Broschüre

Work-based Learning in der Berufsbildung

Work-based Learning ist seit mehreren Jahren eine Priorität in der europäischen Bildungspolitik. Das deutsche Modell der dualen Berufsausbildung gilt als Referenzmodell und viele europäische Kooperationsprojekte mit deutscher Beteiligung haben zum arbeitsweltbasierten Lernen gearbeitet.

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Work-based Learning

Worum es geht

In Europa stehen Formen von Work-based Learning (WBL) seit Jahren verstärkt im Interesse der Öffentlichkeit. Im Zuge der europäischen Wirtschaftskrise zeigte sich, dass die Länder, in denen arbeitsweltbasiertes Lernen fester Bestandteil der Bildungssysteme ist, relativ unbeschadet durch die Krise gegangen sind. Insbesondere dem Modell der dualen Berufsausbildung wird zugutegehalten, dass es in positiver Weise den Übergang von Schule zum Arbeitsmarkt organisiert und zu einer bedarfsgerechten Qualifizierung von Fachkräften beiträgt.

Auf unserer Themenseite stellen wir Ihnen das Thema WBL im Kontext der europäischen Bildungsarbeit vor.

Kontakt

Ulrike Engels

Fon: 0228 107 1610
Mail: Engels(at)bibb(dot)de

Was bedeutet Work-based Learning?

Grundsätzlich zielt Work-based Learning auf den Erwerb von Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen durch die Durchführung und Reflexion von Aufgaben in einem beruflichen Umfeld, entweder

  • am Arbeitsplatz (wie in der dualen Berufsausbildung) oder
  • in einer Berufsbildungseinrichtung.

WBL kommt auch in anderen Bildungsbereichen vor, wie zum Beispiel in der schulisch basierten Aus- und Fortbildung, Hochschulbildung und Erwachsenenbildung. Somit kann WBL sowohl Teil der Erstausbildung in allen Bildungssektoren sein, als auch Bestandteil von Weiterbildungen.

Politische Ziele in der Bildungspolitik in Deutschland

Das BMBF unterstützt Strategien und Maßnahmen zur Implementierung der Ausbildungsallianz und sucht dabei die Kooperation und Konsultation mit der 5-Länder-Gruppe der dual orientierten Staaten (Österreich, Schweiz, Luxemburg, Dänemark und Deutschland). Die Entwicklung einer exzellenten Berufsbildung bildet auch das Leitmotiv in der bilateralen Zusammenarbeit im Rahmen des Berlin-Memorandums vom Dezember 2012 mit Spanien, Griechenland, Portugal, Italien, der Slowakei und Lettland.

Die Zentralstelle für internationale Berufsbildungskooperation (GOVET) beim BIBB ist die Anlaufstelle für internationale Berufsbildungskooperation und ist verantwortlich für die Durchführung von Kooperations- und Beratungsmaßnahmen von bilateralen Arbeitsgruppen und Berufsbildungskooperationen.


Umsetzung in Erasmus+

Work-based Learning als Programmziel von Erasmus+

Work-based Learning ist seit Beginn des Programms Erasmus+ zentrale bereichsspezifische Priorität in der Berufsbildung. Das Thema ist Bestandteil aller drei Leitaktionen des Programms, in denen Projekte durchgeführt werden können. 

 

Umsetzung in den Leitaktionen

Work-based Learning in den Leitaktionen 1 und 2

Die Leitaktion 1, Mobilität von Einzelpersonen, bietet Einrichtungen der Berufs- und Erwachsenenbildung die Möglichkeit, Lehrende und Lernende ins Ausland zu entsenden. Diese Mobilitätsprojekte tragen dazu bei WBL in der Praxis zu erproben und umzusetzen. Nicht zuletzt soll sich der Auslandsaufenthalt positiv auf die persönliche Entwicklung der Lernenden und auf die Qualität ihrer Arbeit auswirken.

In der Leitaktion 2, Strategische Partnerschaften, können innovative Ansätze und Verfahren zur Förderung von Work-based Learning entwickelt werden oder Verfahren guter Praxis ausgetauscht werden.

Im aktuellen Erasmus+ Programmleitfaden wird die Priorität WBL folgendermaßen beschrieben:

„Entwicklung von Partnerschaften zur Förderung des Lernens am Arbeitsplatz in allen seinen Formen, sowohl für Jugendliche als auch Erwachsene, insbesondere zur Umsetzung der Empfehlung des Rates zu einem Europäischen Rahmen für hochwertige und nachhaltige Berufsausbildungen. Diese Partnerschaften können auch darauf abzielen, neue Ausbildungsinhalte und gemeinsame berufliche Qualifikationen zu entwickeln, die Phasen des Lernens am Arbeitsplatz integrieren, die Möglichkeit, Wissen in praktischen Arbeitssituationen anzuwenden, und wenn möglich internationale Mobilitätserfahrungen einzubetten.“ (Erasmus+ Programmleitfaden 2020, S. 107)

In Deutschland wurden bisher über 40 Strategische Partnerschaften mit der Priorität WBL gefördert. Diese sind in einem aus der Erasmus+ Project Results Datenbank der Europäischen Kommission generierten Booklet zusammengestellt (Booklet E+ KA2-Projekte zu WBL.pdf).

