Teilhabe

Deutschkurs in Eupen

Deutsch lernen, Belgien entdecken, Europa erfahren

22.06.2026

Aktion

Auslandsaufenthalte

Bildungsbereich

Erwachsenenbildung

Thema

Teilhabe

Koordination

Institut für Internationale Kommunikation in Düsseldorf

Wie fühlt sich Europa an, wenn man eine Landesgrenze überquert und weiterhin Deutsch spricht? Im Dezember 2025 führte die erste Lernendenmobilität des Instituts für Internationale Kommunikation Deutschland e. V. (IIK) sieben Lernende nach Eupen in die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens.

Auf der mehrtägigen Reise standen Deutschlernen, interkultureller Austausch und die Arbeit an Videoprojekten zur Europäischen Union im Mittelpunkt. Die Gruppe aus Düsseldorf sammelte gemeinsam mit Lernenden der Volkshochschule (VHS) Eindrücke von der Region. Eupen ist eine von vier Gemeinden in Belgien, in denen Deutsch Amtssprache ist, und bildet das Zentrum der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Für die Teilnehmenden des Deutschkurses bot sich die Gelegenheit, ihre Sprachkenntnisse in einem authentischen Umfeld außerhalb Deutschlands anzuwenden und zu erleben, dass Deutsch auch in einem europäischen Nachbarland selbstverständlich Teil des Alltags ist.

Anreise und Demokratie vor Ort

Die Gruppe reiste gemeinsam mit ihren Lehrkräften in einem Transporter an und war als Selbstversorger in einem Ferienhaus untergebracht. Bereits die Fahrt wurde für viele zu einer eindrücklichen Erfahrung. Die unkomplizierte Überquerung der Grenze sorgte für Erstaunen: „So einfach geht das?“, fragte Rajai aus Syrien überrascht, der zuvor noch nie in Belgien gewesen war. Es wurde unmittelbar erfahrbar, wie selbstverständlich freie Bewegung innerhalb der Europäischen Union im Alltag funktioniert.

Der erste Programmpunkt führte die Gruppe in das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Eupen. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in politische Entscheidungsprozesse auf regionaler Ebene und lernten demokratische Strukturen vor Ort kennen. Die Ausstellung zu Menschenpflichten, Kinderrechten, Demokratie und Meinungsfreiheit bot zahlreiche Anknüpfungspunkte für Gespräche und gemeinsame Reflexionen über gesellschaftliche Teilhabe und europäische Werte.

Projektarbeit und kulturelle Begegnungen

Im Anschluss stellte die Volkshochschule Eupen ihre Räumlichkeiten für die Arbeit an Videoprojekten zur Verfügung. Die Lernenden setzten sich dabei mit Themen der Europäischen Union, interkulturellen Erfahrungen und dem Leben in einer mehrsprachigen Grenzregion auseinander. Neben dem sprachlichen Lernen standen Medienkompetenz, Teamarbeit und kreative Ausdrucksformen im Mittelpunkt.

Die Reise fiel in die Vorweihnachtszeit, und die Teilnehmenden besuchten den Eupener Weihnachtsmarkt, wo sie lokale Traditionen und das gesellschaftliche Leben der Stadt erlebten. Neben klassischen Angeboten wie regionalen Speisen und Getränken waren auch lokale Vereine und Kunsthandwerker/-innen auf dem Markt vertreten.

Ein weiterer Ausflug führte in die nahegelegene Stadt Liège (Lüttich), die überwiegend französischsprachig ist. Eine interaktive Stadtführung vermittelte Wissenswertes zur Geschichte der Stadt und machte die sprachliche Vielfalt Belgiens unmittelbar erlebbar.

Lernen über Grenzen hinweg

Den Abschluss der Mobilität bildete ein Treffen mit Lernenden eines Sprachkurses der Volkshochschule Eupen. Die im Rahmen des Projekts entstandenen Videobeiträge wurden präsentiert und gemeinsam diskutiert. Die Gruppe tauschte sich über die Werte der Europäischen Union aus und darüber, welche Rolle grenzüberschreitende Zusammenarbeit und persönliche Erfahrungen spielen.

Die Lernendenmobilität nach Eupen zeigte, wie sich Sprachlernen, kulturelle Begegnungen und projektorientiertes Arbeiten in der Erwachsenenbildung miteinander verbinden lassen. Die Teilnehmenden verbesserten nicht nur ihre Sprachkenntnisse, sondern setzten sich auch mit demokratischen Strukturen, kultureller Vielfalt und der Zusammenarbeit in Europa auseinander. Besonders die Erfahrung eines offenen Europas im Alltag machte die Mobilität zu einer nachhaltigen Lernerfahrung.

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