[…] Qualifizierung „Gedenkstättenpädagogik“, Fortbildung für Schulleitungen, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Mit der Initiative „Demokratie fördern in internationalen Projekten“ (DiP) unterstützt die EU-Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufsbildung Arnsberg Berufskollegs in ihrem Regierungsbezirk bei der Umsetzung internationaler Projekte zu Erinnerungskultur und Demokratieförderung. „Berufskollegs sind ideale Orte, um jungen Menschen demokratische Werte, Toleranz und Weltoffenheit näherzubringen. Diese Werte sollten in allen Fächern verankert sein“, betont Ludger Dieckmann, schulfachlicher Dezernent in Arnsberg. , Er verweist darauf, dass es zum Bildungs- und Erziehungsauftrag der Berufskollegs gehöre, diese Werte in das beruflich-ethische Handeln der Auszubildenden zu integrieren. Um nachhaltige Wirkung zu erzielen, sei es essenziell, die Themen systematisch in die Schulentwicklung einzubinden. Ein zentraler Bestandteil der Initiative ist neben der Plattform „NRW connect extern“, die zahlreiche Ressourcen wie Unterrichtsmaterialien bereithält, die internationale Qualifizierung von Lehrkräften und Schulleitungen. , An der vierteiligen Fortbildung „Gedenkstättenpädagogik“ nahmen 26 Lehrkräfte teil, um methodisches Wissen für internationale Projekte zur Demokratieförderung in der beruflichen Bildung zu erwerben. In den ersten beiden Modulen reflektierten sie die Erinnerungskultur an ihren Schulen, entwickelten Projektideen und erarbeiteten Konzepte zur Integration des Themas in den Unterricht. Das dritte Modul führte sie in die Internationale Begegnungsstätte in Oświęcim, Polen, wo sie eine Woche lang am Job-Shadowing teilnahmen. Der Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz sowie der Austausch mit polnischen Lehrkräften boten ihnen tiefgehende Einblicke in die pädagogische Vermittlung historischer Themen. Sie lernten Methoden kennen, um Schüler/-innen bei der Verarbeitung der Eindrücke zu begleiten und diese Erfahrungen in den Unterricht zu übertragen. Im vierten Modul werteten die Teilnehmenden ihre Erkenntnisse fachlich aus und setzten erste Meilensteine für die Umsetzung eigener Projekte an ihren Schulen. , Parallel dazu erhielten Schulleitungen eine spezialisierte Fortbildung in Kooperation mit dem Institut für Demokratiepädagogik in Eupen, Belgien. Sie erarbeiteten Strategien, um das Thema Demokratiebildung im Schulprogramm zu verankern, und lernten bewährte internationale Ansätze kennen, um Schülerinnen und Schüler gezielt an das Thema heranzuführen. Mit frischen Impulsen und neuen Kompetenzen starteten die Berufskollegs im Regierungsbezirk Arnsberg in das Schuljahr 2023/2024. Das DiP-Team blickt gespannt darauf, welche innovativen Projekte zur Demokratieförderung in den kommenden Monaten entstehen. …
[…] Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema für Wirtschaftsschülerinnen und -schüler, Wie könnte ein zukünftiger Job in einer „Green City“ aussehen?, Ökologische Ansätze in Kunsthandwerk und Kultur entdecken, Nachhaltigkeit ist der Sabel Wirtschaftsschule auch beim Thema Europa wichtig, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt „I imagine my job in the Green Deal Europe“ – unter diesem Motto besuchten vier Schülerinnen der Münchner Sabel Wirtschaftsschule eine Erasmus+-Partnerschule in Alfortville, Paris. Für ihre Reise mit dem thematischen Schwerpunkt Nachhaltigkeit nutzten sie die ErasmusDays. „Wie wollen Sie denn erreichen, dass weniger Plastik genutzt wird?“ , kritisch hakt die Journalistin bei der jungen Umweltexpertin nach. Jetzt kommt es auf eine überzeugende Antwort an, weiß diese. Denn das Interview wird gefilmt und soll andere motivieren, mehr Plastik einzusparen. Noch sind es nur Rollen, die Angelina, Anna, Elina und Aura in einem Workshop der Pariser Klima-Akademie spielen, aber Nachhaltigkeit und Umweltschutz könnten für die Schülerinnen der Sabel Wirtschaftsschule auch in zukünftigen Berufen wichtig werden. „Ich habe richtig viel dazu gelernt und eine andere Denkweise über dieses Thema bekommen“ , lobt Angelina den Workshop in ihrem Reisebericht. , Die Idee, die ErasmusDays 2024 für eine Reise mit dem thematischen Schwerpunkt Nachhaltigkeit zu nutzen, hatte Mariya Pachevska, Erasmus+-Projektkoordinatorin der Sabel Wirtschaftsschule. „Wie gestalten wir Wirtschaft, ohne die Natur zu zerstören?“ , sei eine Frage, die auch für die Schülerinnen und Schüler immer wichtiger werde, so Mariya Pachevska. „Nachhaltigkeit ist mit Zukunft verbunden“ , ergänzt sie. Schon jetzt werde das Fach „Mensch, Umwelt und Technik“ in den Jahrgangsstufen 5 bis 8 unterrichtet, ab nächstem Jahr käme Umweltökonomie als Vertiefung hinzu. Gemeinsam mit ihrer französischen Kollegin Marianne Masson, Lehrerin und Ökobeauftragte der Partnerschule im Pariser Vorort Alfortville, stellte Pachevska ein Programm zusammen, das die Schnittstellen von Nachhaltigkeit und Wirtschaft für Schülerinnen und Schüler beider Schulen konkret erlebbar werden ließ. und Schulleitungen. , Mit diesem Thema im Kopf lassen sich Städte neu entdecken: Anhand einer Führung durch die berufliche Gesamtschule in Alfortville erklären die französischen Schülerinnen und Schüler, welche berufspraktischen Fähigkeiten man für eine ökologische Transformation im Bauwesen braucht, etwa bei Klima- und Elektrotechnik. Die Jugendlichen beider Schulen besichtigen ein Plattenbau-Viertel in Alfortville, das durch ein ökologisch geplantes Wohnviertel ersetzt werden soll. Wie etwa Tageslicht und Sonnenwärme optimal ausgenutzt werden können, erläutert eine Ökoingenieurin das Architekturkonzept im Rathaus. Die Schülerinnen aus Deutschland haben sich bereits in der Vorbereitung der Reise intensiv mit dem Thema „Green City“, nachhaltige Stadtplanung, am Beispiel von München beschäftigt. Ihre Ergebnisse stellen sie in der Schule in Alfortville mit einer Präsentation vor – auf Englisch. Das Zero-Waste-Konzept und die vielen Parks der Stadt heben sie besonders hervor. Die Aussicht vom Eifelturm auf grüne Inseln inmitten des Häusermeers am nächsten Tag ist für die Jugendlichen gleichzeitig ein Blick auf grüne