 Weitere Informationen zu den Leitaktionen 1 und 2 Erasmus+ Berufsbildung

Work-based Learning in der Leitaktion 3

Im Rahmen der Leitaktion 3 werden Finanzhilfen für eine Vielzahl unterschiedlicher Aktionen bereitgestellt, die darauf abzielen,

  • die Entwicklung und Umsetzung innovativer politischer Konzepte,
  • den politischen Dialog sowie
  • den Wissensaustausch in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend

anzuregen. Auch die Förderung von Work-based Learning wird adressiert, wie folgende beispielhafte Ausschreibungen zeigen:

  • 2014 veröffentlichte die Europäische Kommission eine Ausschreibung, die sich speziell an die nationalen Ministerien und ihre Serviceeinrichtungen zur Einführung von dualer Ausbildung wandte.
  • 2015 wurde eine Ausschreibung für Vorhaben zur Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen, die Ausbildungsplätze anbieten, publiziert.
  • 2017 wurde ein Aufruf zu Partnerschaften zwischen Berufsbildungseinrichtungen und Unternehmen in den Bereichen Lernen am Arbeitsplatz und Lehrlingsausbildungen gestartet.

Die Aufrufe und Auswahlergebnisse mit den Listen der geförderten Projekte können Sie auf der Seite der Exekutivagentur nachlesen. Darüber hinaus finden Sie detaillierte Informationen zu den geförderten Projekten der Leitaktion 3 zum Thema WBL in einem aus der Erasmus+-Project-Results-Datenbank der Europäischen Kommission generierten Booklet mit 42 Projekten.

 Hintergrundinformationen zur Leitaktion 3 auf der Seite der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA).

Good Practice

Würfel mit dem Logo des Erasmus+-Projekts IV4J

Die Partnerschaft „Innovation in VET for Jobs and Employment“ (IV4J) stellt Ausbildungs- und Lehrkräften innovative Werkzeuge zur Verfügung, die es Lernenden ermöglichen, in einem Umfeld zu lernen, das den Anforderungen des Arbeitsmarktes entspricht.

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Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen klagen zunehmend über mangelnde oder ungeeignete Bewerbungen. Doch was können Unternehmen tun, um Auszubildende zu gewinnen und als Fachkräfte zu binden?

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Berufsbegleitendes Lernen in der beruflichen Bildung kann wesentlich dazu beitragen, um der Jugendarbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Eine Strategische Partnerschaft entwickelte länderspezifische Konzepte für die Umsetzung von Work-based Learning.

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Netzwerke

Austausch und Kooperation

Da in Europa seit Jahren verstärkt Bemühungen unternommen werden, verschiedene Formen von arbeitsweltbasiertem Lernen umzusetzen, sind die Kommunikation, der Austausch von Erfahrungen und nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit relevanten Playern – auf nationaler wie internationaler Ebene - von großer Bedeutung. Netzwerke bieten dabei die Möglichkeit für Austausch und Kooperation.

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die wichtigsten Netzwerke zum Thema Work-based Learning vor.

 

Europäische Ausbildungsallianz (EAfA)

Die Europäische Kommission hat die Europäische Ausbildungsallianz (European Alliance for Apprenticeships) mit einer gemeinsamen Erklärung der europäischen Sozialpartner und des Vorsitzes des EU-Rates im Rahmen der World Skills 2013 in Leipzig lanciert. Eine anschließende Erklärung durch den Beschäftigungsrat bekräftigte die Bedeutung der Initiative. Sie leistet als ein Kernelement der EU-Jugendgarantie, insbesondere durch die Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit, einen Beitrag zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit in Europa. So haben sich 22 Mitgliedstaaten konkret verpflichtet, eine hochwertige, praxisnahe Ausbildung umzusetzen. Dazu sollen arbeitsweltbezogenes Lernen und Prinzipien der dualen Ausbildung etabliert sowie bestehende duale Ausbildungssysteme modernisiert werden.

Die Europäische Ausbildungsallianz hat bisher in effektiver Weise EU-Mitgliedsstaaten, aber auch EFTA- und EU-Beitrittsländer sowie eine große Anzahl von Stakeholdern für eine qualitative Lehrlingsausbildung mobilisiert. Sie hat das Netzwerken vereinfacht und die Kooperation und den Austausch von vorbildlichen Praktiken angeregt.

Die Allianz ist eine Plattform, die den Austausch von Erfahrungen und das Lernen von vorbildlichen Praktiken ermöglicht. Sie können auch Partner finden, neue Ideen und Initiativen entwickeln und erhalten Zugang zu den neuesten Nachrichten und Instrumenten zur Lehrlingsausbildung.

