06.11.2026
Am 14. und 15. Oktober 2026 hatten zwei deutsche EuroApprentices die Möglichkeit, in Paris an der internationalen Veranstaltung „Towards the European Apprenticeship Area” teilzunehmen, deren Ziel es war, die europäischen Mobilität von Auszubildenden zu fördern und weiterzuentwickeln. Initiiert wurde das Event von Euro App Mobility im Rahmen der ErasmusDays 2026.
Euro App Mobility (EAM) ist ein gemeinnütziger Verein aus Frankreich, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Barrieren zugunsten einer langfristigen Mobilität von Auszubildenden abzubauen. Fokussiert wird dabei nicht nur auf rechtliche Hindernisse, die Mobilität von Lernenden beeinträchtigen können. Vielmehr geht es um eine ganzheitliche Betrachtung von Barrieren: Sie können auch akademischer, finanzieller, bildungsbezogener, sprachlicher, psychologischer oder sonstiger Natur sein. Aus diesem Grund wurden Auszubildende aus ganz Europa eingeladen, sich im Rahmen des Events an der Diskussion zu beteiligen, welche Barrieren Auslandsmobilität für Auszubildende erschweren.
Insgesamt nahmen rund 40 Auszubildende aus Frankreich und acht weiteren europäischen Ländern an dem Workshop teil. Unter ihnen zwei deutsche EuroApprentices: Franziska Hönig und Florentine Majid. Die beiden berichten im Folgenden aus ihrer Perspektive von dem Event:
„So wie wir hatten alle Teilnehmenden bereits Auslandserfahrung mit Erasmus+ gesammelt. Ziel des Workshops war es, sich über die persönlichen Erfahrungen während dieser Auslandsaufenthalte auszutauschen. Dabei ging es einerseits um besondere Erlebnisse während der Zeit im Ausland, aber auch um Herausforderungen und schwierige Situationen. Im nächsten Schritt wurden die gesammelten Erfahrungen thematisch sortiert und anschließend gemeinsame Positionen und konkrete Verbesserungsvorschläge von uns Auszubildenden erarbeitet. Insgesamt ging es hierbei um vier zentrale Themenbereiche: Finanzielle Rahmenbedingungen und Lebensbedingungen, Kompetenzentwicklung und Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Sprache und kulturelle Unterschiede sowie berufliche Weiterentwicklung.
Am nächsten Tag ging es früh morgens in das Ministère de l’Économie et des Finances, also das französische Wirtschafts- und Finanzministerium, wo der zweite Teil der Veranstaltung, die Konferenz, stattfand. Rund 550 Teilnehmende aus 14 EU-Ländern nahmen teil und es gab verschiedene Podiumsdiskussionen zur Zukunft der Ausbildungsmobilität in Europa. Unter anderem sprachen Jean-Pierre Farandou, der französische Arbeitsminister, und Mario Nava, der Generaldirektor für Beschäftigung, Soziales und Inklusion bei der Europäischen Kommission.
Am Nachmittag war es dann so weit: Wir Auszubildenden präsentierten die gemeinsam erarbeiteten Empfehlungen vom Vortag. Für jeden der vier Themenbereiche stellte eine Person die jeweiligen Ergebnisse und Empfehlungen vor. Franziska übernahm dabei die Präsentation für den Themenbereich berufliche und persönliche Weiterentwicklung. Anschließend wurde die gemeinsame Erklärung „Towards the European Apprenticeship Area“ im Rahmen der Konferenz offiziell verabschiedet. Zentrale Ziele dieser Erklärung sind es, die Mobilität von Auszubildenden europaweit zu vereinfachen, administrative und finanzielle Hürden abzubauen und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Ausbildungseinrichtungen und europäischen Institutionen zu verbessern. Außerdem sollen im Ausland erworbene Kompetenzen besser anerkannt werden.
Auch die Perspektiven und Empfehlungen von uns Auszubildenden sind in diesen Prozess eingeflossen. Unter anderem haben wir uns dafür starkgemacht, dass Erasmus+ mehr Sichtbarkeit erhält, damit mehr junge Menschen die Möglichkeit bekommen, während ihrer Ausbildung einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Dafür muss natürlich auch eine ausreichende und inklusive Förderung sichergestellt werden. Zudem war es uns ein wichtiges Anliegen, dass die Qualität der Auslandsaufenthalte durch verlässliche Partnerorganisationen, geeignetes Matching und eine gute Betreuung sichergestellt wird. Ein weiterer wichtiger Punkt war für uns die bessere Anerkennung der im Ausland erworbenen Kompetenzen.
Insgesamt haben wir uns sehr gefreut, dass wir bei diesem Event dabei sein durften, und fanden, dass es eine wirklich tolle Möglichkeit war, an einer europäischen Veranstaltung mitzuwirken. Der Austausch mit den Auszubildenden aus den unterschiedlichen Ländern hat sehr viel Spaß gemacht. Besonders wertvoll war für uns, dass wir auch die Möglichkeit hatten, unsere eigenen Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Solch eine große Konferenz zu sehen und Punkte für die Erklärung beitragen zu können hat uns sehr bereichert.
Wir sind gespannt, wie sich die europäische Ausbildungsmobilität zukünftig weiterentwickeln wird, und freuen uns, dass wir in unserer Rolle als EuroApprentices auch selbst tatkräftig dazu beitragen, die Sichtbarkeit von Auslandsmobilität während der Ausbildung zu erhöhen."
Text von Florentine Majid & Franziska Hönig
Die EuroApprentices Initiative ist ein europäisches Netzwerk, bestehend aus über 170 Botschafter/-innen für Erasmus+ in der Berufsbildung aus insgesamt 11 Ländern. Sie berichten ehrenamtlich über ihre Erfahrungen mit dem Erasmus+ Programm und machen Mut, damit auch andere Lernende der Berufsbildung sich trauen, den Schritt ins Ausland zu wagen. EuroApprentices sind deutschlandweit vertreten und können für Veranstaltungen, Redebeiträge und Online-Events angefragt werden. Zudem betreiben sie ihre eigenen Social Media Kanäle und einen eigenen Podcast:
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