Stadtentwicklung und nachhaltige Verkehrsplanung. Thematisiert wird auch, welche Jobs in diesen Bereichen entstehen. Die Schülerinnen besuchen zusammen mit der französischen Klasse dazu auch eine Ausstellung im Pariser Rathaus. „Es ging um soziale Aspekte, Natur und wie Paris sich im Großen und Ganzen verändert hat; das war sehr spannend“ , schreibt Aura in ihrem Abschlussbericht. , Nachhaltigkeit zum Anfassen gibt es in einem Workshop, in dem die Schülerinnen und Schüler selbst Papier aus Altpapier schöpfen und Dekorationen für die Feste am Jahresende, Halloween und Weihnachten, herstellen. Und sogar das Kulturprogramm hat einen Bezug zur Ökologie. Die Schülerinnen und Schüler besuchen gemeinsam mit der französischen Klasse die Philharmonie in Paris, wo sie einer pädagogisch begleiteten Aufführung der „Symphonie des Waldes“ von Komponistin Rita Strohl lauschen. Anschließend reflektieren sie anhand eines Fragebogens, wie die Künstlerin Geräusche und Klänge in der Natur in Musik übersetzt hat. Und mit „Jonny Apple“, einem Apfelbaum, den die Münchner Schülerinnen mit den französischen Gastgebenden gemeinsam im Schulgarten gepflanzt haben, bleibt ein lebendiges und nachhaltiges Zeichen der ErasmusDays 2024 in Alfortville zurück. , Finanziert wurde die Reise mit Mitteln aus dem Programm Erasmus+. Seit 2021 ist die Sabel Wirtschaftsschule München im Programm Erasmus+ akkreditiert. „Das bringt uns Flexibilität, wie wir die Mittel einsetzen“ , erklärt Mariya Pachevska. „Wir bauen dabei auf zwei Säulen: Berufsbezogene Praktika für Schülerinnen und Schüler, für das Fachpersonal Hospitationen bei europäischen Partnern. Und seit 2024 sind auch kleinere Projekte, wie etwa die Parisreise, möglich.“ Für Schulleitung und Geschäftsführung der Sabel Wirtschaftsschule sei das Thema Europa sehr wichtig, erklärt sie. So hätte Schulleiter Heinz Rösner die Einrichtung ihrer Stelle als Erasmus+-Projektkoordinatorin sehr unterstützt. Auch die Reise nach Paris hat er begleitet. Die Schule hat auf Initiative Pachevskas außerdem ein Fach „Projekt: Europa kennenlernen“ eingerichtet, das klassenweise in der 7. und/oder 8. Klasse stattfindet. Themen sind neben der jeweiligen Erasmus+-Projektvorbereitung oder Planung von Auslandsaufenthalten beispielsweise die Geschichte Europas oder die Europawahlen. Aber auch Feiern anlässlich des Europatages oder der ErasmusDays werden im Projektunterricht vorbereitet. „Jeder an der Schule weiß, was Erasmus ist“ , freut sich Pachevska. Für die Jugendlichen bietet Erasmus+ nicht nur die Möglichkeit mit der Teilnahme an einem Lernaufenthalt im Ausland den begehrten Europass zu erhalten, der für zukünftige Arbeitgebenden interessant ist. Für eine Schule mit vielen Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist das Thema Europa auch eine Chance, sich mit ihren Erfahrungen einzubringen, etwa mit Berichten über das Leben in den Herkunftsländern ihrer Familien. Für 2025 plant Mariya Pachevska mit Schülerinnen und Schülern einen Besuch in Brüssel, um die wirtschaftlichen Aspekte europäischer Politikplanung zu erkunden. Zukunft und Beruf bleibt so ein wichtiges Thema für zukünftige Erasmus+-Projekte an der Sabel Wirtschaftsschule. Wir von der NA beim BIBB würden uns sehr freuen, wenn dieser Besuch auf die ErasmusDays fallen würde!! …
[…] Hallo Finn, im April hast du an der Ratssimulation „ConSIMium“ in Brüssel teilgenommen, kannst du kurz erklären, was das genau ist?, Wie bist du dazu gekommen am ConSIMium teilzunehmen? Was hat dich motiviert?, Wie hast du es erlebt, mit 160 jungen Leuten aus 27-Ländern der EU zusammenzuarbeiten? Was hast du gelernt über die Entscheidungsprozesse auf EU-Ebene?, Sicherlich war es auch herausfordernd, die Interessen verschiedenster Akteure und Länder zusammen zu bringen, oder?, Wie war es in einer Delegation aus Studierenden und Auszubildenden zusammenzuarbeiten? Warum ist es wichtig, dass junge Menschen aus der Berufsbildung an solchen Beteiligungsformaten teilnehmen?, Was nimmst du mit zum Thema „Europa und demokratische Teilhabe“ auch im Kontext der anstehenden Europawahl?, Wie hat deine Erfahrung dein Engagement als EuroApprentice beeinflusst?, Was war dein persönliches Highlight an den Tagen in Brüssel?, Interesse geweckt? Finn Marvin Holtmann hatte die Möglichkeit, gemeinsam mit einer deutschen Delegation von Studierenden und Auszubildenden an der EU-Ratssimulation „A Council Simulation Experience (ConSIMium)“ in Brüssel teilzunehmen. Der ausgebildete Biologisch-Technische-Assistent ist als EuroApprentice aktiv. In unserem Interview berichtet der Erasmus+-Botschafter von seiner Erfahrung und was er in den beiden Tagen in Brüssel über die Europäische Union und ihre Entscheidungsmechanismen gelernt hat. , Die Ratssimulation ist die Möglichkeit, zu erfahren, wie es im Europäischen Rat von statten geht, also wie unter Kompromissfindung zwischen den Staaten Gesetze entstehen. Nur abgekapselt von der Öffentlichkeit und für uns junge Menschen angepasst. Ziel der Veranstaltung war es, uns zu zeigen wie das Ganze abläuft, was vielleicht vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht klar ist, sodass wir die Entscheidungsfindungsprozesse hinter den Kulissen so realitätsnah wie möglich erleben durften. Dabei waren wir in den echten Räumlichkeiten des Europäischen Rates mit allem, was dazu gehört: Es gab Pressekonferenzen, und wir durften in den Räumen sein, wo sonst Ministerinnen und Minister und Botschafterinnen und Botschafter sitzen, wie man es manchmal im Fernsehen sehen kann. , Wir als EuroApprentices wurden über die Veranstaltung und die Möglichkeit informiert, über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) teilzunehmen. Da ich beim Europäischen Jugendevent in Straßburg (EYE) bereits die Möglichkeit hatte, das Europäische Parlament zu besuchen, dachte ich, wäre es auch nochmal interessant, die Institution des Europäischen Rates kennenzulernen. Dann habe ich mich beim DAAD beworben und das Glück gehabt, auch mitfahren zu dürfen. Ich finde es spannend zu erfahren, wie die doch recht komplexen Prozesse in der EU ablaufen und es interessiert mich, diese dann auch anderen