Erasmus+ Erwachsenenbildung

„Selbst erleben ist anders als Theorie“

Was bewegt eine Trainerin, sich eine Auslandsfortbildung in einer Sprache auszusuchen, die sie noch kaum beherrscht? Uli Busch, DaF-Trainerin an der GLS-Sprachenschule in Berlin, wollte besser verstehen, wie sich ihre eigenen Schülerinnen und Schüler fühlen, die anfangs fast ohne Sprach- und Kulturkenntnisse in den Unterricht kommen. .

Zur Story

Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis

Berufsbildungspersonal

Angesichts einer sich wandelnden Bildungslandschaft verändern sich jedoch die Aufgaben und Anforderungen an Aus- und Weiterbildner/-innen und Lehrkräfte. Konzepte zur Qualifizierung des Berufsbildungspersonals im In- und Ausland stehen im Mittelpunkt dieser Ausgabe..

Zur Ausgabe

Bildungspersonal

Worum es geht

Bildungspersonal nimmt eine wichtige Schlüsselfunktion ein, wenn es um Qualität und Attraktivität der Bildung sowie um den Erfolg von Bildungsprozessen geht. Vor allem im Bereich der Entwicklung und Umsetzung kompetenzbasierter und lernergebnisorientierter Systeme gilt es als Motor. Zudem spielt das Bildungspersonal eine wichtige Rolle als Multiplikator. Veränderungsprozesse und Faktoren wie die zunehmende Globalisierung, Technologisierung und Digitalisierung, veränderte demografische Entwicklungen sowie heterogene Zielgruppen stellen immer wieder neue Anforderungen an die fachlichen, methodisch-didaktischen und interkulturellen Kompetenzen des Bildungspersonals. Ebenso unterliegen die Rollen, die Funktionen und Verantwortlichkeiten des Bildungspersonal einem schnellen Wandel. Auf dieser Themenseite bringen wir Ihnen das Thema im europäischen Kontext näher und Sie erfahren, wie Sie Aktivitäten in der Berufs- und Erwachsenenbildung im Programm Erasmus+ gestalten können.

 

Kontakt

Berufsbildung
Mobilität

Ulrike Schröder
Fon: 0228 107 1626
Mail: ulrike.schroeder(at)bibb(dot)de

Berufsbildung
Strategische Partnerschaften 

Claudia Hamann
Fon: 0228 107 1545
Mail: hamann(at)bibb(dot)de

Erwachsenenbildung 

Anke Dreesbach
Fon: 0228 107 1628
Mail: dreesbach(at)bibb(dot).de

EPALE

Machen  Sie mit!

EPALE ist eine europäische offene Community für Fachkräfte aus dem Bereich der Erwachsenenbildung, darunter auch Bildungspersonal. Die Plattform ermöglicht es Ihnen, sich zu vernetzen und von Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa zu lernen – durch Blog-Beiträge, Foren, einem Tool zur Projektpartnersuche sowie reale Treffen.

Zu EPALE


Bildungspolitische Maßnahmen

Europäischer Bildungsraum

Die jahrzehntelange Bildungszusammenarbeit in Europa mit ihren vielfältigen politischen Initiativen resultierte 2020 in der Mitteilung der Europäischen Kommission zur Verwirklichung eines Europäischen Bildungsraums bis 2025.  In dieser spielen das Programm Erasmus+ und auch die Qualifizierung und Professionalisierung des Bildungspersonals eine große Rolle. 

 

Nationale Weiterbildungsstrategie

Mit der Verabschiedung der Nationalen Weiterbildungsstrategie von BMAS und BMBF im Juni 2019 wird sichtbar, dass europäische und nationale Bildungspolitik bereits zum Teil die gleichen Ziele verfolgen, in der das Bildungspersonal direkt und indirekt genannt ist.

