28.05.2026
Junge Menschen in Deutschland sind grundsätzlich sehr offen für Auslandsaufenthalte – gleichzeitig zeigen sich im europäischen Vergleich spezifische Hürden und Unterschiede. Das zeigt die Deutschland-Auswertung des Eurodesk Youth Information Survey 2025 mit über 7.000 Befragten europaweit, darunter rund 1.800 aus Deutschland.
Die Ergebnisse zeigen, dass junge Menschen in Deutschland großes Interesse an Auslandsaufenthalten haben. Besonders häufig werden Reisen, Praktika, Arbeit oder Studium im Ausland genannt. Der Auslandsaufenthalt soll am besten zwischen drei und sechs Monaten dauern und physisch stattfinden.
Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass junge Menschen in Deutschland zwar den Bildungswert eines Auslandsaufenthalts hoch einschätzen, gleichzeitig jedoch weniger Vorteile für ihr persönliches und berufliches Leben sehen als Jugendliche in anderen Ländern.
Ein auffälliges Ergebnis ist die Bedeutung der Familie: 38 Prozent der deutschen Jugendlichen, die einen Auslandsaufenthalt gemacht haben, geben an, sich bei Informationen und Unterstützung im Bewerbungsprozess auf ihre Familie zu verlassen. Dieser Wert liegt deutlich über dem internationalen Durchschnitt.
Auch bei den Hinderungsgründen zeigen sich Unterschiede. Klimasorgen werden von 41 Prozent der Befragten in Deutschland genannt und damit deutlich häufiger als im europäischen Durchschnitt. Zudem ist die Angst, durch einen Auslandsaufenthalt Chancen im Heimatland zu verpassen, mit 49 Prozent besonders ausgeprägt.
Ein weiterer Aspekt betrifft den Bildungsweg: 43 Prozent derjenigen, die keinen Auslandsaufenthalt gemacht haben, sorgen sich um eine mögliche Verlängerung ihres Studiums. Gleichzeitig berichten 19 Prozent der Befragten mit Auslandserfahrung, dass sich ihr Studium tatsächlich verlängert hat.
Die Ergebnisse zeigen, dass Informations- und Beratungsangebote in Deutschland stärker auf die konkreten Bedenken junger Menschen eingehen sollten. Dazu zählen insbesondere Klimasorgen, die Angst, durch einen Auslandsaufenthalt Chancen zu verpassen, sowie Unsicherheiten im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf den Bildungsweg.
Außerdem spielt die Familie eine wichtige Rolle bei der Informationssuche und Entscheidungsfindung. Vor diesem Hintergrund sollten Informationsangebote sich auch an diese Zielgruppe wenden.
Die dargestellten Ergebnisse basieren auf der Deutschland-Auswertung des Eurodesk Youth Information Survey 2025. Die zugrunde liegende Online-Befragung wurde zwischen Oktober und November 2024 in 36 europäischen Ländern durchgeführt. Ergänzend zur europaweiten Analyse wurden spezifische Vergleiche zwischen deutschen und internationalen Jugendlichen vorgenommen.
Quelle: Pressemitteilung von Eurodesk Deutschland | 18. Mai 2026