näher zu bringen. , Es ist wirklich sehr komplex. Das meiste bespricht man zunächst in seiner eigenen Delegation. Also worauf man achten muss in den Sitzungen, um die Position der Delegation einheitlich zu vertreten. Und dann ist man in seinem Bereich und seiner Rolle unterwegs. Ich war zum Beispiel nationaler Experte für Cybersicherheit und habe mich dann mit den nationalen Experten der anderen 27 Länder besprochen. Bei 27 Ländern geht jeder Gesetzesentwurf durch mehrere Sitzungen und bei jeder können wieder neue Punkte angebracht werden. Aber es ist schön zu sehen, wie man zusammen agieren kann und, dass das System niemanden benachteiligt, egal wie groß oder klein das Land ist. Ich finde es gut, dass jede Nation in der EU Mitsprache hat. , Ja, es ist sehr herausfordernd, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Man hat im Vorgang der Sitzungen schon die Möglichkeit sich mit den anderen Ländern auszutauschen. Also, dass man zum Beispiel schonmal mit dem nationalen Experten der Niederlande spricht, sodass es dann in der Sitzung leichter ist, zusammen zu finden. Man muss also ganz genau schauen, wo findet sich die größte Gruppe und passt man dazu? , Dies war das erste ConSIMium , zudem neben Studierenden auch Auszubildende eingeladen waren, daher waren die Auszubildenden im Verhältnis eher unterrepräsentiert. Ich finde es aber wichtig, dass auch die Menschen aus der Berufsbildung die Chance bekommen, eine solche Erfahrung zu machen. Die Mischung aus Theorie und Praxis stellt für mich einfach das Gesamtbild dar, daher ist es wünschenswert, dass in Zukunft mehr Auszubildende am ConSIMium teilnehmen. , Europa als solches ist sehr verschieden und sehr bunt gemischt, aber es ist schön zu sehen, wie gut es funktioniert – wenn man möchte. Und es muss auch funktionieren, denn jeder für sich ist eines, aber gemeinsam Lösungen zu finden und als Gesamtheit aufzutreten, ist viel wert und hat mehr Gewicht – nicht nur in Europa, sondern auch international. Und besonders jetzt ist es wichtiger denn je, dass man auf gesellschaftliche Anliegen gemeinschaftlich reagiert. , Ich habe gemerkt, dass es immer noch viel internationaler Arbeit bedarf, denn jedes Land tickt anders. Es gibt so viele Verschiedenheiten in Europa, dass es für mich als EuroApprentice umso wichtiger erscheint, zusammenzuarbeiten und von anderen Ländern zu lernen. Und auch Verständnis zu entwickeln für die Denkweise in anderen Ländern. In dem Kontext ist meine Arbeit sehr sinnvoll, um mehr Kontakte und Austausch international zu ermöglichen. , Wie gut die Bahn in Brüssel funktioniert! (lacht) Vor Ort sein zu dürfen und Einblick zu bekommen in etwas, wo man sonst keinen Zugang hat, und eben der Austausch mit anderen Menschen aus verschiedensten Ländern. Durch unsere Betreuerin hatten wir außerdem die Möglichkeit eine persönliche Führung durch Brüssel zu bekommen, durch die Stadt und ihre EU-Institutionen. …
[…] Gezielte Vorbereitung ist Teil des nachhaltigen Konzepts, Maßschneiderei versus Fast Fashion, Das Praktikum in Vicenza, Die Wirkung von Erasmus+, Abschlussworkshop in Leipzig, Fazit, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Die gemeinnützige Unternehmensgesellschaft CorEdu setzt sich für faire, inspirierende und wirkungsvolle Berufsbildung ein, die Horizonte erweitert, Talente fördert und einen Austausch über Ländergrenzen hinweg ermöglicht. Wie dieser Austausch zwischen zwei europäischen Ländern nachhaltiger und ganzheitlich gestaltet werden kann, erzählen wir anhand der Geschichte, die die drei angehenden Maßschneiderinnen Kyra Schneider, Lisanne Hehl und Julia Ertelt in diesem Jahr erlebt haben. Alle drei absolvieren ihre Ausbildung zur Maßschneiderin kombiniert mit einem Modedesign-Studium in Leipzig und haben 2023 im Rahmen dieser Ausbildung drei Monate in Vicenza, Italien, verbracht. Und wir durften sie auf dieser Reise filmisch begleiten! , Persönlich kennengelernt haben wir Eszter Csepe-Bannert, die Geschäftsführerin von CorEdu im Februar 2023, als wir nach Leipzig gereist sind, um den Vorbereitungsworkshop zu den Auslandspraktika zu filmen. In diesem Workshop ging es ihr und Kerstin Specht, die als Ingenieurin für Bekleidungstechnik die Werkstatt bei CorEdu leitet, darum, das Vorwissen der drei Auszubildenden zum Thema Nachhaltigkeit einzuschätzen und sie für den Aufenthalt in Vicenza zu sensibilisieren. Es war verblüffend für uns zu sehen, auf welchem Niveau die drei jungen Frauen über ökologische, ökonomische und soziale Fragestellungen diskutierten. Etwa über Slow Fashion verglichen mit Fast Fashion, Produktionsketten, weltweite Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltigere Zukunft und vieles mehr tauschten sie sich angeregt aus. Wussten Sie, dass das Leder für unsere Schuhe nicht von den Tieren, die wir für die Nahrung schlachten, stammt? Wir wussten es nicht…. Für uns wurde bereits bei diesem ersten Treffen klar, wie wichtig ein solcher Vorbereitungsworkshop ist, wenn man individuelle Ziele mit den europäischen Zielen des Erasmus+-Programms verknüpfen möchte. , Immer wieder fiel auch die Aussage, dass Maßschneiderei an sich natürlich sehr nachhaltig ist, weil Stoffe zum Teil mehrfach verwendet, ressourcensparend zugeschnitten und vor Ort produziert werden. In Deutschland sind diese Maßschneidereien als Ausbildungsbetriebe sehr rar geworden, weshalb im deutschen Bildungssystem zwischen Theorie und Praxis unterschieden wird. In Italien hingegen suchen sich die Auszubildenden direkt nach der Schule eine Maßschneiderei, in der sie fest angestellt werden und das Handwerk aus erster Hand von A bis Z erlernen. Die Auszubildenden werden als Zugewinn gesehen, um das Handwerk zukunftsfähig zu machen und weiterzugeben. Also, worauf warten? Auf nach Vicenza! , Im Juni 2023 konnten wir gemeinsam mit Eszter Csepe-Bannert und Kerstin Specht die drei Auszubildenden in Italien besuchen, wo sie zu dem Zeitpunkt schon seit mehreren Wochen gemeinsam wohnten und in unterschiedlichen Maßschneiderateliers ihr Praktikum absolvierten. Vermittelt hatte ihnen dieses Praktikum Marta Peruzzo und ihre Kolleginnen und Kollegen von EuroCultura, die