Bildungspolitische Maßnahmen

Wie ist der Stand der Umsetzung in Europa?

Die Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen ist schon seit mehreren Jahren immer wieder auf der bildungspolitischen Agenda der Europäischen Union. Hier die wichtigsten Meilensteine:

  • Die Einführung des Europäischen Qualifikationsrahmens mit acht Niveaustufen, die durch Lernergebnisse beschrieben sind, erleichtert den Vergleich zwischen den verschiedenen Qualifikationssystemen in Europa.

  • Im Dezember 2012 verabschiedete der Rat der EU eine Empfehlung zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens. Darin werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, bis 2018 Regelungen für die Validierung nichtformalen und informellen Lernens einzuführen.
  • Als Ergebnis der Zusammenarbeit von Europäischer Kommission und Mitgliedstaaten erstellte das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP) Europäische Leitlinien für die Validierung nichtformalen und informellen Lernens; 2015 wurden diese Leitlinien aktualisiert.

Der Stand in den verschiedenen europäischen Ländern ist derzeit sehr heterogen: Während ein paar wenige Länder bereits über eine umfassende Strategie zur Validierung verfügen, die alle Bildungssubsysteme umfasst, sind viele andere Länder noch in einem mehr oder weniger fortgeschrittenen Stadium der Entwicklung eines solchen Systems. Das CEDEFOP führt in regelmäßigen Abständen Erhebungen dazu durch und lässt Länderberichte erstellen, um die Entwicklungen aufzuzeigen.

Wie ist der Stand der Umsetzung in Deutschland?

Generell hat Deutschland derzeit noch kein einheitliches System zur Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen. Vielmehr existieren viele parallele Zertifikate, Kompetenzpässe, Modelle und Verfahren, die unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen und auf verschiedenen Referenzsystemen basieren.

Besonders im Bereich der Erwachsenenbildung liegt der Fokus bei der Anwendung vieler Validierungsmodelle und -verfahren nicht auf der Anerkennung. Oft geht es eher darum, solche Instrumente für die Bewusstmachung und Erfassung von Kompetenzen einzusetzen, also beispielsweise in der Beratung und/oder zur Durchführung einer Potenzialanalyse.

Ansätze zu einer einheitlichen Validierung und Anerkennung non-formal und informell erworbener Kompetenzen besonders in beruflicher Hinsicht bestehen in Deutschland bereits:

  • Diese basieren auf dem Deutschen Qualifikationsrahmen, der die Qualifikationen der verschiedenen Bildungsbereiche acht Niveaus zuordnet, die durch Lernergebnisse beschrieben werden.

  • Mit dem Anerkennungsgesetz des Bundes wurden die Verfahren zur Bewertung und Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen vereinfacht und vereinheitlicht. Wenn dabei für die Anerkennung ausländischer Abschlüsse schriftliche Nachweise fehlen, können die notwendigen Kompetenzen alternativ durch eine sogenannte Qualifikationsanalyse nachgewiesen werden.

  • Um Kompetenzen von Menschen ohne formalen Berufsabschluss sichtbar zu machen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit November 2015 das Entwicklungsprojekt ValiKom.