Aktion
Partnerschaften
12.08.2026
Vor dem Hintergrund von Polykrisen auf vielen Ebenen der Gesellschaft zielt das Projekt „Interkulturelle Friedensbildung an Berufsbildenden Schulen“ darauf ab, Lernenden Strategien bereitzustellen, um ihre Ideen von Frieden in einem interkulturellen Kontext zu verankern und weiterzuentwickeln.
Im Vorfeld des Projekts identifizierten die zwei Projektpartner, die Handelslehranstalten (HLA) Lohne und die französische Schule „CaenSup St. Ursule“, eine gemeinsame Herausforderung: eine zunehmende gesellschaftliche Polarisierung und Notwendigkeit, junge Erwachsene für demokratische Werte zu sensibilisieren. Da viele Lernende über wenig internationale Erfahrung verfügen, war die zentrale Motivation, interkulturelle Friedensbildung fest in beiden Schulen zu verankern, um eine nachhaltige Wirkung zu ermöglichen. Ein besonderes Anliegen war dabei die Verknüpfung von Frieden mit dem Klimawandel, um die Bedeutung globaler Kooperation für die Bewältigung ökologischer Krisen aufzuzeigen.
In der Umsetzung wurde dabei auf vielfältige partizipative und handlungsorientierte Ansätze gesetzt: Workshops zu interkultureller Kommunikation und Mediation führten die Lernenden in Techniken wie das „aktive Zuhören“ und die Konfliktanalyse ein. In deutsch-französischen Tandems arbeiteten sie an kreativen Projektergebnissen wie den „Peace Chairs“ (einem Upcycling-Projekt) und Graffiti-Kunstwerken zu friedensrelevanten Themen. Darüber hinaus produzierten die Lernenden in medienpädagogischen Workshops authentische Video-Statements zu Themen wie Gleichberechtigung, Diskriminierung und Mobbing. Durch die spielerische Auseinandersetzung setzten sich die Teilnehmenden individuell mit Werten wie Freiheit und Respekt aus einander und entwickelten so eine Haltung zu europäischen Grundwerten. Digitale Austauschformate wie die Plattform Edumaps zur Dokumentation sowie ein projektbezogener Instagram-Kanal ergänzten die transnationale Zusammenarbeit.
Die teilnehmenden Lernenden im Alter von 17 bis 18 Jahren befanden sich in einer entscheidenden Phase der persönlichen We tebildung. Besonders hervorzuheben war die Auseinandersetzung der Lernenden mit der Gedenkkultur zum „D-Day“ in der Normandie. Durch den Perspektivwechsel lernten sie, kulturelle Unterschiede nicht nur zu bewerten, sondern auch zu verste hen und entwickelten sich dabei zu engagierten „Botschafter:innen des Friedens“, die Verantwortung für die europäische Gemeinschaft übernehmen wollen. Die Begeisterung für Europa wurde zudem durch den direkten Einblick in die politische Praxis geweckt. So konnten Treffen mit regionalen Politikerinnen und Politikern sowie einer Europaabgeordneten den Teilnehmenden europäische Bürgerschaft als gelebte Verantwortung im politischen Alltag veranschaulichen.
Durch diese Praxisangebote verbesserten die Teilnehmenden nachweislich ihre Fremdsprachenkenntnisse sowie ihre sozialen Kompetenzen, insbesondere Empathie- und Dialogfähigkeit in internationalen Kontexten.
Die neu entstandenen Workshopkonzepte und Materialien zur Friedensbildung wer den nun dauerhaft in den regulären Unterricht integriert und von beiden Schulen gleichermaßen genutzt. Potenziell sind die se Materialien auch für andere Bildungsbereiche anwendbar.