seit über 25 Jahren Auslandsaufenthalte mit Erasmus+ durchführen und langjähriger Partner von CorEdu sind. Die drei jungen Leipzigerinnen arbeiteten in sehr unterschiedlichen Arbeitsumfeldern, von kleinen Werkstätten in einer Eins-zu-Eins-Situation mit den Maßschneiderinnen bis hin zu kleinen Betrieben mit mehreren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Ihre Aufgaben konzentrierten sich auf echte Handarbeit und waren sehr mannigfaltig: Stoff zuschneiden, Nähte schließen, Heften, Änderungen vornehmen bis hin zum Pailletten annähen. Das Wiederverwenden von Stoffen, das Schneidern von Einzelstücken nach Maß, die Feinheiten des Handwerks – alle diese Fähigkeiten waren Neuland für Kyra, Lisanne und Julia. Alle drei berichten, dass sie ihre Fingerfertigkeiten verbessern konnten und einen anderen Blick für ihr Handwerk entwickelt haben. Zudem kannten sie aus Deutschland diese Ausbildungssituation vor Ort in einer Werkstatt nicht, da es hier kaum noch Maßschneidereien gibt, weshalb die Ausbildung an der Berufsschule erfolgt. In Italien konnten sie erleben, wieviel Wertschätzung ihre Rolle in der Werkstatt erfuhr und wie wichtig Maßschneiderei für einen nachhaltigen Umgang mit Bekleidung ist. , Auch für uns war selten so offensichtlich, auf wie vielen Ebenen Erasmus+ ein großartiges Bildungsprogramm ist. Neben den neu erlernten beruflichen Skills haben die Leipzigerinnen Italienisch gelernt, kulinarische Erfahrungen gemacht und die historischen Städte Verona, Venedig und Vicenza erobert. Besonders aber haben die Augen der drei geleuchtet, wenn sie uns von Herausforderungen berichtet haben, die das Verlassen der Heimat für mehrere Monate mit sich bringt. Beispielsweise die Wohnungssuche gestaltete sich extrem schwierig, aber gerade das Bewältigen solcher Hindernisse, das Nicht-Aufgeben, das Weitermachen trotz Rückschlägen hat die drei Frauen wachsen lassen. Wenn ein junger Mensch sich nach dem Auslandsaufenthalt vorstellen kann, diesen zu wiederholen, selbst eine Maßschneiderei zu leiten oder als Chefin ihren Angestellten unbedingt Kaffeepausen zu verordnen wie es die italienische Chefin getan hat, dann ist die Wirkung wohl unbestritten. , Auch beim Abschlussworkshop im Anschluss an das Praktikum in Leipzig waren diese Eindrücke noch sehr lebendig. Hatten die drei jungen Frauen beim Vorbereitungsworkshop mit theoretischem Wissen über nachhaltige Stoffe, Materialien und Verarbeitungsarten geglänzt – inzwischen hatten sie gelernt, wie nachhaltig der Beruf der Maßschneiderin ist. Mit Stoffen sorgfältig umgehen, abgelegte Kleidung wieder verwerten, Ressourcen nicht verschwenden – diese Prinzipien haben sich bei ihnen eingebrannt. Auch wenn die Tätigkeiten vielleicht zum Teil eintönig oder anstrengend waren, wie stundenlang Pailletten annähen, so wissen sie doch, wofür sie es getan haben, wenn das einzigartige Haute-Couture-Kleid dann in Rom auf dem Catwalk vorgeführt wird und über 1000 Pailletten im Licht funkeln. , Zusätzlich zum Workshop steht auch die sorgfältige Nachbereitung der Auslandsaufenthalte für den allumfassenden Aspekt der Nachhaltigkeit, nachzulesen in dem Interview , das Eszter Csepe-Bannert mit Kerstin Specht über die Sicht einer Ausbilderin auf das Praktikum geführt hat. Zusätzlicher Wissenstransfer erfolgt durch ein schriftliches Konzept gemäß EQAVET , der Europäischen Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, welches die einzelnen Schritte des Projekts verdeutlicht, Erfolge darstellt und zum nachahmen aufruft. Eszter Csepe-Bannert und allen Mitwirkenden an diesem vorbildlichen Projekt gilt unser herzlicher Dank! …
[…] Angehende Fachinformatikerin war für drei Wochen im estnischen Tallinn, Familiäre Atmosphäre und interessante Projekte, Von Sommerfrische bis Nationalmuseum, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Vom 26. August bis zum 18. September 2022 konnte Charlotte Oelkers Einblick in die Welt eines fortschrittlichen Digitalstaates gewinnen. Im Rahmen ihrer Ausbildung absolvierte die Fachinformatikerin für Anwendungstechnik ein dreiwöchiges Praktikum in einem IT-Betrieb in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Eine Zeit, die ihr nicht nur fachlich viele neue Anregungen brachte. , Anfang Juni hat Charlotte Oelkers ihre Ausbildung zur Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung an den Berufsbildenden Schulen Soltau ( BBS Soltau) erfolgreich abgeschlossen. In ihrem letzten Ausbildungsjahr nutzte die 25-Jährige die Chance, über Erasmus+ für ein Auslandspraktikum nach Tallinn zu gehen. Doch warum gerade Estland? Es gab verschiedene europäische Länder, die Charlotte Oelkers interessierten, letztlich habe sie sich für Estland entschieden, weil sie die innovativen Ansätze in Sachen Digitalisierung reizten und sie das Land und die Region bis dato überhaupt nicht kannte. „Da war auch ein bisschen Neugier im Spiel, ich wollte einfach wissen, was in den baltischen Staaten passiert und wie man dort lebt und arbeitet“, sagt sie, und ergänzt: „In Estland werden rund 99 Prozent der behörlichen Dienstleistungen online abgewickelt. Das reicht von der elektronischen Stimmabgabe bei Wahlen bis zum Einreichen der Steuererklärung. Der Alltag ist hier größtenteils digital organisiert“ Da das Ganze sehr sicher und transparent ablaufe, sei die Akzeptanz in der Bevölkerung groß. Oelkers glaubt, dass Estland genau deshalb in gewisser Weise auch für uns als Vorbild dienen könne, wenngleich das Land mit seinen insgesamt 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern noch nicht einmal so bevölkerungsstark sei wie München. Gut ein Drittel der Estinnen und Esten lebt in Tallinn. , Oelkers zeigt sich vor allem von der digitalen Infrastruktur des Landes beeindruckt, wenngleich sie im Rahmen ihres Praktikums eher mit klassischen IT -Aufgaben beschäftigt war. Sie erzählt: „Ich habe in einem relativ kleinen Betrieb gearbeitet, wir waren insgesamt knapp zehn Leute. Das war gut für mich, weil es familiär zuging und ich nah an den einzelnen Projekten war. Hinzu kam, dass mir sehr viel Vertrauen entgegengebracht wurde und ich recht eigenständig agieren konnte.