  • Transparenz von Weiterbildungsmöglichkeiten und -angeboten herstellen
  • Stärkung der Weiterbildungsberatung für Individuen und Unternehmen und der Motivation zur Weiterbildungsteilnahme
  • Verantwortung der Sozialpartner stärken
  • Erworbene Kompetenzen von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen in der beruflichen Bildung sichtbar machen und anerkennen
  • Weiterentwicklung von Fortbildungsabschlüssen und Weiterbildungsangeboten
  • Qualifizierung des Personals in der Weiterbildung
  • Verbesserung der Weiterbildungsstatistik und der strategischen Vorausschau des Kompetenzbedarfs 

 


Umsetzung in Erasmus+

Bildungspersonal: Thema und Zielgruppe im Programm Erasmus+ 

Erasmus+ ermöglicht es dem Bildungspersonal, in grenzüberschreitenden Kooperationsprojekten fachliche und persönliche Kompetenzen zu erlangen, auszubauen und sich europäisch zu vernetzen. Das Programm antwortet damit auf den zunehmenden Bedarf an Qualifizierungen des Bildungspersonals sowie an der Entwicklung neuer systematischer Bildungsansätze im Sinne der Qualitätssicherung und Attraktivität der Bildung.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Möglichkeiten es im Programm Erasmus+ gibt und bisher gegeben hat.

 

Schlüssel zur Internationalisierung:

Akkreditierung für Lernmobilität

Ein wichtiges Instrument von Erasmus+ ab 2021 ist die Akkreditierung. Sie ist der gängige Zugang zum Programm (2021-2027) in der Leitaktion 1 – Mobilität. Die Akkreditierung ist vergleichbar mit einer Mitgliedschaft im Erasmus-Programm und ermöglicht den akkreditierten Einrichtungen einen vereinfachten Zugang zu den Fördermöglichkeiten für Auslandsaufenthalte im Rahmen des Programms. Einrichtungen, die sich in der Leitaktion 1-Mobilität akkreditieren lassen, müssen dafür eine strategische Planung ihrer Organisation mit internationaler Ausrichtung darlegen. Damit räumt das neue Programm den Lernmobilitäten einen noch größeren Stellenwert ein. 

Jetzt informieren über das Akkreditierungsverfahren für Mobilität in der Berufsbildung

Jetzt informieren über das Akkreditierungsverfahren für Mobilität in der Erwachsenenbildung

 

Welche Möglichkeiten bietet Erasmus+ ab 2021?

Leitaktion 1 „Lernmobilität von Einzelpersonen“

Erasmus+ bietet für das Personal in der Berufs- und Erwachsenenbildung weiterhin vielfältige und flexible Fördermöglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit und der fachlichen Qualifizierung durch Auslandsaufenthalte. Bei der Lernmobilität wird es weiterhin darum gehen, durch Auslandsaufenthalte die Kompetenzen des Bildungspersonals zu stärken und die strategische Organisationsentwicklung der entsendenden Einrichtungen zu forcieren. Neu ist das Akkreditierungsverfahren für die Lernmobilität (siehe Kasten rechts).   

Leitaktion 2 „Kooperationen“

Mit Erasmus+ werden Projekte gefördert, die sich hauptsächlich der Vernetzung und dem Austausch guter Praxis widmen. Darüber hinaus greifen Kooperationsprojekte die Bedarfe in den verschiedenen Bildungsbereichen auf und entwickeln passende Bildungsprodukte. 

Weitere Informationen: Was ist neu im Programm Erasmus+ ab 2021?

Welche Möglichkeiten gab es im Erasmus+-Programm (2014-2020)?

Die Leitaktion 1, Mobilität von Einzelpersonen, bot sowohl in der Berufs- als auch der Erwachsenenbildung Bildungseinrichtungen die Möglichkeit, Bildungspersonal für eine individuelle Weiterbildung ins Ausland zu entsenden. Außerdem war es möglich, Bildungspersonal einen Auslandsaufenthalt zu Lehrzwecken zu ermöglichen. Diese Mobilitätsprojekte haben zur Professionsentwicklung und zur Professionalisierung des Personals sowie zur Internationalisierung der entsendenden und auch aufnehmenden Einrichtungen beigetragen. Darüber hinaus wirkte sich der Auslandsaufenthalt positiv auf die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden und die Qualität ihrer Arbeit aus. 

In der Leitaktion 2, ermöglichten Strategische Partnerschaften den Austausch und die Entwicklung innovativer Ansätze, um Kompetenzen und Fähigkeiten des Bildungspersonals zu stärken. Strategische Partnerschaften waren zum einen transnationale Projekte, die auf den Transfer, die Entwicklung und/oder die Umsetzung von Innovation und bewährten Verfahren abzielten. Zum anderen waren Strategische Partnerschaften Projekte, die den Austausch und die Verbreitung guter Praxis in den Mittelpunkt der Projektarbeit stellten.

