Die Europäische Agenda Erwachsenenbildung (European Agenda for Adult Learning) ist ein politisches Rahmenwerk der EU, das dazu dient die Qualität und Zugänglichkeit der Erwachsenenbildung in Europa zu verbessern. Ziel ist es die Bildung im Erwachsenenalter zu fördern und die Lernmöglichkeiten für alle Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Die Rolle der Erwachsenenbildung soll gestärkt und ihr Stellenwert unterstrichen werden. Zur Begleitung dieser Ziele gibt es europaweit die Nationalen Koordinierungsstellen.
Im November 2021 wurde die neue Europäische Agenda Erwachsenenbildung vom Rat der Europäischen Union verabschiedet. Die Agenda definiert den politischen Rahmen für die Weiterentwicklung von Erwachsenenbildung in Europa. Hier werden die inhaltlichen Prioritäten europäischer Erwachsenenbildungspolitik für die Jahre 2021 bis 2030 mitdefiniert:
Im Zentrum steht der Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Politik und Praxis der Erwachsenenbildung. Kooperationen und Vernetzungen aller beteiligten Akteure auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene sollen gefördert werden, um bestmöglich auf die Bedürfnisse der Lernenden einzugehen.
Ziel ist es, das Bewusstsein für lebenslanges Lernen zu schärfen und Menschen in jeder Lebensphase zu erreichen. Personalisierte Bildungsberatung und die Validierung individueller Lernerfahrungen sollen dazu beitragen, Lernprozesse zielgerichteter und nutzerorientierter zu gestalten.
Erwachsenenbildung soll flexibel in Bezug auf Zeit, Ort, Format und Ressourcen gestaltet sein, um Teilhabe und Motivation zu fördern. Zudem sollen finanzielle Anreize und andere Unterstützungsmaßnahmen die Lernenden in ihrer Motivation fördern.
Im Fokus stehen die berufliche Weiterentwicklung des Bildungspersonals, die Mobilität von Lernenden und Lehrenden, systematische Qualitätssicherung sowie die gezielte Förderung benachteiligter Gruppen.
Erwachsenenbildung soll Menschen dazu befähigen, aktiv am digitalen und ökologischen Wandel teilzuhaben. Dafür braucht es moderne Lernkonzepte, digitale Kompetenzen und Konzepte zur Integration von Nachhaltigkeit in Bildungsprozesse.
Ein zentrales Anliegen ist die Erhöhung der Beteiligungsquote an Maßnahmen der Erwachsenenbildung in der Europäischen Union. Konkret bedeutet das:
Die neue Europäische Agenda für die Erwachsenenbildung bettet ihre Forderungen und Ziele in die Europäische Säule sozialer Rechte ein. Die Europäische Säule sozialer Rechte unterstützt das Vorhaben, ein inklusives, faires und nachhaltiges Europa zu gestalten.
Demnach sollen u.a. formale, nicht-formale und informelle Bildungsangebote geschaffen werden, um Kompetenzen zu vermitteln, die zu einem integrativen und sozial gerechten Europa beitragen. Zudem soll durch Erwachsenenbildung der angestrebte Übergang in eine digitale und grüne Gesellschaft gefördert werden.
Die Europäische Säule Sozialer Rechte beruht auf den Prinzipien der Solidarität, der Chancengleichheit, der verbesserten Arbeits- und Lebensbedingungen, des Sozialschutzes und der Möglichkeit zu einer hochwertigen und inklusiven Bildung.
Einer der 20 Grundsätze der Säule sozialer Rechte ist das Recht der Europäerinnen und Europäer auf allgemeine und berufliche Bildung und lebenslangem Lernen. Im Zentrum steht dabei der Erwerb von Kompetenzen, die es jeder Person ermöglichen, vollständig am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und Übergänge auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu bewältigen. In diesem Sinne verbessert die Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung von Erwachsenen nicht nur die Beschäftigungsfähigkeit, sondern auch die soziale Gerechtigkeit in Europa. Im Aktionsplan wird unter anderem das Ziel formuliert, mindestens 80% der 16 bis 74-Jährigen mit grundlegenden digitalen Kompetenzen auszustatten und damit die digitale Qualifikationslücke zu schließen.
Auf ihren Seiten präsentiert die EU-Kommission weitere Informationen zu Europäischen Initiativen in der Erwachsenenbildung