“ Inhaltlich reichte das Spektrum von IT -Services bis zur Programmierung von Webanwendungen und anderen Applikationen. Obwohl sie dabei auch neue Aspekte kennenlernte, räumt Oelkers ein, dass die Abläufe in der Webentwicklung sich in der Regel an internationalen Standards orientieren. Mindestens ebenso spannend sei daher der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen gewesen, der vor allem in Englisch ablief, während die Gespräche in Alltagssituation ab und an nur in Estnisch oder Russisch möglich waren, was sehr viel Improvisationstalent verlangte. , Charlotte Oelkers lacht, als sie das erzählt. Es ist geradezu spürbar, wie bereichernd die Zeit in Estland für sie war. Gelebt hat sie in einem kleinen Appartement am Rande der malerischen Altstadt, von wo sie in 15 Minuten zu Fuß zu ihrer Arbeit laufen konnte. „Das Faszinierende war für mich das Gesamtpaket“, berichtet die 25-Jährige. „So haben wir bei der Arbeit viel über das digitale Estland, aber auch über die aktuelle politische Situation und kulturelle Fragen geredet. Gerade in diesen Bereichen habe ich viel Neues entdeckt – zum Beispiel, dass Bären und Wölfe in Estland auf der Speisekarte zu finden sind.“ Vor allem die Vielfalt des Landes hat Oelkers überrascht, zumal das Wissen über die osteuropäischen Länder bei uns oft ja recht überschaubar sei. So weise Estland eine enge Beziehung zu Deutschland auf, gleichzeitig aber sei die Grenze zu Russland nicht weit. Letzteres stelle angesichts der weltpolitischen Lage derzeit eine eher schwierige Situation dar. Dazu Charlotte Oelkers: „Interessant für mich war, wie eng die Welten manchmal beieinander liegen, und wie weit sie dann doch voneinander entfernt sind.“ , Apropos Welten. Neben der Arbeit hat Charlotte Oelkers auch sehr viel von Land und Leuten erfahren. Mit ihrem Chef und dessen Familie tauchte sie tief in die Natur und Kultur Estlands ein – von Bootstouren und Sommerfrische bis zum Besuch des Nationalmuseums und zum Genuss der estnischen Küche. Auch ein Ausflug nach Keava stand auf dem Programm. Die dortige Berufsschule ist eng mit der BBS Soltau verbandelt und hatte Oelkers zu ihrem Praktikumsplatz verholfen. Bei ihrem Kurztrip nach Keava konnte die Fachinformatikerin sogar an einer Unterrichtseinheit teilnehmen und hinter die Kulissen des estnischen Berufsschulsystem schauen. All das habe ihren Horizont sehr erweitert und ihr deutlich gemacht, wieviel sie schaffen könne, wenn sie die Dinge selbst in die Hand nehme. Manchmal sei es einfach gut, selbst „Ausländerin“ zu sein, so Oelkers. Das verändere die Perspektive und eröffne völlig neue Sichtweisen. Vor diesem Hintergrund legt sie auch anderen Azubis nahe, die Chance zum Auslandsaufenthalt während der Ausbildung zu nutzen. , Beruflich möchte sie selbst künftig gerne mit internationalem Bezug arbeiten und dabei vielleicht auch noch einmal „die Hauptstadt der Digitalisierung“ in den Fokus nehmen. Von den Ideen dort ließen sich viele auch in Deutschland umsetzen, glaubt sie. Hinzu komme, dass sie in den drei Wochen, die sie in Tallinn verbrachte, gespürt habe, wie bereichernd es sein könne, Internationalität zu leben und im Dialog mit anderen Ländern und Kulturen zu sein. …
[…] In fünf Missionen zu einem nachhaltigeren Verhalten, Handbuch für Pädagoginnen und Pädagogen, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Das Projekt „GoBeEco“ fördert einen ganzheitlichen und transformativen Bildungsprozess für Nachhaltigkeitsthemen wie Klimaschutz und Biodiversität. Dafür werden Lerninhalte, Lernergebnisse, Pädagogik und eine digitale Lernumgebung auf interaktive Weise integriert, um forschendes, handlungsorientiertes und transformatives Lernen zu ermöglichen. , Lernende jeden Alters sollten in die Lage versetzt werden, sich selbst und die Gesellschaft, in der sie leben, zu verändern. Durch den Einsatz partizipativer Methoden werden kritisches Denken, Zusammenarbeit und Führung, Teamarbeit und andere Fähigkeiten entwickelt. Viele Menschen verstehen die Notwendigkeit von Veränderungen und sind bereit, zu handeln. Doch wie kann dieses Verständnis in ein langfristiges und nachhaltiges Handeln münden? Damit wirklich eine langfristige Verbesserung eintritt, darf es nicht bei einmaligen Aktionen bleiben, sondern es müssen Gewohnheiten und Lebensstile proökologisch verändert werden. , Hier setzt das ERASMUS+-Projekt GoBeEco ein: Mit einer LernApp und einer Handreichung sollen erwachsene Lernende sowie Pädagoginnen und Pädagogen dabei unterstützt werden, durch die Veränderung individueller Gewohnheiten und Lebensstile nachhaltiger zu handeln. „Wissenschaft ist ein Garant für gemeinsame Weiterentwicklung und ein Nährboden für Innovationen. Es gibt Projekte wie GoBeEco, die eines der wichtigsten Themen - Nachhaltigkeit - sichtbar und erlebbar machen. Den Ansatz, Nachhaltigkeit auf spielerische Art und Weise in den Alltag zu bringen, finde ich hervorragend." (Prof. Dr. Volker Wittberg, FHM Prorektor Forschung & Entwicklung und Wissenschaftlicher Leiter des EU -Projekts) , Die Strategische Partnerschaft im Bereich der Erwachsenenbildung wurde von fünf Projektpartnern aus Polen, Portugal und Deutschland unter der Koordination der Fachhochschule des Mittelstandes in Bielefeld umgesetzt. Sie entwickelte eine App, mit der das nachhaltige Verhalten im Sinne des lebenslangen Lernens gefördert werden sollte. Die App stellt der Nutzerin oder dem Nutzer regelmäßig Aufgaben mit Tipps und Hinweisen zu verschiedensten Themen vor, die er oder sie lösen soll. In fünf Missionen verdient man Punkte sowie Auszeichnungen und hinterfragt so spielerisch die eigenen Gewohnheiten. Die Missionen lauten: Mission 1: Eigenverantwortung im öffentlichen Raum Mission 2: Mein Haus - Meine Regeln Mission 3: Bewusst einkaufen Mission 4: Verhalten am Arbeitsplatz Mission 5: Der grüne Weg Wer alle fünf Missionen abgeschlossen hat, kann die Spezialmission freischalten und weitere Herausforderungen meistern. Die App kann nicht nur individuell genutzt werden, sondern durch Pädagoginnen und Pädagogen auch im Unterricht in der Erwachsenenbildung eingesetzt werden. , Außerdem wurde im Projekt ein Handbuch erarbeitet, das Pädagoginnen und Pädagogen bei der Gestaltung und Durchführung von proökologischen Schulungen, Workshops oder anderen Bildungsveranstaltungen unterstützt. Der Fokus liegt dabei auf der Gestaltung und Entwicklung von handlungsorientierten Kursen. Die Lernenden sollen selbst handeln und Erfahrungen machen und stehen damit im Mittelpunkt des Lernprozesses. Ein zentrales Element bildet dabei die Arbeit mit digitalen Ressourcen, insbesondere der Gamification. Wenn die Methoden und Werkzeuge aus der Sicht der pädagogischen Praxis betrachtet werden, sind diese wichtige Elemente, um den Lehr-Lern-Prozess passgenau zu gestalten. Besonderes Augenmerk wird auf die Anfangssituationen gelegt, die motivieren und einladen sollen. …
