den Austausch von Expertinnen und Experten, um Impulse zur Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland und Israel zu geben. In diesem Jahr förderte es zudem zum zweiten Mal einen Austausch von Auszubildenden beider Länder.