Weitere Informationen zu den Leitaktionen 1 und 2 im Programm 2014-2020

 

Video: Be part of it!

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Strategische Partnerschaften

Erasmus+ finanziert durch die NA beim BIBB Strategische Partnerschaften und ermöglichet so den Aufbau und die Stärkung von europäischen Netzwerken sowie den Austausch von Ideen und Methoden in der beruflichen Bildung. Das Video erklärt wie's geht.

Dauer: 3:02 Minuten  |  Deutschland 2017 © NA beim BIBB

 


Beispiele guter Praxis aus der Berufsbildung

Um voneinander zu lernen, ging es im März 2020 für acht Lehrkräfte im Fach Mathematik von ihren Berufskollegs im Regierungsbezirk Arnsberg in schöne Stockholm. Insbesondere über das Fach „Praktische Mathematik" lernten sie dort viel.

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Die Partnerschaft „Kit@“ erarbeitete einen eLearning-Kurs für Erzieher/-innen in Kindergärten. Dieser liefert medienpädagogisches Grundlagenwissen und zeigt die Möglichkeiten der Einbindung von digitalen Medien in die Bildungsarbeit mit Kindergartenkindern.

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Von Bildungspersonal für Bildungspersonal: „DIGI4VET“ schult Ausbilder/-innen und Lehrkräfte für den Einsatz von Augmented Reality, Virtual Reality und 3D-Druck in der praktischen Ausbildung. Grundlage sind die Handlungsbedarfe aus Chemie, Malerhandwerk und Floristik.

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Beispiele guter Praxis aus der Erwachsenenbildung

Wie motiviert man Mitarbeitende dazu sich regelmäßig fortzubilden? Wie erreicht man, dass sich auch Freelancer/-innen angesprochen fühlen? Welche Qualitätsstandards sind sinnvoll? Das Projekt „Train the Provider“ formulierte unter anderem Benchmarks für Fortbildungen von Mitarbeitenden.

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Volkshochschulen sehen sich mit der wachsenden Herausforderung der Digitalisierung konfrontiert. Das Erasmus+ Mobilitätsprojekt "BLUE - Blended Learning Usability Experience" des Bayerischen Volkshochschulverbandes (bvv) ging gezielt darauf ein.

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Was bewegt eine Trainerin, sich eine Fortbildung in einer Sprache auszusuchen, die sie noch kaum beherrscht? DaF-Trainerin Uli Busch, wollte besser verstehen, wie sich ihre eigenen Schülerinnen und Schüler fühlen, die anfangs fast ohne Sprachkenntnisse in den Unterricht kommen.

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Netzwerke

Netzwerke zum Thema Bildungspersonal

Teachers and Trainers Network Deutschland (TTnet DE)

TTnet DE ist ein Netzwerk für Innovation bei der Qualifizierung des Berufsbildungspersonals. In ihm kooperieren Bildungsexpertinnen und -experten der Wirtschaft, Gewerkschaften, Bildungsträger, Ausbilder- und Lehrerverbände, Schulen, Landesinstitute und Universitäten. Anknüpfend an das Brügge-Kommuniqué vom 7. Dezember 2010 will sich das Netzwerk in die deutsche und europäische bildungspolitische Diskussion aktiv einbringen.

 Weitere Informationen zu TTNet DE auf bibb.de

Netzwerk Q 4.0

Das Ausbildungspersonal ist zunehmend gefordert, die Ausbildungsprozesse an die digitalen Veränderungen anzupassen. Hier setzt das bundesweite „NETZWERK Q 4.0 – Netzwerk zur Qualifizierung des Berufsbildungspersonals im digitalen Wandel“ an. Berufsausbilderinnen und -ausbildern werden moderne Fach- und Sozialkompetenzen vermittelt, damit Inhalte und Prozesse der dualen Berufsausbildung entsprechend den Anforderungen des digitalen Wandels (neu) gestaltet werden können. Das NETZWERK Q 4.0 ist ein gemeinsames Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Bildungswerke der Wirtschaft.