[…] Wettbewerbsfähigkeit, Attraktivität, Von Guter Praxis lernen, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Die Handwerkskammer Erfurt hat jahrelange Erfahrung sowohl als entsendende als auch aufnehmende Einrichtung im Programm Erasmus+ – und sie ist bereits seit 2020 akkreditiert. Gründe für die Kammer, international aktiv zu sein und entsprechende Angebote auch mit Erasmus+ anzubieten, gibt es einige. , Auszubildende, die einen Aufenthalt im Ausland durchführen, stärken nicht nur ihr fachliches Wissen, indem sie zum Beispiel neue Techniken lernen, sondern verbessern auch ihre Soft Skills wie Flexibilität oder Selbstvertrauen. Gemeinsam mit den interkulturellen Kompetenzen, die durch einen Auslandsaufenthalt erworben werden, wird damit die Wettbewerbsfähigkeit der Auszubildenden erhöht. Auch den Betrieben und der Kammer selbst kann Erasmus+ helfen, die Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen: sei es durch Auslandsaufenthalte von Ausbildungspersonal, das neue Fähigkeiten erwerben kann, oder durch die Koordination des Angebots, was zukünftige Fachkräfte dazu bewegen kann, im Kammerbezirk eine Ausbildung anzutreten. , Die internationale Arbeit der Handwerkskammer ermöglicht ein niedrigschwelliges Angebot für ihre Mitgliedsbetriebe und leistet somit einen langfristigen Beitrag für die Internationalisierung im Kammerbezirk, auch durch die Entlastung von Betrieben, die selbst keine Erasmus+-Anträge stellen möchten. Die enge Vernetzung mit den Mitgliedsbetrieben erlaubt es der Kammer zudem, einen guten Überblick des Bedarfs der Wirtschaft zu haben. So kann bedürfnisorientiert reagiert und entsprechende Angebote können zeitnah erarbeitet und umgesetzt werden. Durch das Angebot der Kammer wird somit die Attraktivität der Berufsbildung im Kammerbezirk erhöht. Dies zeigt sich am Beispiel des Fachkräftemangels. Dieser kann durch Kooperationen mit Partnern aus Ländern, auch außerhalb Europas, aus denen vermehrt Fachkräfte nach Deutschland kommen, verringert werden. Ein Austausch auf fachlicher, aber auch kultureller Ebene kann helfen, die Eingliederung dieser Fachkräfte in Deutschland zu vereinfachen. Auch der Austausch zu Inhalten und Rahmenbedingungen von europäischen Berufsabschlüssen kann die Fachkräfteanwerbung erleichtern. Die Aussicht vom Eifelturm auf grüne Inseln inmitten des Häusermeers am nächsten Tag ist für die Jugendlichen gleichzeitig ein Blick auf grüne Stadtentwicklung und nachhaltige Verkehrsplanung. Thematisiert wird auch, welche Jobs in diesen Bereichen entstehen. Die Schülerinnen besuchen zusammen mit der französischen Klasse dazu auch eine Ausstellung im Pariser Rathaus. „Es ging um soziale Aspekte, Natur und wie Paris sich im Großen und Ganzen verändert hat; das war sehr spannend“, schreibt Aura in ihrem Abschlussbericht. , Ein Beispiel im Bereich Digitalisierung zeigt deutlich, dass Auslandsaufenthalte nicht nur den Teilnehmenden zugutekommen, sondern auch großflächig eine positive Wirkung auf das Angebot der beruflichen Bildung haben können und sich damit wie beschrieben günstig auf die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Berufsbildung im Kammerbezirk Erfurt auswirken. Seit 2023 verfügt die Handwerkskammer über ein Kompetenzzentrum für Robotik und Sensorik. Der Wunsch, hier auch Gute Praxis, zum Beispiel im Bereich der Lehre von Robotik aus anderen Ländern einfließen zu lassen, konnte durch Auslandsaufenthalte in Estland erfüllt werden. Die hier erworbenen Kompetenzen fließen zurück in das Kompetenzzentrum und stehen somit einer großen Anzahl an Personen zur Verfügung, die selber nicht zwingend für einen Lernaufenthalt im Ausland waren. …
[…] Das Jahr 2020 - ungekannte Einschränkungen, Gute Idee - virtuelle Austauschmöglichkeiten, Virtual EU-Cycling - ein innovative Projekt, Neue Chancen - Digitalisierung in der Schule, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Die Carl Benz-Schule Gaggenau hat in einer schwierigen Zeit Ideenreichtum bewiesen und mittels digitaler Wege den Kontakt zu europäischen Partnerschulen bewahrt. Hier bekommen Sie einen Einblick in die innovativen Projekte. , Das Jahr 2020 hat für unsere Gesellschaft viele Einschnitte und Entbehrungen gebracht. Insbesondere die Mobilität wurde stark eingeschränkt. Viele geplante Auslandsaufenthalte mussten abgesagt werden, darunter selbstverständlich auch viele Auslandspraktika für Auszubildende. Die Carl-Benz-Schule ist eine berufliche Schule mit den Schwerpunkten Metalltechnik, KFZ-Technik und Mechatronik. Sie sitzt in Gaggenau im badem-württembergischen Murgtal. Die Einrichtung mit Mobilitätscharta und langjähriger Erfahrung mit Erasmus+ wollte ihren Schülerinnen und Schülern auch 2020 wieder zwölf Plätze für Auslandspraktika in Spanien oder Finnland ermöglichen. Doch aufgrund der Corona-Pandemie mussten sowohl die eigenen Aufenthalte in Spanien gecancelt, als auch die erwarteten Incoming-Besuche aus Finnland abgesagt werden. , Die Schule hat sich kurzerhand neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit geschaffen. Mit den etablierten Partnerschulen in Finnland konnten neues Projekte ins Leben gerufen werden. Zunächst wurde ein virtuelle Austauschmöglichkeit für die Auszubildenden aus Deutschland und Finnland geschaffen. Als erste Idee sollte Mobilität im Kleinen betrieben werden. Die Auszubildenden unterstützten sich gegenseitig beim Aufbau von akkubetriebenen