Reza Taghavi

Integration & Sprache

„Eine Sprache lernt man nicht allein mit Büchern und Übungen. Man muss mit Menschen reden und Dinge gemeinsam erleben.“

Reza Taghavi

Sprache öffnet neue Wege: In seiner Lerngeschichte erzählt Reza Taghavi, warum er einen Sprachkurs besucht hat und wie das Lernen der deutschen Sprache ihn auf seinem Weg in die Arbeitswelt unterstützt hat. Seine Geschichte zeigt, wie Erwachsenenbildung neue berufliche Perspektiven eröffnen kann.

Sprache als Schlüssel zum neuen Leben

Mit 55 Jahren entschied sich Reza Taghavi, seine kommunikativen Kompetenzen in der deutschen Sprache zu erweitern. Im Juli 2026 schloss er seinen B2-Berufssprachkurs am Institut für Internationale Kommunikation Deutschland (IIK) in Düsseldorf erfolgreich ab. Ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft.

Der Ingenieur aus dem Iran bringt sehr viel Berufserfahrung mit. Er verfügt sowohl über fundierte Fachkenntnisse im Maschinenbau als auch über langjährige Erfahrung im technischen Vertrieb. Zuletzt arbeitete er für mehr als 20 Jahre in einer Automotive Company in Teheran. 2025 dann wählte er den Weg nach Deutschland, um hier eine neue Herausforderung zu suchen. Schon einmal – von 2000 bis 2002 – hatte er in Berlin als Trainee bei Thyssenkrupp Automotive gearbeitet und so Einblick in die deutsche Arbeitswelt gewonnen.

„In Deutschland beginnt etwas Neues für mich. Dazu brauche ich Sprachkenntnisse, die über das Know-how für den Alltag hinausgehen“, sagt Taghavi und ergänzt: „Ich möchte meine Deutschkenntnisse systematisch verbessern, um mehr Sicherheit im beruflichen Alltag zu bekommen und mich in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen, Kunden und Unternehmen besser ausdrücken zu können.“ Inhaltlich konzentrierte sich der Kurs am IIK vor allem auf die Berufssprache. Es ging um Fachbegriffe, Grammatik und andere Basics, die für die Kommunikation im Arbeitsleben wichtig sind. Reza Taghavi sieht darin eine Gelegenheit, seine Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Er empfindet es nicht als Rückschritt, nach vielen Jahren im Beruf wieder ein Lernender zu sein. „Ich habe in meinem Leben immer nach Herausforderungen gesucht“, betont er, „auch wenn es manchmal schwierig ist, eine neue Rolle anzunehmen“. So hatte er zu Beginn des Sprachkurses durchaus Zweifel an seiner Entscheidung, zumal fast alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer deutlich jünger waren als er. Doch schon bald merkte er, dass die Menschen aus dem Iran, der Ukraine, dem Irak, Syrien oder Pakistan ein gemeinsames Ziel verband. Sie wollten ihr Deutsch verbessern, um sich in Deutschland eine neue Perspektive zu erarbeiten. Taghavi glaubt, dass gerade die unterschiedlichen beruflichen und kulturellen Erfahrungen der Kursteilnehmenden das gemeinsame Lernen bereichert haben.

Gruppenmobilität eröffnet neue Horizonte

Eine wichtige Rolle spielte dabei auch die über Erasmus+ geförderte Gruppenmobilität nach Österreich. Obwohl diese ein freiwilliger Baustein des IIK-Angebotes war, nahmen fast alle Absolventinnen und Absolventen des Sprachkurses am Lernaufenthalt in Innsbruck teil. Für Taghavi wurde dieser zu einem Einschnitt. Wenn er heute über seinen Berufssprachkurs spricht, teilt er ihn gedanklich in zwei Abschnitte: die Zeit vor Innsbruck und die Zeit danach.

„Schon vorher war die Atmosphäre gut, aber nach der Reise war sie einfach wunderbar“, schwärmt er. Die Gruppe sei anschließend „fast wie eine Familie“ gewesen. Das Besondere für ihn war, dass das Lernen nicht nur im Klassenraum stattfand. „Wir waren gemeinsam unterwegs, im Hotel, in den Bergen, in Restaurants und an vielen anderen Orten. Dadurch konnten wir sehr viel miteinander reden und auch im Gespräch mit anderen Menschen unser Deutsch aktiv trainieren. Das hat uns neue Horizonte eröffnet.“

Reza Taghavi ist überzeugt: „Eine Sprache lernt man nicht allein mit Büchern und Übungen. Man muss mit Menschen reden und Dinge gemeinsam erleben.“ In diesem Sinne habe die Gruppenmobilität den Lernraum weit über das Klassenzimmer hinaus erweitert. Zugleich habe die positive Grundstimmung in der Gruppe die Motivation aller Beteiligten gestärkt.

Praxiswissen und berufliche Wünsche

Auch fachlich bot die Reise für Reza Taghavi Anknüpfungspunkte an sein früheres Berufsleben. So lernte der Fachingenieur beim Besuch des Brenner Basistunnels eines der größten europäischen Infrastrukturprojekte kennen. Ein für ihn beeindruckender Augenblick, den er zugleich als Motivation für seinen eigenen Weg betrachtet. „Ich weiß, dass ich viel Praxiswissen und Expertise im industriellen Umfeld mitbringe. Meine insgesamt 28 Jahre Berufserfahrung würde ich gerne in den deutschen Arbeitsmarkt einbringen.“

Lernen bedeutet für Reza Taghavi dabei, offen für Veränderung zu bleiben. Es sei keine Frage des Alters, sondern eine Möglichkeit, sich stetig weiterzuentwickeln. So gesehen ist sein beruflicher Neustart in Deutschland auch ein Ergebnis lebenslangen Lernens. Er hofft, dass der erfolgreich abgeschlossene Berufssprachkurs und das damit verbundene Zertifikat ihn unterstützen, eine Stelle zu finden, in der er seine Erfahrungen praktisch anwenden kann. Taghavi wörtlich: „Mein Traumberuf wäre eine Tätigkeit in einem großen Unternehmen der Automobilindustrie, zum Beispiel bei Mercedes, BMW, Audi oder Volkswagen“. 

Ob sich sein beruflicher Wunsch erfüllt, wird sich zeigen. Die vergangenen Wochen und Monate haben ihm auf jeden Fall Selbstvertrauen gegeben und ihn optimistisch gestimmt. Nach seinem Umzug nach Deutschland habe er vieles neu lernen und sich neu orientieren müssen. All das hat ihm gezeigt, dass Entwicklung auch in einer Lebensphase möglich ist, in der andere längst von Routine sprechen.

Die deutsche Sprache ist für ihn der Schlüssel zu seinem neuen Leben – beruflich wie persönlich. Je besser er kommunizieren könne, unterstreicht er, desto mehr Möglichkeiten entstünden. Abschließend bekräftigt er: „Ich bin bereit für die neue Herausforderung. Der Sprachkurs und die Gruppenmobilität haben mich auf meinem Weg enorm bestärkt. Ich möchte meine bisherige berufliche Erfahrung mit neuen Erfahrungen in Deutschland verbinden und mich dadurch weiterentwickeln.“

 

Der B2-Berufssprachkurs, den Reza Taghavi am IIK Düsseldorf durchlief, ist ein öffentlich geförderter Deutschkurs zur beruflichen Integration. Er richtet sich an Personen, die in Deutschland arbeiten sowie eine Ausbildung oder Beschäftigung aufnehmen möchten. 


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