Schwerpunkte in Deutschland
In Deutschland ist angesichts der gesellschaftlichen und beruflichen Transformationsprozesse eine Steigerung der Beteiligungsquote an Erwachsenenbildung notwendig, um das im Rahmen der Europäischen Agenda Erwachsenenbildung definierte übergeordnete Ziel einer inklusiven, sozial gerechten und resilienten Gesellschaft zu erreichen.
Die digitale Transformation und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) verändern die Welt der Erwachsenenbildung grundlegend. Um den Herausforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden, beschäftigt sich die Europäische Agenda mit verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von KI in der Erwachsenenbildung und mit der Weiterbildung von Lehrkräften. Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und die Teilhabe aller an der digitalen Gesellschaft zu sichern.
Die Erwachsenenbildung muss zunehmend neue, kreative Wege und Lernräume finden, um Menschen zu erreichen und zu motivieren. Innovative Ansprachemethoden, sowohl analog als auch digital, spielen eine Schlüsselrolle, um insbesondere vulnerable Gruppen z.B. mit Grundbildungsbedarf in Bildungsprozesse einzubinden. Neue Lernformate und die Nutzung digitaler Technologien eröffnen neue Perspektiven, um das Lernen für alle zugänglich, attraktiv und effektiv zu gestalten.
In einer zunehmend komplexen und digitalen Welt sind Future Skills – Kompetenzen, die den Umgang mit neuen Technologien und gesellschaftlichen Veränderungen fördern – unerlässlich. Die Förderung der Entwicklung und Vermittlung von Fähigkeiten, die es den Lernenden ermöglichen, aktiv am Berufs- und Gesellschaftsleben teilzunehmen ist essentiell. Dazu gehören digitale Kompetenzen ebenso wie kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeiten und Anpassungsfähigkeit.
Der grüne Wandel ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch eine Chance für die Erwachsenenbildung, nachhaltige Entwicklung zu fördern. In einer Zeit des Klimawandels ist es entscheidend, dass sich Einrichtungen der Erwachsenenbildung ganzheitlich nachhaltig aufstellen, daher auch ihre Struktur und Strategie miteinbeziehen. Die Agenda Erwachsenenbildung fokussiert sich auf die praxisnahe Weiterbildung zum Thema Nachhaltigkeit und die Integration von nachhaltigem Denken und Handeln in alle Bereiche der Bildungseinrichtungen.
Die nationalen Schwerpunktthemen werden gemeinsam mit einem Gremium dem Begleitausschuss für jede Förderperiode neu erarbeitet und abgestimmt.
Funktion und Zusammensetzung
Der Begleitausschuss wurde eingerichtet, um die Arbeit der deutschen Nationalen Koordinierungsstelle Europäische Agenda für Erwachsenenbildung möglichst nahe an den aktuellen Entwicklungen auf Bundes- und Landesebene sowie der Wissenschaft auszurichten. Er dient als ein wichtiges Beratungs- und Abstimmungsgremium und kommt zweimal im Jahr zusammen.
Inhaltlich unterstützt der Begleitausschuss die Koordinierungsstelle bei der vorausschauenden Planung ihrer Aktivitäten und strategischen Ziele. Auch die Festlegung der inhaltlichen Schwerpunkte erfolgte in Abstimmung mit dem Begleitausschuss.
Die Zusammensetzung des Begleitausschusses basiert auf einer gleichwertigen Repräsentation von Vertretern der Wissenschaft (aus den Bereichen der Erwachsenenbildung und der beruflichen Weiterbildung) sowie den politischen Vertretern des Bundes und der Länder.
Mitglieder des Begleitausschusses
Anne Pförtner (Referat für Grundsatzfragen des lebensbegleitenden Lernens, Allgemeine Weiterbildung im Bundesministerium für Bildung, Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMBFSFJ));
Heike Maschner (Referatsleiterin Allgemeine Weiterbildung im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen);
Prof. Dr. Michael Heister (Abteilungsleiter "Berufliches Lehren und Lernen, Programme und Modellversuche" im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB));
Prof. Dr. Josef Schrader (Wissenschaftlicher Direktor, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE));
Es werden zusätzlich zum Begleitausschuss die beratenden Ausschüsse für Berufliche Bildung und Erwachsenenbildung für die Koordination der Agenda Erwachsenenbildung in Deutschland genutzt. Zur aktiven Einbindung der zuständigen Landesministerien wird zudem der AK Weiterbildung der KMK regelmäßig über die Arbeit der Agenda Erwachsenenbildung informiert.