 Zum Portal des Projekts Netzwerk Q 4.0 

eTwinning

eTwinning ist die Gemeinschaft für Schulen in Europa. Sie bietet allen (Lehrkräften, Schulleitungen, Bibliothekarinnen und Bibliothekaren etc.), die in einer Schule in einem europäischen Land arbeiten, eine Plattform um zu kommunizieren, kooperieren, Projekte zu entwickeln, sich auszutauschen und Teil einer der spannendsten Lerngemeinschaften Europas zu sein. eTwinning wird von Erasmus +, dem Europäischen Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, kofinanziert.

 Zur Plattform eTwinning

EPALE

EPALE ist eine europäische, mehrsprachige, offene Community für Fachkräfte aus dem Bereich der Erwachsenenbildung, darunter Lehrkräfte und Ausbilder/-innen, anleitendes und unterstützendes Personal, Forscher/-innen und Wissenschaftler/-innen sowie Politiker/-innen. EPALE wird durch das Programm Erasmus+ finanziert und ist Teil der Strategie der Europäischen Union, mehr und bessere Lernangebote für alle Erwachsenen zu fördern..

 Zur Plattform EPALE


Literatur

BWP 04/2015 Berufsbildungspersonal

Kompetenzorientierte Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften | Professionalisierung des Weiterbildungspersonals | Kompetenztransfer durch Rotation

Medientyp: Zeitschrift, Format: A4, Seitenzahl: 64, Erscheinungsjahr: 2015

Gut qualifiziertes Bildungspersonal trägt wesentlich zu einer qualitativ hochwertigen Berufsbildung bei. Konzepte zur Qualifizierung des Berufsbildungspersonals im In- und Ausland stehen im Mittelpunkt der Zeitschrift.

 

Professionalisierung des Berufsbildungspersonals in Europa - Was kann Deutschland lernen?

Berichte zur beruflichen Bildung (Hrsg.: Anke Grahl, Philipp Grollmann)

Medientyp: Buch, Format: A4, Seitenzahl: 183, Erscheinungsjahr: 2011

In diesem Buch werden Aktivitäten und Positionen zur Bedeutung des Personals für die Qualität der Berufsbildung vorgestellt. Es werden Perspektiven für eine Verzahnung der europäischen und deutschen Politik zur Förderung des Berufsbildungspersonals aufgezeigt.

 

Qualifizierung des Berufsbildungspersonals in der beruflichen Bildung behinderter Menschen

Einschätzungen, Anmerkungen, Impulse

Medientyp: Broschüre, Format: A4, Seitenzahl: 60, Erscheinungsjahr: 2020

Für die Teilhabe und Inklusion behinderter Menschen in berufliche Bildung und Beschäftigung besitzt qualifiziertes Berufsbildungspersonal entscheidende Bedeutung. Dieses Diskussionspapier möchte aus fünf Perspektiven einen Beitrag zur Fachdiskussion leisten.

 

GRETA – kompetent handeln in Training, Kurs & Seminar

Das GRETA-Kompetenzmodell

Medientyp: Broschüre, Format: A4, Seitenzahl: 32, Erscheinungsjahr: 2019

Das GRETA-Kompetenzmodell will einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität der Lehr-Lern-Prozesse und der Anerkennung der Erwachsenen- und Weiterbildung in Öffentlichkeit und Politik leisten.

 

REPORT 2/2008 Trends in Adult and Continuing Education in Europe

Weiterbildung der erwachsenenpädagogischen Professionals in Europa – Situation, Strategien, Systeme

Medientyp: Zeitschrift, Format: A4, Seitenzahl: 96, Erscheinungsjahr: 2008

In dieser Ausgabe verweisen wir insbesondere auf  den Beitrag von Ingeborg Schüßler, Jürgen Mai: Weiterbildung der erwachsenenpädagogischen Professionals in Europa – Situation, Strategien, Systeme, S. 69 ff

 

REPORT 4/2005 Professionalität | Beruf | Studiengänge

Professionalisierung in Europa

Medientyp: Zeitschrift, Format: A4, Seitenzahl: 96, Erscheinungsjahr: 2005

In dieser Ausgabe verweisen wir insbesondere auf  den Beitrag von Ekkehard Nuissl: Professionalisierung in Europa, , S. 47 ff.