Bildungspolitische Maßnahmen

Kompetenzen sichtbar machen

Welche Strategien werden verfolgt? Wie ist der Stand der Umsetzung in Deutschland und Europa?

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Europäische Zusammenarbeit

Zum Beitrag von Erasmus+

Validierung und Anerkennung - ein zentrales Ziel im europäischen Programm.

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Good Practice

Ergebnisse

Wie können Projekte zum Thema Validierung aussehen? Wir stellen Ihnen hierzu ausgewählte Projekte als erfolgreiche Beispiele guter Praxis vor.

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Validierung - Non-formal und informell erworbene Kompetenzen

Viele Menschen verfügen über Kompetenzen, die sowohl allgemein für die Gesellschaft als auch speziell für den Arbeitsmarkt sehr wertvoll sind. Oft sind diese Kompetenzen nicht sichtbar, weil sie nicht im Rahmen einer formalen Qualifikation erworben und validiert wurden. Doch um den zunehmenden Anforderungen unserer Gesellschaft begegnen zu können, dürfen relevante Kompetenzen nicht einfach brach liegen. Die Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen spielt daher eine wichtige Rolle in der Bildungsarbeit. Auf dieser Themenseite bringen wir Ihnen das Thema im europäischen Kontext näher und Sie erfahren wie Sie entsprechende Aktivitäten in der Berufs- und Erwachsenenbildung im Programm Erasmus+ gestalten können.

Unsichtbares Potenzial

Europa befindet sich in einem gesellschaftlichen Wandel, der die Menschen vor große Herausforderungen stellt: Auf dem Arbeitsmarkt müssen sie auf den Fachkräftemangel und die sich verändernden Qualifikationsanforderungen reagieren. In der Zivilgesellschaft sehen sich die Menschen mit politischen und kulturellen Veränderungen konfrontiert. Sie benötigen entsprechende zivilgesellschaftliche Kompetenzen, um darauf angemessen reagieren zu können. Viele Menschen verfügen bereits über für den Arbeitsmarkt und/oder die Gesellschaft relevante Kompetenzen – diese sind jedoch oft nicht in einer entsprechenden formalen Qualifikation sichtbar und manchmal sind sie den Einzelpersonen selbst gar nicht bewusst. Durch eine fehlende formale Qualifikation bleibt vielen Menschen auch der Zugang zu weiterführenden Bildungsangeboten und/oder zum Arbeitsmarkt verwehrt. Eine mögliche Antwort liegt in dem Ansatz, vorhandene Kompetenzen von Bürgerinnen und Bürgern sichtbar, verständlicher und somit besser nutzbar zu machen.


Lernergebnisse bilden die Grundlage

Um eine bessere Sichtbarkeit und Vergleichbarkeit von Kompetenzen zu erreichen, ist es erforderlich diese genau zu beschreiben und sich dabei an Lernergebnissen zu orientieren. Neben Instrumenten zur Beschreibung und Dokumentation von Lernergebnissen wie dem Europäischen Kreditpunktesystem in der beruflichen Bildung ECVET und dem Europass ist auch die Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen bildungspolitisch relevant.

Video

Einfach mehr wert - Europass Mobilität mit Lernergebnissen

Der Europass Mobilität ist ein europäisches Instrument zur Dokumentation von Lernergebnissen von beruflichen Lernaufenthalten. Je besser dieses Dokument ausgefüllt ist, desto aussagekräftiger ist es. Die Nationale Koordinierungsstelle ECVET und das Nationale Europass Center Deutschland geben in diesem Video Tipps, wie das geht.

Begriffsklärung

Was bedeutet Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen?


Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen bedeutet, Lernergebnisse einer Einzelperson werden erfasst, dokumentiert, bewertet und zertifiziert. Die Lernergebnisse entsprechen dabei einem bestimmten Standard. Sie sind Aussagen darüber, was Lernende wissen, verstehen und in der Lage sind zu tun, nachdem ein Lernprozess abgeschlossen ist. Dabei ist unerheblich, auf welche Weise diese Lernergebnisse, d.h. Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen, erworben wurden.

Ein mögliches Ziel der Validierung ist die Anerkennung der Kompetenzen: Eine offizielle Stelle bescheinigt in diesem Fall, dass die erworbenen Lernergebnisse einer bestimmten formalen beruflichen Qualifikation entsprechen.

Non-formales oder nichtformales Lernen bezeichnet in diesem Zusammenhang Lernen, das durch planmäßiges Handeln (in Bezug auf Lernziele und -zeiten) stattfindet, aber nicht Teil des formalen Systems der allgemeinen und beruflichen Bildung ist.

Informelles Lernen hingegen bezeichnet ein alltägliches Lernen am Arbeitsplatz oder in der Freizeit, das in Bezug auf Lernziele und -zeiten nicht organisiert oder strukturiert ist und aus Sicht des Lernenden unbeabsichtigt sein kann.

Die Definitionen zu den Begrifflichkeiten finden Sie im Programmleitfaden von Erasmus+.