Europäische Zusammenarbeit - in den Bildungsprogrammen

Wie bei seinem Vorgänger, dem Programm für lebenslanges Lernen, stellt auch im europäischen Programm Erasmus+ für die allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport die Förderung von Work-based Learning (arbeitsweltbasiertes Lernen) eines der zentralen Programmziele dar.

Work-based Learning als Programmziel von Erasmus+

Work-based Learning ist seit Beginn des Programms Erasmus+ zentrale bereichsspezifische Priorität in der Berufsbildung. Das Thema ist Bestandteil aller drei Leitaktionen des Programms, in denen Projekte durchgeführt werden können. Die Leitaktionen 1 und 2 werden dabei jeweils dezentral von den Nationalen Agenturen der am Programm teilnehmenden Staaten durchgeführt, wogegen die dritte Leitaktion zentral in Brüssel von der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) umgesetzt wird.

Erasmus+ fördert

  • die Unterstützung arbeitsplatzbezogenen Lernens in all seinen Formen, vor allem der Lehrlingsausbildung unter Einbeziehung von Sozialpartnern, Unternehmen und Anbietern im Bereich der beruflichen Bildung sowie Unterstützung von Innovation und Unternehmertum.

  • die Entwicklung neuer Formen praxisbezogener Ausbildungen und Untersuchung von Fallbeispielen aus Wirtschaft und Industrie; Entwicklung und Durchführung projektbezogener länderübergreifender Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Studierenden/Personal in Einrichtungen im Bereich der beruflichen Bildung.

  • die Entwicklung und Bereitstellung neuer Unterrichts- und Ausbildungsmaterialien und Methoden im Bereich der beruflichen Bildung, u. a. beschäftigungsbezogenes Lernen.

Work-based Learning in den Leitaktionen 1 und 2


Die Leitaktion 1, Mobilität von Einzelpersonen, bietet Einrichtungen der Berufs- und Erwachsenenbildung die Möglichkeit, Lehrende und Lernende ins Ausland zu entsenden.

Diese Mobilitätsprojekte sollen dazu beitragen, WBL in der Praxis zu erproben und umzusetzen. Nicht zuletzt soll sich der Auslandsaufenthalt positiv auf die persönliche Entwicklung der Lernenden und auf die Qualität ihrer Arbeit auswirken.

In der Leitaktion 2, Strategische Partnerschaften, stellen die Entwicklung innovativer Ansätze und Verfahren zur Förderung von Work-based Learning in allen seinen Formen spezifische Ziele für förderfähige Projekte dar. Strategische Partnerschaften sind transnationale Projekte, die auf den Transfer, die Entwicklung und/oder die Umsetzung von Innovation und bewährten Verfahren sowie den Austausch und die Verbreitung guter Praxis abzielen. Dies kann auf lokaler, regionaler, nationaler, europäischer oder Organisationsebene stattfinden.

Weitere Informationen zu den Leitaktionen 1 und 2

 Erasmus+ Berufsbildung

Work-based Learning in der Leitaktion 3

Im Rahmen der Leitaktion 3 werden Finanzhilfen für eine Vielzahl der unterschiedlichsten Aktionen bereitgestellt, die darauf abzielen, die Entwicklung und Umsetzung innovativer politischer Konzepte, den politischen Dialog sowie den Wissensaustausch in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend anzuregen. Auch die Förderung von Work-based Learning wird mit diesen Ausschreibungen adressiert.

Im Juni 2014 veröffentlichte die Europäische Kommission in der Leitaktion 3 eine Ausschreibung, die sich speziell an die nationalen Ministerien und ihre Serviceeinrichtungen zur Einführung von dualer Ausbildung wandte. Deutschland ist über das BIBB als Partner an insgesamt sechs von zehn geförderten europäischen Projektkonsortien zur Etablierung dualer Ausbildung beteiligt.

Den Aufruf 13/2014 finden Sie hier.
Das Kompendium der geförderten Projekte können Sie hier (PDF, 423 kb) nachlesen.

Im Oktober 2015 wurde eine Ausschreibung für Vorhaben zur Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen, die Ausbildungsplätze anbieten, publiziert.
Den Aufruf 41/2015 und das Kompendium der geförderten Projekte finden Sie hier.

Work-based Learning im Programm für lebenslanges Lernen

Auch im Vorgängerprogramm der von Erasmus+, dem Programm für lebenslanges Lernen (PLL), war arbeitsweltbasiertes Lernen ein zentrales Ziel der geförderten Projekte.

Leonardo da Vinci Partnerschaften entwickelten praktische, übertragbare Projektergebnisse wie Handbücher oder Methodensammlungen, Module und Konzepte für ihre eigene Arbeit.

Leonardo da Vinci Innovations- und Innovationstransferprojekte erarbeiteten umfangreiche Produkte wie didaktische Materialien, Curricula, Methoden, Weiterbildungskonzepte, Lernplattformen, Berufsprofile etc.

Das WBL TOOLKIT als Sammlung von Good Practice-Produkten

Das WBL TOOLKIT ist das Kernprodukt des Netzwerks NetWBL. Als Web-Plattform stellt es umfangreiche Materialien und transferfähig aufbereitete Instrumente zu Work-based Learning bereit. Das WBL TOOLKIT besteht aus drei Bereichen: der Einführung in WBL, den Tools und den Ressourcen. Das Kernstück, die Datenbank der Tools, bietet Werkzeuge, Modelle, Methoden und Beispiele für WBL. Diese Tools sind Ergebnis von transnationalen Projekten der Programme PLL und Erasmus+. Eine Sammlung zusätzlicher Ressourcen rundet das Angebot ab: u.a. eine Bibliografie mit fast 300 elektronisch verfügbaren Publikationen in mehreren Sprachen sowie eine Sammlung von Fallbeispielen zur Implementierung von WBL.