Modellautos. Geplant und konstruiert wurde das Ganze in vielen Online-Meetings. Als Ergebnis der Kooperation schafften die Auszubildenden einen realen Berührungspunkt. Die Modellautos konnten mittels eines Raspberry, einer bekannten Hardware für Bastler, per Internet im Partnerland gesteuert werden. , Eine weitere Idee der Schule wurde das Projekt "Virtual EU-Cycling". Auch hier ging es darum, Kontaktpunkte für die Auszubildenden zu schaffen, ohne dabei das Land zu verlassen. Das Idee hinter "Virtual EU-Cycling" beinhaltet zwei Schwerpunkte. Zunächst ist die Konstruktion einer Vorrichtung vonnöten, die es ermöglicht mit einem Fahrrad auf der Stelle zu fahren. Hierzu dürfen die Auszubildenden in internationalen Teams (mittels Online-Meetings) die Fahrradvorrichtung gemeinsam planen und fertigen. Die Montage- und Schweißarbeiten finden in der Berufsschule statt. Geplant wurde zudem die Vorrichtung mit einem technischen System zu verknüpfen, welches auch Steigungen auf der Strecke simuliert. In einem zweiten Prozess soll den Nutzerinnen und Nutzern des Fahrrad eine interessante Ablenkung für die Anstrengung geboten werden. Die Idee ist so simpel wie logisch, vor einem Fernseher oder einem Tablet soll man virtuell Strecken im Partnerland fahren können. Auch wenn die Auszubildenden nicht wirklich dorthin reisen können, so können sie so doch das Land näher kennen lernen. Spannend wurde daher der Prozess der Datenerhebung. Damit der Simulator möglichst realistisch ist, fahren die Schülerinnen und Schüler der Partnerschule mit dem Fahrrad und einer Kamera Teilstrecken in der Heimat ab. Manchmal radeln sie sogar einen paar Umwege, um bestimmte Sehenswürdigkeiten auf der Strecke zu zeigen. Im Anschluss werden die so entstandenen GPS-Daten mit dem Videomaterial verknüpft. Sobald die Fahrrad-Vorrichtung gefertigt ist, treffen sich alle Teilnehmenden zur gemeinsamen "virtuellen" Fahrt durch ihre Länder. Ein solch innovatives und kreatives Endprodukt wird selbstverständlich auch in der Schule platziert, so dass weitere Schülerinnen und Schüler eine Fahrradtour durch das Partnerland machen können. So wird der Erasmus+ Gedanke trotz Corona bedingter Einschränkungen an der Schule sichtbar gemacht und verbreitet. , „Das Zusammenwachsen und das gemeinsame Verständnis für Arbeitsprozesse und Produktionsqualität sowie auch das kulturelle und sprachliche Verständnis sind uns hier ein wichtiges Anliegen. Wir wollen aus diesem Grund sicherstellen, dass wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern auch in diesen schwierigen Zeiten in Kontakt bleiben und den Austausch, wenn auch digital weiter betreiben und durch solcherart innovative Ansätze auch fördern können. Ich freue mich daher sehr, dass unsere Kollegen diese Projektidee so engagiert und innovativ gestalten konnten.“ Dr. Falk Hartmann, Schulleiter der Carl-Benz-Schule Gaggenau , Mit diesen Projekten reagiert die Carl-Benz-Schule auch auf ihre neuen Bildungspläne, die Elemente der Digitalisierung in mehreren Lernfeldern hervorheben. Es findet ein gelungener Austausch über digitale Kommunikationstools statt und zeitgleich entstehen innovative Projekte, die digitale Ideen voranbringen. Die bisherigen guten Erfolge zeigen, dass das Thema Digitalisierung in berufsbildenden Schulen tolle Chancen bringt und das Potential hat, neue Motivation und Einsatz in Schul- und Lehrerschaft zu wecken. Das ganz nebenbei ein vertiefter Kontakt zu den Partnerschulen in anderen Ländern und das Erleben von grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für die Schülerinnen und Schüler ermöglicht wird, macht diese Projekte zu Lichtblicken in schwierigen Zeiten. …
[…] Umfangreiche Materialien zu KI entwickelt, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Das Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) zieht immer mehr in die Fachdiskussionen über zukünftige Arbeitsformen ein. Gleichzeitig ist das Thema aber häufig mit gewissen Vorbehalten oder gar Ängsten verbunden und hat noch nicht die breite Öffentlichkeit erreicht, sondern wird eher den Fachleuten überlassen. Auch in der Erwachsenenbildung spielt der Einsatz KI-gestützter Lernformen derzeit eine deutlich untergeordnete Rolle. Auf der anderen Seite gehen viele Menschen im täglichen Leben unbewusst, aber ganz selbstverständlich mit Systemen und Tools um, die auf künstlicher Intelligenz beruhen. Beispiele sind Chatbots oder auch Sprachassistenten wie Alexa oder Siri. An dieser diffusen Gemengelage setzte die Strategische Partnerschaft „KI Curriculum – Künstliche Intelligenz in der Erwachsenenbildung“ an und griff dieses innovative Thema auf. Die fünf Partnereinrichtungen aus vier europäischen Ländern setzten sich zum Ziel, einen niedrigschwelligen Grundlagenkurs zum Thema KI zu entwickeln, an dem jede und jeder ohne Vorkenntnisse teilnehmen kann. Zudem mussten auch erst einmal die Trainerinnen und Trainer in den beteiligten Einrichtungen zu diesem Thema geschult werden. , So entwickelten die Partner auf der einen Seite zwölf thematische Briefings, die sich aus fünf Grundlagenmodulen und sieben weiterführenden Modulen zusammensetzen. Diese führen anschaulich in den Themenkomplex ein und zeigen die Anwendungsmöglichkeiten von KI in verschiedenen Bereichen auf – beispielsweise im Finanz- und Gesundheitsbereich. Auf der anderen Seite entstanden Trainings- und Begleitmaterialien für Lehrende in Form von einem Schritt-für-Schritt-Leitfaden zur Durchführung von Online- und Offline-Veranstaltungen, einem ausführlichen Handbuch und einem Toolkit. Abgerundet wird das Ergebnisportfolio des Projektes durch ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen sowie durch Audio-Snippets, die basierend auf Interviews mit Expertinnen und Experten weitere Informationen zu Themenfeldern und Anwendungsbereichen von KI geben. Um die Trainerinnen und Trainer bestmöglich auf ihre Aufgaben vorzubereiten, wurden in jedem der beteiligten Länder Train-the-trainer-Workshops durchgeführt. Zudem organisierten die Projektpartner Verbreitungsveranstaltungen, damit Einrichtungen für das noch neue Thema sensibilisiert und weitere interessierte Trainerinnen und Trainer gewonnen werden. So sind durch das Projekt frei zugängliche Produkte entstanden, die nun von anderen Personen und Einrichtungen verwendet werden können, um auf dieser Basis eigene Trainings zu entwickeln. Außerdem können alle Interessierten ihr Wissen zum Thema KI erweitern und Vorurteile abbauen – auch ganz ohne Vorkenntnisse. …