 Zur EAfA-Website

Thematisches Netzwerk Work-based Learning and Apprenticeships (NetWBL)

Von 2013 bis 2016 arbeiteten 29 Nationale Agenturen in Europa gemeinsam daran, Projektergebnisse zum Thema Work-based Learning sichtbar und vor allem nutzbar zu machen. NetWBL identifizierte, klassifizierte und verbreitete Projektergebnisse zu WBL aus dem Programm für lebenslanges Lernen sowie aus Erasmus+. Es ist dem Projekt gelungen, arbeitsweltbasiertes Lernen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie in der Hochschulbildung in Europa deutlich zu stärken.

 NetWBL

Slideshow zu NetWBL

Wenn Sie dieses Video abspielen, werden Informationen über Ihre Nutzung an den Betreiber des Videos übertragen und unter Umständen gespeichert.

Slideshow anlässlich der Festveranstaltung "30 Jahre Erasmus" in Berlin

 

Work-bases Learning TOOLKIT

Kernprodukt des Netzwerks ist das WBL-TOOLKIT, die erste europäische Plattform, die umfangreiche Materialien und transferfähig aufbereitete Instrumente zu Work-based Learning bereitstellt. Politikerinnen und Politiker, Sozialpartner, Hochschulen sowie Akteurinnen und Akteure der relevanten Bildungsbereiche können die Plattform nutzen, um sich zu informieren und WBL in ihrem Unternehmen, ihrer Bildungseinrichtung und ihrem Land umzusetzen.

Das WBL-TOOLKIT besteht aus drei Kernelementen:

  • der Einführung in WBL,
  • den Tools und
  • den Ressourcen.

Das Kernstück, die Datenbank der insgesamt 90 Tools, bietet Werkzeuge, Modelle, Methoden und Beispiele für WBL.

 Zum WBL-TOOLKIT


Literatur zum Thema „Work-based Learning"

Work-based Learning in der Berufsbildung

Von der Idee zur erfolgreichen Praxis

Medientyp: Broschüre/Flyer, Format: A5, Seitenzahl: 40, Erscheinungsjahr: 2017

Work-based Learning ist seit mehreren Jahren eine Priorität in der europäischen Bildungspolitik. Das deutsche Modell der dualen Berufsausbildung gilt als Referenzmodell und viele europäische Kooperationsprojekte mit deutscher Beteiligung haben in den letzten Jahren zum arbeitsweltbasierten Lernen...

Maximale Bestellmenge: 30

Cedefop: Apprenticeship schemes in European countries

A cross-nation overview

Medientyp: Overview, Format: A4, Seitenzahl: 96, Erscheinungsjahr: 2019

This report details Cedefop's first cross-nation study of apprenticeships in the European Union. The point of departure for the study is what countries define and offer as apprenticeship training.

Download

 

Work-based Learning

A handbook for policy makers and social partners in ETF partner countries

Medientyp: Guides and toolkits, Format: A4, Seitenzahl: 84, Erscheinungsjahr: 2018

This handbook aims at helping policy makers and social partners understand some of the ways in which learning in the workplace can be encouraged and how its quality can be improved. It is also intended to help them understand some of the ways that such learning can be organised in a structured...

OECD: Sieben Fragen zur betrieblichen Ausbildung

A cross-nation overview

Medientyp: Report, Format: A4, Seitenzahl: 148, Erscheinungsjahr: 2019

Dieser Bericht liefert Antworten auf sieben Fragen, die sich die einzelnen Länder und Politikverantwortlichen häufig stellen, wenn es darum geht, Ausbildungssysteme für junge Menschen und/oder ältere Arbeitskräfte einzuführen oder zu reformieren.

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High-performance apprenticeships & work-based learning

20 guiding principles

Medientyp: Overview, Format: A4, Seitenzahl: 88, Erscheinungsjahr: 2016

This document presents 20 guiding principles developed by the ET 2020 Working Group on Vocational Education and Training (WG on VET) in 2014-2015.

PDF-Datei zum Herunterladen

 

The European Framework for quality and effective apprenticeships

Medientyp: Council Recommendation, Format: A4, Seitenzahl: 6, Erscheinungsjahr: 2018

Council Recommendation of 15 March 2018 on a European Framework for Quality and Effective Apprenticeships (2018/C 153/01).

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Tertiäre berufliche Bildung in Europa

Beispiele aus sechs Bildungssystemen

Medientyp: Fallstudien, Format: A4, Seitenzahl: 107, Erscheinungsjahr: 2018

Beispiele, die im Rahmen eines BIBB-Forschungsprojektes in England, Frankreich, Irland, Norwegen, Österreich und Polen untersucht worden sind, geben einen Einblick in die Vielfalt praxisorientierter und praxisintegrierter Bildungsprogramme im tertiären Bildungsbereich.

Zum Angebot auf www.bibb.de