[…] Digitalisierung in der praktischen Berufsausbildung, Handlungsszenarien für unterschiedliche Bildungssysteme, Stakeholder unterstützen den Ansatz, Interesse geweckt? Erfahren Sie mehr über das Projekt Aktuelle Herausforderungen für die Bauwirtschaft drücken sich in Slogans wie „Digitales Bauen” und “Baustelle 4.0” aus. Baufachkräfte müssen nun mit digitalen Technologien und Anwendungen umgehen können – von digitaler Kommunikation über das Handling mobiler Endgeräte bis hin zur Robotik am Bau. Hier setzt das Partnerschaftsprojekt Digital Construction for Europe (DigiCon) an. , Die Bedeutung des Digitalen und zugleich klimaneutralen Bauens – auch beim Sanieren in Gebäuden und Quartieren – wächst ständig. Zukunftsweisende, tragfähige und umsetzbare Digitalisierungsstrategien sind für die Unternehmen der Bauwirtschaft elementar, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und zu sichern. Aufbauend auf den Ergebnissen der Partnerschaft „ Fit for BIM“ hat das die BGZ Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit dazu veranlasst, die Kooperationspartnerschaft „DigiCon“ zu initiieren. Ziel des Projekts ist es, die Ausgestaltung der Digitalisierung in der Berufsbildung voranzubringen – am Beispiel der Bauberufe und die Kooperation mit Wirtschaft und Forschung zu stärken. Zielgruppen sind Auszubildende, Lehrkräfte und Ausbildungspersonal sowie Akteure und Akteurinnen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. DigiCon wird von sechs Partnern aus drei EU -Mitgliedsstaaten unter Federführung der BGZ umgesetzt. Berufseinrichtungen und Hochschulen aus Deutschland, Polen und Belgien sind gemeinsam angetreten, um die digitalen Kompetenzen Auszubildender zu verbessern, die Digitalisierung der Bildungseinrichtungen voranzutreiben und die Kooperation mit Wirtschaft und Forschung zu stärken. Dabei werden sie durch Unternehmen, Verbände des Bausektors sowie Kammern und Innungen unterstützt. Die Partnerschaft geht u.a. folgender Fragen nach: Welche einzelnen Arbeitsprozessabschnitte können in der Ausbildung digital vermittelt werden und wie? Wo macht es Sinn? Welche Unterprozesse gehören zu diesen Prozessen und an welcher Stelle können diese durch digitale Werkzeuge unterstützt werden? Reicht die Digitalisierung als Hoffnungsträger der Innovationsexzellenz der Berufsbildung aus, um die Fachkräfte zu sichern? Was muss zudem beachtet werden? Für die Ausarbeitung zukunftsträchtiger Angebote wurden dafür in Kooperation mit Baufirmen genaue Status Quo Analysen in den einzelnen Partnerländern durchgeführt, um zu verdeutlichen, wie weit digitale Elemente bereits in der Wirtschaft und insbesondere in der beruflichen Bildung umgesetzt wurden. , Eine Herausforderung war, den bisherigen unterschiedlich ausgeprägten Erfahrungen hinsichtlich des Digitalisierungsfortschritts und der Nutzung von digitalen Tools in didaktischer Arbeit in den Partnerländern mit unterschiedlichen Bildungssystemen zu begegnen und die Modernisierungspotenziale sichtbar zu machen. Dafür wurden die Ausbildungsumgebungen je Partnerland und die typischen Szenarien entlang der Handlungsprozesse auf der Baustelle identifiziert und für die Weiterentwicklung drei exemplarische Handlungsszenarien festgelegt. Herstellung einer Mauerwerkswand Herstellung eines Stahlbetonbalkens/Stahlbetonträgers Herstellung eines Dachstuhls Für diese Handlungsszenarien wurden die jeweiligen Prozessschritte nach der Business Process Model Notation (BPMN) dokumentiert, um landesspezifische Besonderheiten besser erfassen zu können. Hierbei wurde auf eine Trennung von Prozess, Daten und Tools geachtet, damit der Einfluss der Digitalisierung besser deutlich gemacht werden kann. Dies geschieht exemplarisch für folgende Berufe: Zimmerer/-in, Maurer/-in, Beton- und Stahlbetonbauer/-in, Hochbaufacharbeiter/-in und Bautechniker/-in. Dafür wurde eine einheitliche Darstellung grafisch aufbereitet. Auf der Basis dieser Handlungsszenarien entstehen im Projekt Lernszenarien mit Anwendungsanleitungen. Die Partner zeigen konkrete Umsetzungsschritte auf, wie eine sinnvolle, machbare und nachhaltige Gestaltung der Digitalisierung in unterschiedlichen Ausbildungssystemen (schulisch, dual und eine Kombination aus beidem) realisiert werden kann. Im Rahmen des Projektes werden die Prozessbeschreibungen, Lernmaterialien und Tools auf der Lernplattform Moodle der HTW Berlin zur Verfügung gestellt. Die übertragbaren Anwendungen ( z. B. Augmented Reality) und Tools ( z. B. digitale Bauakte) zum digitalen Bauen für die Berufsschulen, können zugleich von ausbildenden Betrieben genutzt werden. Die DigiCon-Partner haben in die Projektarbeit neben den Bauexperten auch zuständige Behörden und Regulierungsstellen eingebunden. So kann die Partnerschaft mit Blick auf den „digitalen Wandel“ weitere innovative, übertragbare Handlungskonzepte für die erfolgreiche und Integration von Digitalisierung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung anbieten, wie z.B. einen Leitfaden zum Capacity Building für Berufsbildungseinrichtungen und modellhafte Digitalisierungsstrategien. , „Durch digitale Lernbausteine und innovative Bildungskonzepte werden Baufachkräfte befähigt, sich den Herausforderungen des digitalen und nachhaltigen Bauens zu stellen“. Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer Bauindustrieverband Ost e. V. Mit den DigiCon-Ergebnissen stehen den Betrieben neue moderne Strategiekonzepte zur Verfügung, die sie dabei unterstützen, flexibel auf technologische Neuerungen zu reagieren und ihre Ausbildungspraxis aufzunehmen. Die Nachhaltigkeit der übertragbaren Ergebnisse stärken der reale Bezug zu den Arbeitsprozessen auf der Baustelle 4.0 und die aufgebauten Netzwerkkooperationen. DigiCon trägt damit auch zur Exzellenz in der Berufsbildung bei. …